Thorsten Schröer: „GSC war die beste Schule, die ich haben konnte“

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Werne. Thorsten Schröer (51) verlässt das Gymnasium St. Christophorus (GSC). Der Schritt in die Schulaufsicht (Qualitätsanalyse) des Bistum Münster und der Bezirksregierung erscheint „auf den ersten Blick dröge“, so der Schulleiter selbst im WERNEplus-Interview, doch die Entscheidung sei wohl durchgedacht, ihm gleichzeitig aber nicht leicht gefallen.

Wie waren die Reaktionen in der Schulgemeinde, als Ihre Entscheidung, das Gymnasium St. Christophorus zu verlassen, bekannt wurde?

Kinder sind auf mich zugekommen und haben gesagt, dass ich nicht gehen dürfe. Andere konnten die Nachricht nicht glauben. Meine Identifikation mit der Schulgemeinde ist ja auch riesig. In der Elternrunde habe ich immer transparent und auf Augenhöhe kommuniziert, so dass sich eine gegenseitige Dankbarkeit entwickelt hat, die schon etwas Besonderes darstellt.

War es manchmal nicht nur Segen, sondern auch Fluch, Schulleiter in seiner Wahlheimat zu sein?

Auch wenn ich nicht immer populäre Entscheidungen getroffen habe, musste ich kaum unangenehme Situationen beim Einkaufen oder beim Sport erleben. In meiner Rolle als Schulleiter wurde ich nie doof angequatscht.

Die Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler, die ihr Abitur erreicht haben, wird Thorsten Schröer im Juni zum letzten Mal vornehmen. Als er 2016 seinen Dienst am Gymnasium St. Christophorus antrat, waren diese Mädchen und Jungen gerade in der fünften Klasse. Archivfoto: Volkmer

Wie schwer ist Ihnen der Schritt gefallen?

Es war ein langer Prozess. Das GSC war die beste Schule, die ich haben konnte. Es gibt keine internen Gründe, warum ich weg wollte. Regelmäßig etwas Neues auszuprobieren, das macht mich aus. Das ist vielleicht untypisch für den Lehrerberuf. Viele haben mich gefragt, ob ich mit meiner Dynamik für diesen Verwaltungsjob überhaupt geeignet sei. Ich empfinde die neue Aufgabe aber als mega spannend. Dabei kann ich auch meine Kommunikationsstärke einbringen. Netzwerke auszubilden und Schulentwicklung zu begleiten – das hat mich gereizt. Ich zeichne nicht nur für die Schulen des Bistums verantwortlich, sondern bin auch noch im Team der Qualitätsanalyse der Bezirksregierung vertreten.

Viele Sanierungs- und Bauarbeiten am Gymnasium fielen in die Schulleiterzeit von Thorsten Schröer. Archivfoto: Wagner

Wird es eine Einarbeitung in Ihrem neuen Job geben?

Ich absolviere eine sechsmonatige Fortbildung als Qualitätsprüfer – also bis Ende Januar 2025. Tatsächlich besteht in diesem Zeitraum noch die Möglichkeit, einen Rückzieher zu machen und am GSC zu bleiben. Aber das schließe ich aus, weil die Entscheidung wohlüberlegt ist. Ich glaube auch, dass dies nicht mein letzter beruflicher Schritt gewesen ist. Ich brauche oft neue Impulse, neue Herausforderungen. Vielleicht übernehme ich auch irgendwann wieder eine Schulleitung … wer weiß.

Was waren nach Ihrem Amtsantritt vor acht Jahren die größten Herausforderungen am bischöflichen Gymnasium?

Ich musste zu Beginn fast die Hälfte des Kollegiums in den Ruhestand verabschieden und ein neues aufbauen. Das Naturwissenschaftliche Zentrum ist fast fertig, die Sanierung der Turnhalle ist nun auf dem Weg gebracht, geplant ist noch ein „grünes Klassenzimmer“. Und die Idee der Schülerfirmen habe ich mit an die Schule gebracht.

In der ganzen Zeit ist unfassbar viel passiert. Der Jahrgang, der nun geht, war in den fünften Klassen, als ich kam. Es war eine coole Zeit. Ich gehe mit einem guten Gefühl, weil die Schule gut aufgestellt ist.

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