Werne. Ein sattes Brummen vibrierte im Kolpingsaal, hervorgerufen von zehn Bässen – großen und kleinen Kontrabässen sowie E-Bässen. Junge Musikerinnen und Musiker entlockten ihren Instrumenten das sonore Klangbild zusammen mit Barbara Post, der Leiterin des Ensembles.
„Ein eigenes Bassensemble, das hat nicht jede Musikschule“, hatte Matthias Lichtenfeld, Leiter des Musikschulkreises Lüdinghausen, zuvor angekündigt. Die Bassisten eröffneten das Neujahrskonzert der Musikschulen Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Senden und Werne am Sonntagnachmittag (18. Januar 2026) im Kolpingsaal Werne. Außerdem stellten das Bläserquartett, drei Barockensembles und das Jugensinfonieorchester ihr Können vor.
Der jüngste Vortragende war sechs Jahre alt, das obere Ende des Altersspektrums reichte bis 60Plus. Der sechsjährige Oliver spielte im Bassensemble. „Ich mag den Kontrabass, weil man ihn zupfen und mit dem Bogen spielen kann“, sagte er. Genau diese Bandbreite demonstrierte die Bassklasse. Und zeigte außerdem auf unterhaltsame Weise, dass der Bass auch als Rhythmusinstrument dienen kann: In der Texas-Ballade von Jean-Loup Dehant imitierte träges Klopfen auf die hölzernen Klangkörper das Trotten eines Pferdes. Zupfen und Fingerschnipsen unterlegten dazu einen Rhythmus, bei dem man sich gut einen lässigen Cowboy im Sattel vorstellen konnte. Ein Stück aus einer Suite des Komponisten und Musikpädagogen Franz-Michael Deimling weckte andere Bilder. „Eine Schülerin sagte mir, sie höre ein Monster und dann seien da noch drei andere Monster, die seien immer dagegen“, erzählte Barbara Post dem Publikum.

In den Ensembles, so erklärte sie, lernten die Musikschülerinnen und -schüler, zusammen zu spielen, aufeinander zu hören. In der Pop-Suite für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott von Josef Bönisch warfen sich die Spielerinnen des Bläserquartetts die Stimmen zu, ließen Rhythmen pulsieren. Die Barockensembles widmeten sich den Komponisten Corelli, Trabaci und Carl Philipp Emanuel Bach.

Kinder und Jugendliche für klassische Musik zu begeistern, sei eine wichtige Aufgabe von Musikschulen, sagte Matthias Lichtenfeld im Gespräch mit WERNEplus. „Und das gelingt auch, sie mögen die klassischen Stücke.“ Das Jugendsinfonieorchester setzte im diesjährigen Neujahrskonzert den schmissigen Can-Can von Jacques Offenbach aufs Programm, außerdem Ravels „Pavane für eine verstorbene Prinzessin“ sowie ein ABBA-Medley und ein Medley aus Aladdin.

Das junge Orchester besetzt alle Instrumentengattungen eines klassischen Sinfonieorchesters. „Darauf kann der Musikschulkreis zu Recht stolz sein“, teilte Frank Gründken mit. Als Leiter des Jugenddezernats übernahm er am Sonntag gemeinsam mit Lichtenfeld die Begrüßung der Gäste. Und wies dabei darauf hin, dass jede Kommune im Musikschulkreis ihre eigene Musikschule habe. „Was die Anmeldezahlen, gerade bei den Kindergruppen, der Früherziehung und der Eltern-Kind-Gruppen angeht, stehen wir aktuell sehr gut da“, sagte Lichtenfeld.

Im Jugendsinfonieorchester spielten derzeit 65 Schüler im Alter zwischen 13 und 20 Jahren. Weitere werden demnächst aus den Mittelstufenklassen nachrücken. Seit Beginn des laufenden Musikschuljahrs, also seit Ende der Sommerferien 2025, konnten außerdem elf Kolleginnen und Kollegen von Honorar- in tarifliche Arbeitsverträge übernommen werden. „Und mit den neuen Mitgliedern, die wir nach den Kommunalwahlen im Ausschuss haben, spielt in diesem Gremium jetzt mehr als die Hälfte selbst ein Instrument.“
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