Werne. Was gut 50 Minuten wie ein klarer Heimsieg für Eintracht Werne aussah, entwickelte sich im Sportzentrum Dahl zum absoluten „Tore-Wahnsinn“, weil die Gäste nie aufgaben und die Evenkämper defensiv zu sorglos agierten.
Kreisliga A1 (UN/HAM): Eintracht Werne – SG Bockum-Hövel II 5:5 (3:1)
Es lief eigentlich alles nach Plan. Samuel Yalcin (26., 31.) und Abdullah Sahin (30.) schossen die Platzherren zu einer 3:0-Führung. Das Tor der SG Bockum-Hövel (40.) schien nur Ergebniskosmetik zu sein.
Denn auch nach dem Wiederanpfiff erarbeitete sich die Eintracht Chancen am Fließband, um die Partie endgültig zu entscheiden. SG-Torwart Kevin Cempulik entpuppte sich als Spielverderber und zeigte eine Parade nach der anderen.
Innerhalb von drei Minuten stellten die Gäste das Spiel auf den Kopf, kamen durch Noah Noga (53.) und Ex-Eintracht-Torjäger Samet Sahin (56.) völlig überraschend zum Ausgleich – 3:3.

Das Spektakel nahm nun seinen Lauf. Mit seinem dritten Treffer brachte Samuel Yalcin Werne wieder in Führung (60.). Er nutzte einen schlimmen Fehlpass in der gegnerischen Abwehr. Ruhe kam aber auch danach nicht ins Spiel. Die Eintracht-Defensive agierte „vogelwild“, kriegte den Ball nicht weg und schon stand es 4:4 (67.).
Die Mannschaft von Aykut Kocabas antwortete mit wütenden Angriffen. Santino Benning und Enes Akyüz scheiterten am „Man of the Match“, Bockum-Hövels Schlussmann Cempulik. Dieser war dann aber auch machtlos, als Benning von links scharf nach innen flankte und „Apo“ Sahin nur noch den Fuß hinhalten musste – 5:4 (76.).

Fast mit dem nächsten Angriff kassierten die Platzherren, die keine Stabilität in ihre Defensive kriegten, den fünften Gegentreffer (78.). Die Eintracht spielte in der letzten Viertelstunde voll auf Sieg, doch Cempulik war fast immer zur Stelle. Dann zappelte der Ball im Netz. Zuvor hatte der Schiedsrichter jedoch auf Stürmfoul des eingewechselten Rissane entschieden – eine 50:50-Entscheidung, die dazu führte, dass die Evenkämper eindeutig zuviel mit dem Unparteiischen haderten, wenn auch durchaus berechtigt nach zwei knappen Abseitsentscheidungen.

Das alles wäre am Ende nebensächlich gewesen, wenn die letzte Chance gesessen hätte. Im Anschluss an eine Ecke traf Abdullah Sahin aus der Drehung den Pfosten, den Nachschuss setzte Santino Benning über die Querlatte. Es blieb beim torreichen Unentschieden, weil bei Bockum-Hövel fast jeder Schuss drin war, während die Eintracht nur nach jeder dritten Möglichkeit jubeln durfte.
„Wir dürfen eine 3:0-Führung nicht aus der Hand geben. Wir laden den Gegner wieder zum Toreschießen ein. Die Defensivleistung war eine absolute Katastrophe“, meinte Trainer Aykut Kocabas.
Eintracht Werne bleibt nach dem Verlust von zwei sicher eingeplanten Punkten weiter Tabellendritter, hinter dem neuen Tabellenführer Westfalia Rhynern II und dem jetzt Zweiten Hammer SportClub 2008, der die Evenkämper am nächsten Sonntag (25.10.2026) auf der Sportanlage „Fuchshöhle“ empfängt. Anstoß ist um 15 Uhr.

















