Montag, Juni 17, 2024

Staatsanwalt erhebt Anklage wegen Tierquälerei gegen Marko Mecke

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Werne. Schwerste Fälle von Tierquälerei in einer Viehsammelstelle der Firma Mecke aus Werne hatten im Juli 2021 für großes Aufsehen und Bestürzung weit über die Stadtgrenzen hinaus gesorgt. Die Tierschutz-Organisation „Soko Tierschutz“ hatte den Skandal um zahlreiche und grausame Verstöße gegen das Tierschutzgesetz mithilfe von versteckten Kameras aufgedeckt und dokumentiert.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelte seither gegen mehrere Personen, darunter Firmenchef Marko Mecke. Gegen ihn und zwei seiner Mitarbeiter wird nun Anklage erhoben, bestätigte Staatsanwalt Henner Kruse heute gegenüber WERNEplus.

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Marko Mecke, der Vorwürfe gegen seine Person stets zurückgewiesen hatte, werden demnach zehn Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Last gelegt. Beim mutmaßlichen Haupttäter, einem 39-jährigen Mitarbeiter des Unternehmens, umfasst die Anklageschrift 38 Verstöße. Dem zweiten werden Verstöße in fünf Fällen vorgeworfen, erläuterte Kruse.

Schlachttiere sollen demnach in der Viehsammelstelle an der Lünener Straße über einen langen Zeitraum gequält und misshandelt worden sein. Das hatten Tierschützer Friedrich Mülln und weitere Mitstreiter/innen der „Soko Tierschutz“ über Monate mit Kameraaufnahmen belegt.

Notschlachtung an bereits verendeter Kuh vorgetäuscht

Allen drei Angeklagten werden neben Tierquälerei auch Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie gegen das Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz zur Last gelegt, berichtete der Staatsanwalt.

Und hier wird es besonders perfide. Laut Anklage soll an einer über Nacht qualvoll verendeten Kuh mit einem Bolzenschuss und einem Kehlschnitt eine Notschlachtung vorgetäuscht worden sein. Dann soll das Tier in den normalen Schlachtbetrieb gelangt, dort zerlegt und das Fleisch zu Lebensmitteln weiter verarbeitet worden sein.

Im Bürgergespräch nach Aufdeckung der skandalösen Zustände im August 2021 hatte die „Soko Tierschutz“ ferner Aufnahmen gezeigt, wie noch vitale Kühe in der Schlachterei an der Lippestraße beim Abladen eines Transporters über ein am Boden liegendes krankes Kalb trampelten.

Die Anklage gegen Marko Mecke und die beiden Mitarbeiter liege nun beim Schöffengericht Lünen. Hier werde entschieden, ob ein Hauptverfahren eröffnet wird. Weitere Ermittlungsverfahren seien bei anderen Staatsanwaltschaften anhängig, so Kruse.

Der Strafrahmen für die angeklagten Verstöße wegen Tierquälerei und der illegalen Schlachtung und unzulässigen Weiterverarbeitung liegt bei einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, beziehungsweise bei einer Geldstrafe.

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