„UNsere NAtur“ im Kreis Unna – Neue Blühflächen auf 45 statt 10 Hektar

Anzeige

Werne. Aus ursprünglich geplanten zehn Hektar sind inzwischen mehr als 45 Hektar Biodiversitätsmaßnahmen im Kreis Unna entstanden. Dieses erste Zwischenfazit zogen die „Macher“ des Projektes „UNsere NAtur – im Kreis Unna“ bei einer Feldbegehung in Unna-Billmerich. Auf Initiative der Kreisjägerschaft Unna und der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft begutachteten Projektpartner eine der ersten Blühflächen, die durch das Projekt ins Leben gerufen wurden.

Allen voran nahmen Landrat Mario Löhr sowie Peter Zahmel, Regionaldirektor der Volksbank Unna – beide Hauptförderer des Projektes – die bisherigen Ergebnisse in Augenschein. Es summt und brummt kräftig, als sie gemeinsam mit weiteren Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz die Blühfläche von Landwirt Bernhard Albers betreten. Nach wenigen Schritten stehen die Mitstreiter in einem Blütenmeer aus einheimischen Wildpflanzen, Kräutern und Stauden, die bereits im Herbst 2025 auf der Ackerfläche ausgesät wurden.

- Advertisement -

Hier zeigt sich bereits eine Besonderheit des Projektes, erklärt Hendrik Specht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft den Teilnehmenden. „Wir säen die Blühflächen bereits im Spätsommer, sodass im nächsten Frühjahr schon Pflanzen blühen, wenn anderswo erst an die Einsaat gedacht wird. Die Wildkräuter schaffen das – man muss nur beim Landwirt für Geduld werben, da es lange so aussieht, als wäre bei der Ansaat etwas schiefgelaufen.“

„Wir merken, dass das Projekt ein Ventil für aufgestautes Naturschutzengagement ist“, zeigen sich die Beteiligten überzeugt.

Erfolgreiche Zwischenbilanz für Naturschutzprojekt

Landwirt Bernhard Albers nickt zustimmend. Geduld sei für ihn tatsächlich eine der größten Herausforderungen gewesen. Johannes Laurenz, ebenfalls Landwirt und Vorsitzender der Kreisjägerschaft Unna, sieht darin einen wichtigen Erfolgsfaktor des Projektes. Es gehe nicht nur darum, die fachlichen und technischen Aspekte gut umzusetzen, sondern auch darum, Menschen mitzunehmen und die Maßnahmen verständlich zu erklären.

„Wir merken, dass das Projekt ein Ventil für aufgestautes Naturschutzengagement ist. Eine erfolgreiche Zwischenbilanz für das Biodiversitätsprojekt zogen Dezernent Adrian Kersting, Landrat Mario Löhr, Peter Zahmel ( Regionaldirektor Volksbank Unna), Hendrik Specht (Projektleiter Stiftung Westfälische Kulturlandschaft), Johannes Laurenz (Kreisjägerschaft Unna), Birgit Backs (WLV-Kreisverband Ruhr-Lippe), Thomas Snelting und Melanie Dienst (beide Kreisjägerschaft Unna), Thomas Döring (Vorsitzender WLV-Kreisverband Ruhr-Lippe) und Landwirt Bernhard Albers aus Unna-Billmerich (von links). Foto: privat. So kommen Naturschutzmaßnahmen in kürzester Zeit in die Umsetzung. Gerade in der Landwirtschaft kommt das gut an. Naturschutz ist mehr als Bäume pflanzen und wir holen Leute ins Boot, die gar nicht wussten, dass dieses Engagement überhaupt möglich ist.“

Blühende Strukturbrücken schaffen Verbindungen für Insekten im Offenland.

Nach rund einem Jahr sind auf diese Weise über 45 Hektar Biodiversitätsmaßnahmen im Kreis Unna angeregt und umgesetzt worden. Ursprüngliches Ziel waren zehn Hektar. Die Maßnahmen schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in der heutigen Kulturlandschaft.

Lebensräume für Tiere und Pflanzen dringend gebraucht

Wie dringend solche Lebensräume benötigt werden, zeigt ein Blick auf das Rebhuhn: Sein Bestand ist in den vergangenen 30 Jahren um nahezu 90 Prozent zurückgegangen. Auch vielen Insekten- und Niederwildarten geht es nicht viel besser. Eine Trendumkehr kann nur durch flächendeckende Anstrengungen gelingen.

Landrat Mario Löhr und Peter Zahmel sind sich einig, dass dies nur durch das Engagement vieler ehrenamtlich Aktiver möglich ist. Allein behördlicher Naturschutz könne diese Aufgabe nicht leisten. Das Projekt sei deshalb ein sichtbares Beispiel für gelungenen ehrenamtlichen Naturschutz und die gute Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und Naturschutz im Kreis Unna.

Neben der Anlage von Blühflächen berät die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, auch zu weiteren Fördermaßnahmen wie Vertragsnaturschutz oder Agrarumweltprogrammen. Darüber hinaus werden weitere Biodiversitätsbausteine, beispielsweise zur ökologischen Heckenpflege, begleitet. Ergänzend wurden bislang mehrere Praxisseminare mit insgesamt mehr als 150 Teilnehmenden durchgeführt.

Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Kreis Unna sowie der Volksbank Unna. Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Kreisjägerschaft Unna tun.

Ansprechpartner: Johannes Laurenz, Kreisjägerschaft Unna e.V. laurenz@kjs-unna.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Hendrik Specht, Tel. 0251 4175187, specht@kulturlandschaft.nrw

Weitere Artikel von Werne Plus

Lokaler Vorverkauf für das THW-Blaulichtsommerfest startet

Werne. Das beliebte Blaulichtsommerfest findet am Samstag, 1. August statt. Die Helfervereinigung des THW lädt ab 20 Uhr auf das Übungsgelände am Südring ein. Mitfeiern...

Gerlinde Schürkmanns Zeit als Leiterin der Stadtbücherei endet

Werne. Die Stadtbücherei Werne ohne Gerlinde Schürkmann? Eigentlich unvorstellbar - und doch geht die beliebte Leiterin nun offiziell in den Ruhestand. Am 2. Januar...

FBS Werne: Kochkurse starten im Juli

Werne. Die beliebten Kochkurse starten demnächst in der Familienbildungsstätte Werne. Treffpunkt Küche – Vegetarisch im Sommer A2534-109Frische, saisonale Zutaten und sommerliche Rezepte: In diesem Kochkurs...

Extrem hitziger Auftakt: Getreideernte in Werne ist gestartet

Werne. Grenzertige Temperaturen von um die 40 Grad gibt es dieser Tage auch in Werne. Wer kann, verzieht sich an ein kühles Plätzchen. Anders...