Klima-Check für Neubaugebiet Bellingholz-Süd in Werne

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Werne. Klima-Analyse für das geplante neue Baugebiet Bellingholz-Süd: Nördlich der Lünener Straße soll bekanntlich ein Siedlungsgebiet mit cirka 165 Wohneinheiten entstehen.

Wie Dezernent Ralf Bülte auf Nachfrage im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung zur Zeitplanung am Dienstag, 29. November 2022, einschätzte, stehe der Baubeginn wohl Anfang 2024 an. Zuvor gehe es im 1. Quartal 2023 mit den nächsten Schritten des Bebauungsplanverfahrens weiter.

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Zum ersten Mal wurde für ein Neubaugebiet auch eine Analyse der klimatischen Auswirkungen in die Planungen mit einbezogen. Dr. Monika Steinrücke vom Büro K-Plan hatte bereits vor einem Jahr eine aussagekräftige Klimaanalyse für das gesamte Werner Stadtgebiet erstellt und nahm sich nun das Teilgebiet am südlichen Stadtrand vor. Dazu untersuchte sie zunächst den Ist-Zustand der Fläche und deren Funktion für die angrenzende Bebauung beziehungsweise daran anschließende Straßenzüge. „Ich freue mich, dass das Klima in ein Bauvorhaben integriert wird“, betonte sie.

So wurde bewertet, wie sich das städtebauliche Konzept des Neubaugebietes auf den Ist-Zustand auswirken wird. In der Bewertung spielten Aspekte wie die zukünftige Belüftung oder mögliche Hitze-Inseln eine Rolle. Eine detaillierte Kaltluftsimulation im Umfeld von Bellingholz-Süd sowie eine  kleinräumige für das Quartier geben nun Aufschluss. Die Erkenntnisse mündeten in Vorschläge der Expertin, wie man den Bebauungsplan in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung fit machen könne.

Laut Simulation findet demnach die Kaltluft aus Süd-West nachts ihren Weg in die Bebauung und kühle die Mitte. Dort ende der Kühleffekt, so Dr. Steinrücke. Nach dem Neubau würde die Luftströmung durch die Gebäude kanalisiert, Kaltluft reiche dann nicht mehr ganz so weit in die Bebauung hinein. Es werde etwa ein Straßenzug weniger erreicht, für weitere Bereiche ergäben sich aber kaum Unterschiede. Dank der offenen Struktur des Konzepts gelange viel Luft in das Quartier und die Windgeschwindigkeit nehme nur minimal ab, lautete die positive Beurteilung durch die Expertin.

Klimaanpassungen auf Quartiersebene ließen sich etwa durch innerstädtische Parkanlagen, Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen, Schaffung von kleineren offenen Wasserflächen und die Verschattung von Plätzen erzielen. Auf Gebäudeebene könne man beim Neubau mit der Ausrichtung und Hauswand-Verschattung Einfluss nehmen, ebenso wie mit Wärmedämmung und geeigneten Baumaterialien.

Dem Aufheizen von Baukörpern könne man mit Dach- und Fassadenbegrünungen und beispielsweise einer hellen Straßenpflasterung begegnen, um in längeren Hitzephasen Temperatur senkende Effekte zu erzielen, hieß es. Bei einer 48-Stunden-Hitzewelle sorgen demnach begrünte Fassaden und Dächer für ansteigende Kühlungseffekte. Nach drei Tagen erreiche man so eine um 7 Grad Celsius geringere Temperatur.

Bei Verkehrswegen könne man durch den Verzicht auf dunklen Asphalt gegensteuern, in dem man helles Pflaster verwende, riet Dr. Steinrücke.

Im Ausschuss stießen die Erkenntnisse auf positive Resonanz und großes Interesse.

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