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Werne. Drängend und kraftvoll, dann wieder so ätherisch, wie sie selbst in ihrem weißen Kleid wirkte: Mit der südkoreanischen Pianistin A Jin Sohn boten die Musikfreunde Werne am Donnerstag (19. Januar 2023) im ausverkauften Foyer der Marga-Spiegel-Schule ein Kammerkonzert auf Weltklasseniveau.

Auf dem Programm standen drei herausfordernde Werke: die Kreisleriana Op 16 von Robert Schumann, Beethovens Klaviersonate Nr. 26 in Es-Dur op. 81a, „Les Adieux“ genannt, sowie die Ballade  Nr. 2 F-Dur op. 38 und die Barcarolle Fis-Dur op. 60 von Frédéric Chopin.

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A Jin Sohn gab sich ihrer Musik voll und ganz hin. Sie spürte ihr nach, den Kopf mit konzentrierter Miene tief über die Tasten gebeugt. Sie wiegte sich mit den Klängen, die sie sanft ineinanderfließen ließ. Sie deutete ein feines Lächeln an, als sie mit fein abgesetzten Tönen humorvoll wirkende Pikanterien durchblitzen ließ.

Auf diese Weise ließ A Jin Sohn die Stimmungswechsel, die gerade in Schumanns Kreisleriana  hart aufeinanderprallen, überzeugend klingen. Eben wie echt empfundene Emotionen. Da gab es ungestüme Passagen, die aufrüttelten, dann wieder ein Thema, das sich wie ein Wildwasserbach über die Zuhörenden ergoss. Ein Abbruch, eine lange Pause – und ein suchendes Motiv wagte sich hervor. Der innigen Intonation folgte ein Aufbegehren mit heftigen Anschlägen, abgelöst von Klagen in sonoren Bassnoten. Diese lösten sich in einem Piano auf, das in einem Nichts zu verschwinden drohte – doch bevor es soweit war, kristallisierte A Jin Sohn eine sangliche Melodie heraus.

Einmal mehr war das Kammerkonzert der Gesellschaft der Musikfreunde Werne im Foyer der Marga-Spiegel-Schule sehr gut besucht. - Foto: Schwarze
Einmal mehr war das Kammerkonzert der Gesellschaft der Musikfreunde Werne im Foyer der Marga-Spiegel-Schule sehr gut besucht. Foto: Schwarze

„Die Kreisleriana ist wie ein Hechtsprung aus dem Stand in die höchste Virtuosität und Ausdrucksstärke – eine Beschwörung der Blauen Blume der Romantik“: So hatte Professor Arnulf von Arnim, Lehrer der jungen Pianistin, in seiner Einführung vor dem Konzert dieses Werk von Schumann charakterisiert.

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