Freitag, Juni 14, 2024

Begeisterung über großes Interesse am Tag des offenen Denkmals

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Werne. Ausgehend von einem historischen Handwerkerhaus mitten in Werne begaben sich fast 40 Denkmalbegeisterte am Sonntag (11.09.2022) auf die Suche nach Spuren von Historismus und Jugendstil.

„KulturSpur“ lautete das Motto zum Tag des offenen Denkmals, an dem sich die Stadt Werne mit einer Hausbesichtigung, einem Stadtrundgang und einem Programm im Stadtmuseum beteiligte.

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„Ich finde es klasse, dass sich so viele Menschen heute dafür die Zeit nehmen“, sagte Lothar Steinhoff. Der Architekt aus Capelle begleitet derzeit die denkmalgerechte Sanierung des Hauses Bonenstraße 8. Das Gebäude ist in vieler Hinsicht typisch für die jahrhundertelang vom Handwerk geprägte Stadt Werne. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus, aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, dessen Giebel an einem kleinen Platz am Anfang der Bonenstraße hinter dem Bült steht. Im Verhältnis zu seiner relativ schmalen Front erstreckt sich das Haus dahinter in die Tiefe und umschließt einen kleinen Innenhof.

„Das wird ein schmucker Hof. Wenn wir hier fertig sind, hat hier jede Wohnung einen Balkon oder einen Freisitz“, sagte Steinhoff. Nach dem derzeitigen Stand der Planung möchte Bauherr Dirk Heitjohann sein Sanierungsvorhaben im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen haben. Das Vorhaben ist mit der Unteren Denkmalbehörde in Werne und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe abgestimmt. Dabei stellte sich die Substanz des Gebäudes stellenweise als diffizil heraus. „Um das Haus zu stabilisieren, mussten wir tiefer ausschachten als zunächst gedacht“, erklärte Lothar Steinhoff. Auch das Fachwerk war durch Feuchtigkeit stellenweise schwerer beschädigt als erwartet.

Karl-Heinz Schwarze, Vorsitzender der Freunde des historischen Stadtkerns, suchte mit den Denkmalbegeisterten die Spuren von Historismus und Jugendstil in Werne. Foto: Anke Barbara Schwarze

Bei der Sanierung wurden nicht denkmalgerechte Baumaßnahmen aus den 1980er-Jahren entfernt. Die Dämmung wird der historischen Fachwerkbauweise gerecht: Vor Holzweichfaserplatten wird Ausgleichslehm gespritzt, darauf kommt Lehmputz. Elektrische Kabel lassen sich in die Faserplatten einfräsen. Den Plan, mit Gas zu heizen, gaben die Verantwortlichen angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Monaten auf. Stattdessen werden eine Wärmepumpe in Verbindung mit Photovoltaik installiert.

Im Anschluss an die Besichtigung des Hauses nahm Karl-Heinz Schwarze, Vorsitzender der Freunde des historischen Stadtkerns, die Besucher mit auf einen Stadtrundgang. Dessen Schwerpunkt war inspiriert von der Fassade des Hauses 8 an der Bonenstraße. Wie so viele Häuser in der Innenstadt erhielt auch dieses während der Gründerzeit eine moderne Fassade. Modern, das hieß um 1900 Historismus oder Jugendstil. „Wir finden an dieser Schauseite, die 1904 angebaut wurde, beide Stilrichtungen“, erklärte Schwarze.

Mit dem Geschäftshaus Markt 24 besitzt Werne ein sehr repräsentatives Beispiel für den Jugendstil. Foto: Anke Barbara Schwarze

So sei der verwendete Backstein charakteristisch für die Neogotik, der dekorative Giebelabschluss enthalte mit seinen pflanzlichen Schmuckformen dagegen Jugendstilelemente. „Der Jugendstil strebte nach einer Harmonisierung von Mensch und Natur“, erklärte Schwarze. Und er wollte die steinernen Hausfassaden in Bewegung bringen – etwas, dass die Teilnehmer des Rundgangs erlebten, als sie sich umdrehten: Das Haus Markt 24 ist Wernes Paradebeispiel für Jugendstil.

Im Museum begaben sich Jakob (links) und Anton auf eine ganz eigene Spurensuche: An verschiedenen Schatztruhen konnten sie Geschick und Fähigkeiten im Knobeln beweisen. Museumsmitarbeiterin Marie-Luise Kilinksi assistierte. Foto: Anke Barbara Schwarze

Parallel zur Hausbesichtigung und Rundgang wurde im Stadtmuseum ein Suchspiel für Kinder angeboten. Dabei profitierten die Jungen und Mädchen von dem Escaperoom, der am vergangenen Wochenende im Museum aufgebaut worden war: „Wir haben das Material noch hier und die Kinder konnten versuchen, eine Truhe zu knacken und den König zu befreien“, berichtete Museumsmitarbeiterin Marie-Luise Kilinski.

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