Werne. Am Mittwochabend füllte sich auf Einladung des Fördervereins der Stadtbücherei Werne das Bücherei-Wohnzimmer mit zahlreichen Menschen, die sich von der in Werne geborenen Autorin Esther Schüttpelz auf die gedankliche Reise ihrer Protagonistinnen mitnehmen lassen wollten.
Nach ihrem Roman „Ohne mich“ wurde auch ihr zweiter Roman „Grüne Welle“ im Frühjahr vom Diogenes-Verlag veröffentlicht. Esther Schüttpelz bringt tiefgründige Gedanken zu Papier, die die Zeichen der Zeit abbilden.
Aus beiden Romanen las Esther Schüttpelz vor, beantwortete Fragen und plauderte aus dem Nähkästchen ihrer bisherigen schriftstellerischen Karriere. Zu Anfang schrieb sie rein für sich, aus Spaß und völlig unstrukturiert, was ihr in den Sinn kam. Daher trägt besonders ihr erster Roman viele autobiografische Züge.
Die glückliche Fügung, die zur Veröffentlichung führte, tauchte in Gestalt eines zufällig kennengelernten Journalisten auf, mit dem sie über ihre Schreiberei ins Gespräch kam. Sie schickte ihm ihr bisheriges Werk und war ganz überrascht, als sich tatsächlich eine Literaturagentin bei ihr meldete. Darauf folgte für Esther Schüttpelz eine steile Lernkurve durch das Diogenes-Lektorat, was sie in ihrem Roman „Grüne Welle“ anzuwenden wusste.
Die Protagonistin verpasst darin die Ausfahrt nach Hause. Bei der nächsten Ampel will sie zwar umdrehen, aber die nächste Ampel ist immer grün, aus oder es gibt gar keine. Damit greift die Autorin metaphorisch ein Dilemma vieler Menschen auf. Denn die Protagonistin kann nicht hinschauen, wo sie hinschauen müsste, ist nicht in der Lage, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Doch zum Schlüsselmoment wird für siedas Überfahren eines Rehs. Nach einem ersten Versachlichungsversuch folgt ein heftiger Gefühlsausbruch, der im Endeffekt ihr Unterbewusstsein aufbricht. Denn manchmal ist alles irgendwie falsch.





















