Samstag, März 2, 2024

Plätzerfest im Klostergarten ist einmal mehr ein voller Erfolg

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Werne. „Ein Trubel wie eh und je.“ Marlies Wierling schaut zufrieden um die Ecke des Unterstands im Klosterhof. Unter dessen Dach backen mehr als 20 Plätzerfrauen sowie zwei Männer ein Reibeplätzchen nach dem anderen. Davor haben sich zwei lange Schlangen gebildet.

Wierling, sonst als Mutter des Geschehens stets hinter einer der Pfannen stehend, hat sich dieses Mal hinter die Kulissen zurückgezogen – in einem kleinen Raum neben dem Unterstand. Hier managt sie das Anrühren des Kartoffelteigs, die Verteilung des Apfelkompotts und was sonst noch alles so anfällt, damit das Plätzerfest – einmal mehr – ein voller Erfolg wird.

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„Für die wichtigste Voraussetzung haben die Kapuziner gesorgt: Das Wetter hält“, erklärte Mit-Organisator Friedrich Telgmann augenzwinkernd. Entgegen dem Wetterbericht bleibt es trocken und warm. Und so tummeln sich wie jedes Jahr bereits vor dem offiziellen Beginn des Festest, also vor 19 Uhr, die ersten Hungrigen am Reibeplätzchenstand.

Zwei Frauen nehmen die Bestellungen entgegen. Sie rufen auch schon einmal Zahlen im zweistelligen Bereich nach hinten durch. Wer seine Plätzchen ergattert hat, schlägt sich in den Klostergarten durch. Dort sind bereits fast alle Tische besetzt, die kleineren Sitzgruppen ebenso wie die langen Bierzeltgarnituren. Gelächter, Scherzworte und Gesprächsfetzen schallen durch den sonst so zurückgezogenen Garten. Das Bläsercoprs Werne gibt dazu einen fröhlichen Takt an.

Von Familienmitgliedern tatkräftig unterstützt sorgt Marlies Wierling, die gute Seele des Plätzerfestes, hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf. Foto: Schwarze

Unbehelligt von dem Getriebe sorgen zwei Männer unentwegt dafür, dass der Treibstoff nicht ausgeht: der Teig für die Reibeplätzchen. Willi Jasper und sein Enkel Tristan Essiger stecken mit ihren gummibehandschuhten Händen bis zu den Ellenbogen in der gelblichen Masse. „Dieses Jahr mache ich das zum letzten Mal“, kündigt der 85-jährige Jasper an. „Das hast du im vergangenen Jahr auch schon gesagt“, frotzelt der Enkel. Der Betrieb im Hintergrund ist nach wie vor Familiensache: Marlies Wierling und ihr Bruder Willi Jasper haben das Rezept für den Teig wie auch die Organisation des Festes von ihrer Mutter geerbt.

„Ich bin rundum glücklich, dass wir ein tolles Team auch mit jungen Leuten hinter uns haben“, erklärt Marlies Wierling. Schon 2022 habe sie erleben dürfen, dass die Jüngeren begeistert für dieses Jahr wieder zugesagt hätten. „Weder fürs Kartoffelschälen noch fürs Abbacken musste ich jemanden ansprechen, es kamen genug Helfer von selbst.“ 30 Frauen und Männer hatten sich bereits am Mittwochabend zuvor eingefunden, um sieben Zentner Kartoffeln zu schälen.

Gebacken wird im Akkord. An Helfern, jungen wie älteren, herrscht kein Mangel. Foto: Schwarze

Das feine Zerkleinern der Erdfrüchte hatte der Partyservice Klimecki übernommen. Frisch zu Teig vermengt wurde die Masse dann am Abend des Plätzerfestes vom bewährten Großvater-Enkel-Team. Zwischendurch radelte einer der Helfer noch schnell zu dem Werner Seniorenheim, in das der über 90 Jahre alte Pater Wolfgang Drews inzwischen umgezogen ist. „Er hatte sich so sehr drei Reibeplätzchen mit Apfelkompott gewünscht, da haben wir sie ihm eben frisch gebracht“, berichtete Wierling.

Der Erlös des Festes kommt den Kapuzinern zugute. „Die haben nach der Erweiterung ihrer Ordensgemeinschaft ja noch einige Umbaumaßnahmen vor sich“, sagt Friedrich Telgmann. Für den Ertrag engagierten sich beim Fest neben den Plätzern die erprobten Teams: die Lions und die Freiwillige Feuerwehr mit ihren Bierständen, die Kolpingfamilie mit einem Weinstand. Die Kolpingjugend brät Würstchen für alle, die es nicht so mit Reibekuchen haben.

Das Bläsercorps Werne untermalte die gute Stimmung mit launigen Rhythmen. Foto: Schwarze
Das Bläsercorps Werne untermalte die gute Stimmung mit launigen Rhythmen. Foto: Schwarze

Tatkräftig packten auch der Freundeskreis des Kapuzinerklosters und die ehrenamtliche Gärtnertruppe mit an. Und es gab einiges zu tun. „Es ist noch mehr los als im vergangenen Jahr“, stellte der Guardian Pater Norbert Schlenker fest, als er seinen Blick über die Feiernden schweifen ließ. Da das Plätzerfest traditionell am Namenstag der beiden Klosterpatrone Peter und Paulus stattfindet, hatte Pater Norbert die Apostelfürsten zum Thema seiner Predigt in der Abendmesse gemacht: „Es ging um die Vielfalt der beiden: Sie hatten verschiedene Berufungen, gingen verschiedene Wege, hatten Auseinandersetzung und haben sich trotzdem immer wieder verständigt.“

Mehr Fotos zum Plätzerfest finden Sie in unserer Bildergalerie.

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