„Hallo, ich bin Corona!“

Anzeige

Herbern. Corona Geißler aus Herbern ist 37 Jahre alt und Mutter von Romy (9), Ronya (3) und Riya (8 Monate). Seit nunmehr einem Jahr wird ihr Vorname mit Blick auf das Corona-Virus veräppelt, verspottet und gehasst. Doch trotz allem mag sie ihren Namen und will diesen auch beibehalten.

„Das letzte Jahr war verrückt. Was ich alles erlebt habe, ich kann es gar nicht alles aufzählen“, sagt die Herbernerin. Am Anfang der Pandemie fand sie die Corona-Sprüche und Bilder über WhatsApp erst noch ganz witzig. Als immer mehr Hass-Sprüche mit ihrem Vornamen in Verbindung gebracht wurden, hörte für die 37-Jährige der Spaß auf. „Da liest man F… Corona oder ich hasse Corona. Das war und ist immer noch echt krass“, erzählt Geißler. Ihren Namen liebt sie, ihr Vater Clemens hat diesen damals für sie ausgesucht. Corona kommt aus dem lateinischen und heißt „Die Krone“.

- Advertisement -

Während des ersten Lockdowns im März 2020 standen bei Corona Geißler einige wichtige Termine an. Ihre Tochter Riya wurde im Mai geboren. Als die Hochschwangere für die Geburtsbesprechung im Krankenhaus angerufen hat, wurde mehrfach aufgelegt, als sie ihren Namen sagte. „Wie soll ich mich denn sonst melden. Ich heiße nun mal Corona.“ Irgendwann kam die werdende Mutter dann doch mal telefonisch zu Wort. Die Geburt verlief ohne Komplikationen, die Ärzte und Schwestern hatten ihre Freude, dass Corona in Corona-Zeiten bei ihnen entbunden hat.

Vor gut sechs Wochen musste Töchterchen Ronya in Quarantäne. Ihre Erzieherin war mit Covid-19 infiziert und vorsorglich galt für die Dreijährige das Motto „Stay at home“. Als der Herr vom Gesundheitsamt angerufen hat, war es dann wieder soweit. „Er hat herzlich über meinen Namen gelacht. Das Schlimme war, je mehr er versucht hat aufzuhören, je mehr musste er lachen.“

Bisher blieben Corona und ihre Familie frei vom gleichnamigen Virus. Die 37-Jährige hofft, dass das auch so bleibt. „Im Sommerurlaub in Griechenland wusste jeder, wer ich bin, nämlich Corona aus Germany.“ Ob Freunde oder ihre Familie: Hier wird sie geliebt und auch mal verteidigt, wenn irgendjemand mal wieder über das Virus schimpft. Uns eins ist für Corona Geißler sicher und daran kann das Virus auch nichts dran ändern. „Ich liebe meinen Namen und das werde ich auch in Zukunft tun.“

Weitere Artikel von Werne Plus

Vanille, Erdbeer, Schokolade – Giuseppe erfüllt Eiswünsche in Werne

Werne. Immer wenn die Temperaturen steigen und sich der Sommer zeigt, macht der grüne Eiswagen von Giuseppe Strafella Station in Stockum und Werne –...

Café Chaos: Rechtsterrorismus – Einführung in Geschichte und Aktualität

Werne. Am Freitag, 26. Juni, beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe des Café Chaos' im Jugendzentrum JuWeL mit dem Phänomen des rechten Terrors in Deutschland. Trauriger...

Abzeichen für mehr Sicherheit im Wasser: Heute noch einmal im Solebad

Werne. Die Zahl der Grundschulkinder in Deutschland, die nicht schwimmen können, steigt seit Jahren kontinuierlich. Im Hinblick auf die bevorstehenden Sommerferien und mögliche Reisen...

Pflege- und Wohnberatung in Werne: Kostenfrei und neutral

Kreis Unna/Werne. Mit Eintritt eines Pflegefalles stehen Betroffene und Angehörige vor vielen Fragen. Hilfe gibt es vor Ort in den Sprechstunden der Pflege- und...