Werne. Nach mehr als drei Jahrzehnten endet eine Ära in Werne: Familie Macculi übergibt ihr italienisches Restaurant „La Strada“ an der Bonenstraße in neue Hände.
Ein Lächeln, ein Winken und ein Abschied, der nicht ganz leichtfällt: Nach 34 Jahren verabschiedet sich die Familie Macculi von ihrem Restaurant „La Strada“ an der Bonenstraße. Für Michele, Lorella und ihren Sohn Toni endet damit ein Lebensabschnitt, der über Jahrzehnte von harter Arbeit, Leidenschaft und unzähligen Begegnungen mit Gästen geprägt war. Doch auch wenn der Abschied emotional ist, gibt es für die Stammgäste eine gute Nachricht: Das Restaurant bleibt bestehen.
Mit Ali Budak aus Lünen übernimmt ein neuer Betreiber das traditionsreiche Lokal. Künftig wird es den Namen „I Fratelli“ (deutsch: Die Brüder) tragen. Das bewährte gastronomische Konzept soll jedoch erhalten bleiben. Budak bringt Erfahrungen aus den Restaurants seiner Brüder mit und wird bereits in die Abläufe des Betriebs eingearbeitet.
Neuer Name, vertrautes Konzept
Lange war unklar, wie es mit dem „La Strada“ weitergehen würde. Bereits im Mai hatte die Familie Macculi öffentlich nach einem geeigneten Nachfolger gesucht. Dabei machte Betriebsleiter Toni Macculi deutlich, dass eine endgültige Schließung nicht geplant sei. Vielmehr wollte die Familie ihren Betrieb in verantwortungsvolle Hände übergeben.
Nun ist diese Lösung gefunden. Am 15. November wird das „La Strada“ zum letzten Mal unter der Leitung der Familie Macculi öffnen. Der neue Betreiber Ali Budak würde gerne bereits am 17. November mit „I Fratelli“ an den Start gehen. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, hängt allerdings davon ab, ob alle technischen und organisatorischen Vorbereitungen sowie die notwendigen Druckarbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden.
Für die Gäste soll sich trotz des Betreiberwechsels möglichst wenig ändern. Die italienische Küche und das vertraute Konzept sollen auch künftig das Restaurant prägen.
Mehr als ein Restaurant
Für die Familie Macculi ist das „La Strada“ weit mehr als ein Arbeitsplatz. Michele (67) und Lorella (67) haben das Restaurant 34 Jahre lang geführt. Sohn Toni (44) ist seit mehr als 24 Jahren offiziell im Familienbetrieb tätig, half aber schon als Kind mit.
Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Lokal zu einem festen Bestandteil der Werner Gastronomieszene. Hier wurden Geburtstage gefeiert, Familienfeste veranstaltet, Freundschaften geschlossen und viele gemeinsame Abende verbracht.
Aus Gästen wurden Stammgäste, aus Stammgästen nicht selten Freunde. Genau diese persönlichen Beziehungen werden der Familie besonders fehlen. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und das machen wir jetzt.“
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
Für Michele und Lorella führt der Weg nach der Übergabe zunächst nach Italien. Dort möchten sie mehr Zeit mit ihren Angehörigen verbringen und sich insbesondere um Lorellas 84-jährige Mutter kümmern.
Nach Jahrzehnten voller Verpflichtungen freut sich Lorella darauf, den Alltag künftig etwas ruhiger gestalten zu können. „Ich freue mich auf keine Verpflichtungen, keinen Terminstress, keine Verantwortung“, erzählt sie.
Auch Toni Macculi plant einen beruflichen Neuanfang. Zwei Jobangebote liegen ihm bereits vor. Fest steht für ihn, dass sein nächster Schritt zunächst außerhalb der Gastronomie stattfinden soll. Welche Aufgabe er übernehmen wird, möchte er in Ruhe entscheiden. „Ich plane gerne langfristig, deshalb lasse ich mir auch hier die Zeit, die ich brauche“, erklärt er.
Ein letztes „Ciao“ an die Gäste
Bis einschließlich 15. November bleibt das „La Strada“ zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch vorhandene Gutscheine können bis dahin noch eingelöst werden.
Die verbleibenden Tage möchte die Familie nutzen, um sich persönlich von möglichst vielen Gästen zu verabschieden, gemeinsam Erinnerungen auszutauschen und auf die vergangenen Jahrzehnte anzustoßen. Ihr besonderer Dank gilt allen Gästen, die das „La Strada“ über so viele Jahre begleitet haben, und den Mitarbeitern, die einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Familienbetriebs geleistet haben.
Auch wenn der Abschied schwerfällt, blickt die Familie dankbar auf die gemeinsame Zeit zurück. Und während für die Macculis ein neues Kapitel beginnt, soll an der Bonenstraße die italienische Gastfreundschaft weiterleben. „Wir sagen Danke für die schöne Zeit und die vielen Begegnungen. Ciao!“
















