Filmvorführung im Museum: Die NS-Zeit in Amateurfilmen

Anzeige

Werne. Das Stadtmuseum will ein lebendiger Ort für Stadtkultur und Stadtgeschichte sein. Geschichte ist nicht einfach nur Vergangenheit, sie wird erzählt. Wie funktioniert diese Erzählung? Und welche Quellen und Medien kommen dabei zum Einsatz? Mit diesen Themen befasst sich jeden Monat eine neue Veranstaltung in der Reihe „Geschichte erzählen“.

Am Donnerstag, 10. Oktober, ab 18.30 Uhr werden statt eines Vortrags die Filmbilder sprechen. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Unterm Hakenkreuz. Westfalen 1933-1945 im Amateurfilm“. In Anschluss findet eine Diskussion mit Sebastian Kuhlmann statt, der den Film im LWL-Medienzentrum wissenschaftlich begleitet und umgesetzt hat.

Zum Film:

Zwei Jahre lang haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWL-Medienzentrums intensiv in ihrem Filmarchiv recherchiert. Mehr als 200 private Filmdokumente wurden gesichtet, die Filmamateure aus ganz Westfalen-Lippe während der NS-Zeit gedreht hatten. Entstanden ist eine Filmdokumentation, die unmittelbare und bewegende Einblicke in die Alltagsgeschichte der NS-Zeit in Westfalen-Lippe eröffnet.

Rund 60 Filme sind in die rund 70-minütige Filmdokumentation „Unterm Hakenkreuz“ eingeflossen. „Bei der Recherche zeigten sich natürlich auch Leerstellen“, so Sebastian Kuhlmann, der als Wissenschaftlicher Volontär die Dokumentation inhaltlich umgesetzt hat. „Denn die private Filmkamera durfte nicht überall dabei sein und so wurden insbesondere die unzähligen Verbrechen des Regimes von Amateurfilmern fast nie festgehalten.“

Doch zu vielen anderen Fragestellungen können Amateurfilme Auskunft geben: Wie drang die NS-Diktatur so schnell bis ins letzte westfälische Dorf vor und warum konnten die Nationalsozialisten so ungefährdet zwölf Jahre regieren? Wie veränderten sich der Alltag und die Feiertage in der westfälischen Provinz? Wie wuchsen Kinder und Jugendliche in der Hitler-Diktatur auf? Und welche Auswirkungen hatte der Zweite Weltkrieg auf das Leben der Menschen im Sieger- und im Sauerland, im Ruhrgebiet, in Ostwestfalen und im Münsterland?

Wie bei allen Veranstaltungen der Reihe „Geschichte erzählen“ soll es dabei nicht nur um den Film selbst gehen, sondern auch um einen anschließenden Austausch. Deshalb wird Sebastian Kuhlmann vom LWL-Medienzentrum die Filmvorführung begleiten. Nach dem Film soll es wie immer im Anschluss noch Gelegenheit geben, sich über das Erfahrene im lockeren Gespräch auszutauschen.

Zur Veranstaltungsreihe: Wie entstehen Stadtkultur und unser städtisches Selbstbild, unsere „Identität“ als Ort? Von wem wird unsere Stadtgeschichte erzählt? Mit diesen Fragen soll sich jeden Monat ein neuer Vortrag beschäftigen. Die Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit der VHS Werne und dem Förderverein Stadtmuseum statt. Alle Termine sind im Online-Veranstaltungskalender der Stadt Werne und auf der Webpräsenz der VHS Werne einsehbar.

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen nimmt das Stadtmuseum sowie die VHS Werne entgegen. Aber auch spontane Besucherinnen und Besucher sind willkommen.

Weitere Artikel von Werne Plus

Aus „La Strada“ wird „I Fratelli“: Familie Macculi verabschiedet sich

Werne. Nach mehr als drei Jahrzehnten endet eine Ära in Werne: Familie Macculi übergibt ihr italienisches Restaurant „La Strada“ an der Bonenstraße in neue...

Kinder- und Jugenchor gestaltet Evensong in St. Sophia

Werne. Am Sonntag (15.11.2026) findet ab 17 Uhr ein Evensong „Kinder des Lichts“ in der Kirche St. Sophia in Stockum statt. Der Evensong ist ein Abendgebet...

RWE mit Milliarden-Invest: Drei wasserstofffähige Kraftwerke in NRW – Werne ist dabei

Essen/ Werne. In der Ausschreibung für Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) hat RWE heute von der Bundesnetzagentur (BNetzA) Zuschläge für drei Kraftwerksprojekte...

Stadt Werne lädt zum Pogromgedenken am 9. November ein

Werne. Zum Gedenken an die Geschehnisse der Pogromnacht von 1938 lädt die Stadt Werne auch in diesem Jahr ein. "Wir erinnern an die Verbrechen gegen...