Mittwoch, Mai 22, 2024

„Oldies“ bei Tischtennis-EM ohne Chance, aber Norwegen beeindruckt

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Sandefjord/Werne. 1.800 Tischtennis-Senioren standen bei der Europameisterschaft in Norwegen an der Platte – darunter auch Spieler aus Werne. Nach neun Tagen voller Erlebnisse ist das Quartett jetzt wieder zu Hause angekommen.

Vor der Meisterschaft in der großzügig ausgelegten Wettkampfhalle mit 116 Tischen absolvierten die heimischen Spieler noch zwei Trainingseinheiten. Ein erstes Highlight war am Sonntag Abend die Eröffnungsfeier. Hier wurden die Teilnehmer aus insgesamt 38 europäischen Ländern begrüßt, begleitet durch diverse Gesangs- und Showeinlagen.

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Für die Werner startete das Turnier am Montag. Axel Brocke (Ü65) und Alfons Högemann (Ü70) mussten in ihrer Vierergruppe in der Regel gegen Gegner mit höherer TTR-Punktzahl antreten. Brocke startete mit einem klaren 3:1-Erfolg gegen einen Norweger. Niederlagen mit 1:3 gegen einen Tschechen sowie mit 0:3 gegen einen irischen Spieler waren nicht zu verhindern. Das bedeutete Platz drei in der Gruppe und somit das Weiterspielen in der Consolation (Trostrunde).

Alfons Högemann erwischte ebenfalls mit einem 3:2-Sieg gegen einen Deutschen einen guten Start. Gegen den Ukrainer war er jedoch chancenlos (0:3). Die Gruppenspiele endeten mit einem 1:3 gegen einen schwedischen Vertreter ebenfalls als Gruppendritter.

Späer mussten die Ü60-Spieler Martin Brocke und Wolfgang Heise ran. Brocke spielte zuerst gegen einen Ungarn, der früher in der Regionalliga auf Punktejagd ging. Gegen den Linkshänder gab es nichts zu holen, eine 0:3-Niederlage war das Ergebnis. Besser liefen die Spiele gegen einen Franzosen (3:0) und einen Tschechen (3:0). Am Ende kam der zweite Platz dabei raus, der Martin Brocke in das Hauptfeld führte.

Wolfgang Heise bekam es im ersten Spiel mit einem Schweden zu tun. Eine 2:1-Führung konnte er nicht nach Hause bringen, er verlor die Folgesätze jeweils in der Verlängerung. In der zweiten Partie traf er auf einen starken englischen Angriffsspieler, der schon im letzten Jahr in Rimini das Doppel-Halbfinale erreicht hatte. Trotz starker Gegenwehr hieß am Ende 3:0 für den Engländer. Im Abschlussspiel gegen einen Franzosen gab es mit 0:3 nichts zu holen, so dass am Ende Gruppenplatz vier herauskam.

Brocke-Brüder haben im Doppel Pech mit der Auslosung

Am Dienstag war der Gruppenspieltag der Doppel. Die Brocke-Brüder, die in der Vergangenheit schon so manch starken Gegner schlagen konnten, hatten Pech mit der Auslosung und mit den Dänen Hauth/Bruhn das an Position zwei gesetzte Doppel in ihrer Gruppe. Trotz guter Ballwechsel war eine 0:3 Niederlage nicht zu verhindern. Im zweiten Spiel gegen zwei Schweden fingen die Sätze gut an, kippten jedoch zum Satzende. Der erste Satz ging mit 8:11 verloren, der zweite trotz 10:8 Führung mit 10:12, der dritte mit 7:11. So langte es nur zum Gruppenplatz drei.

Alfons Högemann und Wolfgang Heise bekamen jeweils Doppelpartner zugelost. Da die gemeinsame Einspielzeit viel zu kurz war, konnten beide Paarungen in der Gruppenphase kein Spiel gewinnen.

Am Dienstag Abend gab es einen kulturellen Höhepunkt. Der Tischtennis-Spieler Joja Wendt aus Hamburg – im „richtigen“ Leben ist er Konzertpianist und auf den Bühnen der Welt zu Hause – gab ein einstündiges Konzert für alle Spieler und Begleiter und füllte damit die ganze Sportarena.

Am spielfreien Mittwoch ließen es die Werner etwa ruhiger angehen. Zunächst ging es in Sandefjord ins Walfangmuseum und auf ein Walfangschiff. Hier wurde dokumentiert, dass Norwegen ein Land mit langer Walfang-Tradition ist. Nachmittags stand der Besuch der Stadt Tonsberg auf dem Programm, die mit einem kleinen Imbiss in einem der vielen Hafenrestaurants endete.

Am Donnerstag ging es dann für alle mit den K.o.-Spielen im Einzel weiter. Als einziger hatte Martin Brocke die Hauptrunde erreicht. Er traf auf einen guten Schweden, der auch schon im Doppel gesetzt war. Brocke kam überhaupt nicht ins Spiel und verlor chancenlos mit 0:3. Das bedeutete am Ende Platz 65 in der Hauptrunde.

Die anderen Werner Spieler waren alle in der Trostrunde am Start. Axel Brocke (Ü65) konnte im ersten Spiel einen Engländer in die Schranken weisen (3:1). Endstation war im zweiten Spiel mit 0:3 gegen einen Schweden. Axel Brocker beendete das Turnier als 33. der Trostrunde.

Alfons Högemann (Ü70) traf zunächst auf einen Tschechen, den er in drei Sätzen bezwang. Ihm wurden in der nächsten Runde gegen einen Dänen mit 0:3 die Grenzen aufgezeigt. Er beendete die Trostrunde als 17.

Wolfgang Heise (Ü60) musste im ersten Einzel gegen einen Norweger ran. Hier konnte er im fünften Satz noch einen 6:9-Rückstand zu einem 11:9 Endstand drehen. Im nächsten Spiel kam er gegen einen guten Angriffsspieler aus Deutschland. Hier reichte es aber nur zu einem Satzgewinn (1:3). Heise beendete die Trostrunde auf Platz 33.

Das Turnier ging am Freitag mit den Doppeln weiter. Hier hatten alle Werner-Doppel die Hauptrunde verpasst und spielten in der Trostrunde. Die Brockes (Ü60) brauchten im ersten Spiel fünf Sätze, um warm zu werden. Gegen eine deutsche Kombination reichte es nach 1:2-Sätzen noch zu einem 3:2. Allerdings war dann die Reise überraschenderweise im zweiten Spiel gegen eine französisch-schweizerische Paarung zu Ende. Trotz 2:0-Führung konnten sie da Spiel nicht gewinnen und schieden mit 2:3 als insgesamt Neunte der Trostrunde aus. Hier hatten sich die Brockes mehr ausgerechnet.

Wolfgang Heise konnte mit seinem Partner das erste Spiel kampflos gewinnen. Im zweiten Spiel gab es ein hauchdünnes 3:2 mit 16:14 im fünften Satz gegen zwei Franzosen. Das Aus kam dann gegen zwei Deutsche denkbar knapp mit 2:3 in der Verlängerung des letzten Satzes. Auch sie belegten damit Platz nein der Trostrunde.

Für Alfons Högemann und Partner war das Turnier nach der ersten Partie beendet. Hier gab es ein 0:3 gegen zwei Norweger. Am Ende sprang Platz neun der Trostrunde heraus.

Am Samstag wurden dann die Halbfinal- und Finalpaarungen ausgetragen, wie erwartet ohne Werner Beteiligung. Hier gab es viele hochkarätige Spiele zu sehen, teilweise mit den Spielern aus den eigenen Begegnungen.

Zurück in die Heimat ging es dann am Sonntag, wo die Werner nach Fährüberfahrt und der Autofahrt quer durch Dänemark abends ankamen. Unterm Strich waren die Werner Senioren von der Reise ganz angetan. Das Turnier war gut organisiert, die norwegische Landschaft ist eine Augenweide, insbesondere mit den zu dieser Jahreszeit – ein paar Tage nach der Sonnenwende – extrem langen Sommerabenden und kurzen Nächten. Einziger Makel aus Sicht der Werner war, dass das Veranstaltungsgelände mitten auf der grünen Wiese lag und somit stark abgeschottet war.

Das nächste größere Turnier werden die TT-Senioren-Weltmeisterschaften 2024 in Rom sein. Hier sind sich die Werner sicher, dass ein Quartier mitten im lebendigen Rom gebucht werden wird.

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