LippeBaskets beenden Vorbereitung – Henke: „Fühlt sich nicht so wie ein großer Umbruch an“

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Werne. Die Lippebaskets Werne haben eine der größten Kaderumbrüche der vergangenen Jahre abgeschlossen. Eine Woche vor dem Start in die Saison 26/27 der 1. Regionalliga West bei den Elephants Grevenbroich findet am Samstag, 12. September, die Generalprobe bei den Red Devils Bramsche statt.

Trainer Christoph Henke steht gegen den starken Nord-Regionalligisten der komplette 13er Kader zur Verfügung – darunter sechs Zugänge.

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„Mit der bisherigen Vorbereitung bin ich sehr zufrieden, weil ich ein gutes Gefühl habe bei der Zusammenstellung der Mannschaft“, sagt Henke, denn: „Die Spieler harmonieren überraschend schon gut, auch charakterlich passt es. Es fühlt sich nicht so an, dass es ein so großer Umbruch gewesen ist.“ Aber, sagt Henke mit Blick auf das Sporliche: „Noch ist alles nur Vorbereitung.“

Headcoach Christoph Henke und die LippeBaskets feierten einen klaren Auswärtssieg in Lüdenscheid. Foto: MSW
LippeBaskets-Headcoach Christoph Henke. Foto: MSW

Die Neuen bringen interessante Biografien mit. So Brian Anek Eka. Mit der Verpflichtung des Centers schloss Henke die letzte verbliebene Kaderlücke. Der 31-Jährige spielte zuletzt für Zwickau in der 2. Regionalliga. Inzwischen wohnt er, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, in Werne. Eka studierte in Aachen und Chemnitz und macht „gerade auch noch den Master fertig“. Dies im Bereich Sportingenieurwesen, „was alle sportspezifischen Geräte Richtung Medizintechnik betrifft, aber auch Sportschuhe oder Textilien“. Tätig ist Eka bereits als Produktexperte für die Marke Asics, gleichzeitig auch als Vorzeigemodel für McFit. „Alles in meinem Leben hat den Fokus Sport“, sagt der Neue, der mit dem Basketball erst als 16-Jähriger in Herzogenrath begonnen hatte und „wie fast jeder in Deutschland“ anfangs Fußball spielte.

Eka liebt und spielt auch 3×3-Basketball, wurde mit Aachen und Leipzig Meister in der 2. Regionalliga, heuerte nach einer Verletzungspause in Zwickau an. Nun zieht es ihn wieder näher zur Heimat und den Freunden. In Werne sieht er die richtige Basis dafür gegeben, doch noch den Schritt in die 1. Regionalliga zu gehen. „Ich habe bei Insta nach Probetrainings geschaut, hier hat es dann gepasst. Der Coach hat sich sehr um mich bemüht, das habe ich sehr geschätzt“, sagt Eka. „Ich will jetzt Vollgas geben und in der Liga beweisen, dass ich eigentlich schon lange da reingehöre. Ich denke, dass ich da einer der Rebound-stärksten Spieler werden kann.“  Seinen Trainer hat er überzeugt: „Er hat bei den Tryouts durchaus Eindruck hinterlassen“, sagt Henke.

Für Ekas neuen Teamkollegen Mohammed Ali Sahin war neben der sportlichen Perspektive der kurze Weg nach Werne ein entscheidender Faktor: „Ich mache Ende Januar meine Ausbildung fertig und kann deshalb die Fahrten nach Wulfen nicht mehr so machen.“ Der 23-Jährige, zuletzt für den Ligakonkurrenten BSV am Ball, kommt aus der Dortmunder Nordstadt, hat nun eine kurze Anreise über die B54 und ist für seinen Trainer „der perfekte Gegenentwurf zu den braven Jungs aus Münster“. Das, sagt Sahin, könne man durchaus so stehen lassen, wenn es um das Sportliche geht: „Ich mag es gerne, physisch zu spielen, und wenn da eine hohe Intensität im Spiel ist.“ Ansonsten aber ist er ein ruhiger, höflicher Mensch und angehender Kaufmann für Digitalisierungsmanagement. „Bürojob“, sagt er.

„Ich will nicht zu hoch greifen, aber wir haben einen sehr guten Kader“, meint Sahin, „unser erstes Ziel ist es, die Klasse zu erhalten, aber wir haben Möglichkeiten, höher zu spielen.“ Die Liga sei ausgeglichener und in der Breite besser geworden: „Es gibt viele Umbrüche in diesem Jahr, und mit (RheinStars) Köln, Gerthe und Recklinghausen sind Mannschaften dazugekommen, bei denen man aufpassen muss. Es gibt jetzt kein Überflieger mehr, aber es gibt auch kein Team mehr, wo du sagst, das ist Fallobst.“

Ein weiterer Aspekt für einen Wechsel nach Werne sei nicht zuletzt die Stimmung in der Ballspielhalle gewesen: „Klar war das auch ein Thema. Die Atmosphäre in Wulfen ist ja auch sehr gut, und als wir in Werne gespielt haben, habe ich gemerkt: Die Werner haben es auch echt drauf. Das sind Dinge, die einen motivieren und anspornen.“

Heimatnähe ist hingegen genau das, was der neue Point Guard Sean Ealy auf seiner ersten Europa-Station nicht sucht. Dank einer Sonderregelung ist er neben 2,03-Center Nate Ogbu aus Atlanta der zweite US-Amerikaner im Werner Team. Sein Trainer dämpfte bei ihm früh zu große Erwartungen. Christoph Henke: „Ich habe ihm lange vorher klar gemacht: du kommst nicht in eine Metropole, hier kommst du in eine Kleinstadt.“

Das störte den 24-Jährigen aus Cincinnati nicht. Im Gegenteil. Werne, knapp 6.850 Kilometer Luftlinie von daheim entfernt, kannte er vor seiner Verpflichtung natürlich nicht, aber: „Mein Agent hat mir erzählt, dass Basketball die Sportart Nummer eins in der Stadt ist und eine spezielle Verbindung mit den Fans besteht“, sagt Ealy, und: „Es hörte sich wie eine gute Option für mich an, zumal ich die kleine familiäre Atmosphäre sehr schätze.“

Inzwischen hat Ealy gemeinsam mit Ogbu, der bereits Deutschland-Erfahrung bei der BBA Hagen gesammelt hatte, eine Wohnung in der Steinstraße bezogen. „Man wird die Jungs häufiger in der Stadt sehen“, ist Henke sich sicher. Außerdem werden sie als Coaches in der Lippebaskets-Jugend oder in Arbeitsgemeinschaften an Schulen und in Kindergärten tätig sein. Auf Ealys Stundenplan stand bis zur sechsten Klasse übrigens Deutsch – er besuchte in Cincinnati eine bilinguale Schule.

„Wir können für viele Überraschungen sorgen“, glaubt Ealy. Er möchte „Samstag für Samstag Top-Leistungen abliefern“ und „jedes Spiel gewinnen“.

Jonah Bredt und die LippeBaskets Werne setzten sich deutlich gegen Herford durch. Fotos: Wagner
Jonah Bredt hat die LippeBaskets Werne verlassen. Archivfoto: Wagner

Das hört sein Trainer vor dem Einstieg in die zweite Saison nach dem Wiederaufstieg gerne. „Im ersten Jahr habe ich es als Chance für die Meisterspieler gesehen, sich zu präsentieren, das war mir wichtig. Aber jetzt sind viele verdiente Spieler nicht mehr dabei“, sagt Henke und nennt stellvertretend für ein halbes Dutzend Jonah Bredt, der sich Ligakonkurrent Haspe angeschlossen hat, oder Dominik Böcker, der Vater geworden ist und kürzer tritt. Ansonsten „ist auch von unseren Zugängen aus der vergangenen Saison keiner mehr da“, sagt Henke. „Sie haben sich weiterentwickelt und die Chance genutzt, sich ambitionierteren Vereinen anzuschließen.“

Diese Gefahr bestehe „grundsätzlich immer, je höher du kommst“, sagt Henke, hofft aber, „dieses Mal eine ausgewogenere Mischung an Studenten“ im Team zu haben, von denen er glaubt, dass sie länger als eine Saison bleiben werden. Kontinuität erhofft er sich auch dank der Durchlässigkeit zur zweiten Mannschaft. So werden mit Nilo Tautz, Marco Gluck und Max Sonntag drei ambitionierte Jungs aus der eigenen Jugend weitere Erfahrungen sammeln. Henke hatte ihnen bereits in der vergangenen Saison ermöglicht, sich an die raue Regionalliga-Luft zu gewöhnen.

Die Neuen: Sean Ealy (Cincinnati/Ohio), Nate Ogbu (Atlanta), Mohammed Ali Sahin (BSV Wulfen), Florian Heusingfeld (UBC Münster III), Fynn Lucas (UBC Münster II), Brian Anek Eka (BC Zwickau)

Der Kader: Lucas Wiedey, Sean Ealy, Fynn Lucas (alle Aufbau), Nilo Tautz, Felix Blome (Shooting Guards), Janne Bromisch, Nils Brinkmann, Max Sonntag (Small Forwards), Mohammed Ali Sahin, Marco Gluch (Power Forwards), Florian Heusingfeld, Brian Anek Eka, Nate Ogbu (Center)

Heimtermine Hinrunde 26/27: Samstag, 26.9., Bayer Leverkusen II (19.30 Uhr) – Freitag, 9.10., BBG Herford (20 Uhr) – Samstag, 17.10., Deutzer TV Basketball Köln (19.30 Uhr) – Samstag, 31.10. HammStars (19.30 Uhr) – Sonntag, 8.11., SV Haspe 70 (18 Uhr) – Samstag, 28.11., TV Gerthe (19.30 Uhr, alle Spiele  Ballspielhalle)

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