Donnerstag, März 12, 2026

40 Jahre in Werne: Die Grünen feiern sich, aber auch viele andere

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Werne. 40 Jahre nach der Gründungsstunde im November 1983 haben Bündnis 90/Die Grünen Werne den Anlass am Samstag, 18. November 2023, mit vielen Gästen im Hotel am Kloster gefeiert. Grünen-Sprecherin Rita Benning-Schüttpelz erinnerte in einem kleinen Rückblick an die beherrschenden Themen und das Lebensgefühl Anfang der 80er Jahre:

„1983, das war die Zeit der Demonstrationen für Frieden und Abrüstung, der Hitler-Tagebücher, der Vergabe des Friedensnobelpreises an Lech Walesa, der lila Latzhosen, Bärte und selbstgestrickten Pullover.“ Damals hätten die Striepens-Brüder Benedikt, Ansgar und Joachim zusammen mit einigen Mitschülern beschlossen, in Werne die Grünen-Partei zu gründen. „Und heute sind wir immer noch da“, so Benning-Schüttpelz stolz.

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Für die Stadt Werne gratulierte Bürgermeister Lothar Christ. „Die Hälfte eurer Zeit habe ich euch begleitet“, blickte er auf rund 20 Jahre Zusammenarbeit mit Ortsverband und Fraktion in Rat und Verwaltung zurück. Im beschaulichen Werne, so der Bürgermeister, habe es heftige Auseinandersetzungen gegeben, nachdem die Grünen ein Jahr nach der Gründung mit 9,2 Prozent der Stimmen als dritte Fraktion in den Stadtrat eingezogen war.

Einzug der „dubiosen Gruppe“ in den Stadtrat

„Dubiose Gruppe“ oder „Partei des Chaos´“, hätte es geheißen. Seither seien die Grünen kontinuierlich im Rat vertreten und hätten bei der Kommunalwahl 2020 mit 20,5 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis eingefahren, zollte er Respekt. Benedikt Striepens sei mit damals 23 Jahren Fraktionssprecher geworden und über das Amt nunmehr seit 36 Jahren aus. „Wernes Grüner“, schmunzelte der Bürgermeister mit einer Flasche des gleichnamigen Gerstensafts in der Hand, sei ein Teamplayer und Kollege.

Michael Sacher, Mitglied des Bundestags (MdB) für die Grünen, war zu Gast.

Michael Sacher aus Unna, seit einem Jahr Mitglied des Bundestages für Bündnis 90/ Die Grünen, lobte seinerseits die schöne Stadt und den Zustand der Grünen in Werne. Im Bund und Land sei man in verschiedenen Koalitionen. Man wollte Verantwortung übernehmen und stehe zu den eigenen Überzeugungen. Gleichwohl müsse man Kompromisse schließen und schauen, was für die Gesellschaft gut sei.

Alexandra Schoo, Mitglied des NRW-Landesvorstands, lenkte den Blick auf die ehrenamtlich politische Arbeit vor Ort. Das sei die Basis der Politik. Anders als in anderen Parteien hätten die Grünen mit der Frauenquote viele interessante Frauen in die Politik gebracht. Generell brauche man Strukturen, um Menschen zu motivieren, sich politisch zu engagieren. Denn die Kommunalpolitik betreffe die Menschen direkt, hieß es sinngemäß.

Benedikt Striepens, Fraktionssprecher und langjähriger stellvertretender Bürgermeister, wandte sich an die Gäste, darunter viele Kollegen/innen aus dem Rat. Er bestätigte: „Da war Schluss mit lustig“, erinnerte er an die aufregenden Zeiten nach der Kommunalwahl ´84. Der Vorschlag, kleinere Mülltonnen einzuführen, sei etwa als „Milchrechnung“ betitelt oder ihm vom damaligen Bürgermeister Willi Lülf kurzerhand das Mikrofon abgeschaltet worden.

Wachsamkeit, Mut und konstruktive Ideen

„Sozial, kulturell und ökologisch“, umriss er das Politikverständnis der Grünen und wünschte Wachsamkeit, Mut und konstruktive Ideen für die Zukunft.

Beim „Speed-Dating“ lernten die Gäste viele ehrenamlich aktive Vereine kennen und kamen mit diesen ins Gespräch. Foto: Rainer Hotz

Nach einem Lunch lud die Partei alle Gäste zum Austausch mit wichtigen Vereinen und Institutionen ins „World Café“ ein. Beim Prinzip eines „Speed-Datings“ hatten die Gäste mehrmals ein paar Minuten Zeit, sich über das breitgefächerte ehrenamtliche Engagement in Werne zu informieren.

Mit dabei: Freunde des historischen Stadtkerns Werne e.V., Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge Werne e.V., BIN (Bürgerinitiative Industriegebiet, Nordlippestraße e.V.), Arbeitskreis Eine Welt e.V. Werne, Grüne Jugend Lünen-Selm-Werne, Werner Bündnis gegen Rechts, Hockey United Werne e.V., Clemens Overmann (“Arbeitskreis Grubenwasser – keine Bergbaugifte in die Natur”), Natürlich!Werne (Die Klima-Initiative) Bürger-Energiegenossenschaft Bergkamen-Lünen-Werne, Initiative Radverkehr in Werne, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Werne), „Alle gemeinsam – keiner einsam e.V.“

Aylin Rutayijana (rechts), Niko und André Wagner stellten Rita Benning-Schüttpelz die Integrationsarbeit im Verein Hockey United Werne e.V. vor. Foto: Rainer Hotz

Statt freundlich gemeinten Geschenken baten die Grünen im Vorfeld um eine Spende für die Kinderhospizarbeit und den Integrationsverein Hockey United Werne.

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