Werner SC verpasst den ersten Saisonsieg ganz knapp

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Werne. Mit einem Unentschieden beim TSV Raesfeld hat sich Fußball-Landesligist Werner SC am fünften Spieltag der Saison 26/27 den ersten Auswärtspunkt gesichert. Vor 250 Zuschauern war auch der erste Saisonsieg greifbar nahe.

Landesliga 4: TSV Raesfeld – Werner SC 2:2 (0:1)

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Das Team von Pascal Harder kassierte das Gegentor zum 2:2 (0:1)-Endstand in der vierten Minute der Nachspielzeit. „Gekämpft, gefightet, alles versucht – aber wir haben zwei Punkte verschenkt. Wir machen es insgesamt wieder ganz gut, kriegen es aber nicht in Zählbares umgesetzt“, fühlte sich der WSC-Trainer an das 1:2 zuvor gegen Borussia Emsdetten erinnert, als seine Mannschaft mehr als ein halbes Dutzend Top-Chancen liegengelassen hatte.

4:6-Pleite beim Saisonstart in Dorsten, 2:7-Debakel in Burgsteinfurt – mit dieser Auswärtsbilanz im Rücken reiste der WSC als Außenseiter zum heimstarken Aufsteiger. Zumal Harder seine Defensive erneut neu ordnen musste: Neben Innenverteidiger Zoran Martinovic fehlte Henry Poggenpohl. Der Außenverteidiger, gegen Emsdetten nach auskurierter Muskelverletzung mit einem starken Startelf-Comeback, macht ebenso wie sein Kollege lange geplanten Urlaub. Leon Becker und Colin Lachowicz rückten dafür in die Vierer-Abwehrkette.

„In der ersten Halbzeit fand ich uns überlegen und klar besser. Wir haben gut Druck gemacht, haben die gut angelaufen und viele Bälle im Zentrum gewonnen“, war Harder angetan. So war auch die Führung nach 30 Minuten verdient. Nach einer abgewehrten Ecke landete der folgende Flankenball bei Innenverteidiger Nico Holtmann, der unhaltbar zu seinem ersten Saisontreffer einköpfte (30.). Jonas Pettendrup traf wenig später mit einem Seitfallzieher den Pfosten, und auch Xavier Enakimio hatte den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch scheiterte er nach einem 40-Meter-Solo an Torhüter Henning Tünte.

Bitter: Torjäger Luis Dombrowski, gegen Emsdetten bereits nach 18 Minuten angeschlagen ausgewechselt, musste auch in Raesfeld früh vom Feld (30.). Harder: „Er wollte es versuchen. Beim Aufwärmen war alles in Ordnung, doch nach einem Pressschlag hatte er wieder Probleme. Wir hatten das aber einkalkuliert, und Johannes Schwenniger hat schon das gesamte Aufwärmprogramm mitgemacht und sich warmgehalten. Wir sind da kein Risiko eingegangen.“

„In der zweiten Halbzeit“, gestand der WSC-Trainer ein, „ist uns dann nach dem Gegentreffer auf dem großen Rasenplatz und dem tiefen Boden ein bisschen die Luft ausgegangen. Raesfeld ist besser ins Spiel gekommen.“  Max Derksen hatte in der 57. Minute zum 1:1 getroffen, und wenig später musste Harder auch Linksverteidiger Lachowicz vorsichtshalber vom Feld nehmen, weil dieser nach Foul-Gelb (64.) ein heißer Kandidat auf Gelb-Rot war. „Aber meine Mannschaft hat sich weiter voll reingehauen und gegengehalten“, freute sich Harder, der nach 83 Minuten die erneute Führung bejubeln durfte.

Nach einem Zuspiel von der rechten Seite nahm Jonas Pettendrup den Ball an, ließ ihn kurz aufticken und jagte die Kugel aus 18 Metern volley über Raesfelds Keeper hinweg ins Netz. Harder: „Wir haben uns in der Phase gut mit Kontern rausgelöst und hatten drei, vier gute Aktionen.“ Doch zu mehr fehlten im Abschluss wieder ein paar Prozent Konzentration – so bei Jannik Prinz, wiederum Pettendrup und Alessandro Persighe. „Wenn wir das dritte Tor machen, erholen die sich davon nicht mehr“, meinte Harder, aber auch: „Wir haben den letzten Pass nicht an den Mann gebracht. Das rächt sich dann und du fängst dir wieder so ein Drecksding ein.“

Auch dieses Mal in „einer entscheidenden Situation, in der die vollen 100 Prozent gefehlt haben“. Das „Drecksding“ fiel nach einer für das Raesfelder Spiel typischen Verlagerung mit Diagonalbällen auf die rechte Seite –  diese im Vorfeld thematisiert und daher über weite Strecken gut verteidigt. Doch spät in der Nachspielzeit wurde dort die passgenaue Flanke nicht konsequent genug verteidigt und Alexander Hölling kam am hinteren Pfosten per Kopf zu seinem vierten Saisontor (90.+4).

Während Raesfeld mit dem viel umjubelten Treffer die erste Heimniederlage verhinderte, ist der WSC als 15. nun punktgleich mit dem VfL Senden, der den ersten Nichtabstiegsplatz belegt. Und auch der ASK Ahlen, einer der Saisonfavoriten, ist als Elfter bei drei Punkten in Schlagdistanz. Die nächste Chance auf den ersten Dreier ergibt sich für den Werner SC nun am kommenden Sonntag, 13. September, im Heimspiel gegen die Hammer SpVg (15 Uhr, Lindert).

Das ursprünglich auf Dienstag, 8. September, angesetzte Zweitrunden-Spiel des WSC im Kreispokal beim SV BW Aasee ist verlegt worden. Gespielt wird nun am Donnerstag, 17. September. Anstoß in Münster an der Bonhoefferstraße ist um 20 Uhr.

Werner SC: Pollak – Stöver, Becker, Holtmann, Lachowicz (66. Persighe) – Woitaschek (82. Warnecke), Jonas Pettendrup – Dombrowski (34. Schwenniger), Prinz (86. Thannheiser), Kleimann – Enakimio (86. Wagner)

Tore: 0:1 Holtmann (30.), 1:1 Derksen (57.), 1:2 Jonas Pettendrup (83.), 2:2 Hölling (90.+4)

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