Mittwoch, Februar 25, 2026

Diät-Empfehlungen beim LiteraTurnier: „Dünn ist äußerst toll“

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Werne. Das LiteraTurnier ging am Aschermittwoch (18.02.2026) in die 34. Runde. Unter dem Motto „Diät“ lieferten sich Hubertus Waterhues in Vertretung für Magnus See, Ludger Burmann, Liane Jäger und Hartmut Marks wieder einen literarischen Schlagabtausch – kommentiert und im Rahmen gehalten von Dieter Vatheuer.

Worüber spricht man unter dem Motto „Diät“? Die Fastenzeit? Nein, auf der Agenda steht: „Dünn ist äußerst toll“, also Werke, die trotz oder gerade wegen ihrer Kürze größtes Lesevergnügen bereiten. Mit der Ankündigung Vatheuers, dass es jetzt „legendär und unglaublich werde“, startete Hartmut Marks mit der Vorstellung seines mitgebrachten Romans „Alle meine Träume“ von Grégoire Delacourt. Der Roman thematisiert anonyme Lotto-Gewinner unter sich sowie ihre Erfahrungen in einer Selbsthilfegruppe. „Die Figuren sind toll und sie machen das Beste aus ihrer Situation“, beschreibt Liane Jäger. Die Psychologie des Geldes, aber auch Zusammenhalt, Umgang mit Demenz und die Entfremdung durch Geld sind aktuelle Themen, die den Roman für Marks zu einem „modernen Märchen“ machen. Ein guter Nachfolger nach dem noch stärkeren Vorgänger „Alle meine Wünsche“ desselben Autors.

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Besondere Freude werden Bücherliebhaber an Waterhues‘ Empfehlung haben: „Der schwarze Schwan“ von Theres Essmann ist eine Novelle, die zuvor unter dem Namen „Federico Temperini“ erschien und vom Taxifahrer Jürgen Krause erzählt, der nach der Bekanntschaft mit einem zuerst arrogant wirkenden Fahrgast Freundschaft mit ihm schließt. Beide ziehen aus dem Kontakt eine bereichernde Erfahrung für ihr Leben. „Man braucht einen langen Nachmittag, um es zu lesen und drei Wochen, um es zu verarbeiten“, fasst Hubertus Waterhues zusammen. Und was bleibt aus diesem Leseerlebnis? „Man lässt es auf dem Herzen ruhen“, erzählt Hartmut Marks abschließend.

Bücherstreit war garantiert – wobei es diesmal doch sehr harmonisch ablief, wie hier zwischen Liane Jäger und Hartmut Marks.

Nach der Pause gab Charles Lewinskys „Rauch und Schall“, vorgestellt durch Ludger Burmann, den Startschuss. Wie der Name des Romans schon an Goethes Faust und dessen „Schall und Rauch“ erinnert, geht es in diesem Roman auch um Goethe, der nach der Rückkehr aus der Schweiz an einer Schreibblockade leidet. Er will es nicht und kann doch nicht anders als die Hilfe seines Schwagers Christian August Vulpius anzunehmen, unter dessen Namen eines von Goethes Werken plötzlich veröffentlicht wird. Für die Gruppe des LiteraTurniers ein komischer, aber unterhaltsamer Roman, der einen neuen und spannenden Blick auf Goethe wirft.

Alessandro Bariccos Roman „Abel“ wagt zum Schluss etwas ganz Neues: Hier trifft Western auf Romantik, Philosophie und Metaphysik. Liane Jäger stellt die Revolverheld-Figur des Romans und die philosophischen Verzweigungen zu den anderen biblischen Namen der Protagonisten her. Ein Werk, das schnell gelesen werden kann, bei philosophisch kundigem Publikum aber auch mehr als nur kurze Querverweise enthält.

Das Thema trifft auf große Resonanz, das Wohnzimmer der Stadtbücherei ist gut besucht.
Das Thema traf auf große Resonanz, das Wohnzimmer der Stadtbücherei war gut besucht.

So ging der nächste Bücherstreit zu Ende und hat doch noch weitere Veranstaltungen anzukündigen. Im Rahmen einer Lesung am 7. März um 19.30 Uhr kommen die Autoren Holger Jenrich und Lutz Debus für ihren Roman „Hallelujah & Shalom“, erschienen im Ventura-Verlag, ins Kapuzinerkloster Werne. Am 14. März freut man sich bereits auf die Lesung von Christian Huppert zu „Ente ohne Schrecken“, bei der Texte vorgestellt werden, die es nicht ins letzte Buch geschafft haben. Letztgenannte Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Das nächste LiteraTurnier, das wie immer vom Förderverein der Stadtbücherei veranstaltet wird, findet übrigens am 18. November ab 19.30 Uhr im Wohnzimmer der Stadtbücherei statt.

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