Kommunale Wärmeplanung: In Werne kann es los gehen

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Werne. Der Zeitrahmen für die Umsetzung der kommunale Wärmeplanung ist gesteckt: In den ersten beiden Quartalen 2026 bis hinein ins dritte, sollen die Bestands- und Potenzialanalysen erstellt werden und in den Quartalen drei und vier bis hinein ins erste Quartal 2027 Zielszenario, Wärmeversorgungsgebiete und -arten sowie die Umsetzungsstrategie folgen.

Im ersten Quartal 2027 steht dann die Veröffentlichung des kommunale Wärmeplans sowie der Transformationspläne an. Das berichtete Wernes Klimaschutzmanagerin Louisa Rose jetzt im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (8. Januar 2026).

Für das Großprojekt, dem vom Stadtrat bereits im September 2023 das Merkmal „Priorität“ angeheftet wurde, und welches die Landesregierung NRW Ende 2024 gesetzulich verankert hatte, zieht die Verwaltung die Unterstützung eines externen Dienstleisters heran. „Die Ausschreibung läuft noch bis zum 16. Januar, danach wird ausgewählt“, informierte Rose über das Verfahren, für das dieBewerber neben ihren Referenzen auch ein Konzept vorlegen sollen.

Nachdem ein Förderantrag der Stadt Werne zur Finanzierung an den Bund abschlägig beschieden worden war, erhält sie nun nach dem Konnexitätsprinzip Zuwendungen in Höhe von rund 205.000 Euro, schilderte die Klimaschutzmanagerin. Das Konnexitätsprinzip besagt, dass die staatliche Ebene, die eine Aufgabe entscheidet – in diesem Fall das Land – auch für die Finanzierung aufkommen muss. Anders gesagt: „Wer die Musik bestellt, bezahlt.“

Mit der Entscheidung über die Bestellung des externen Dienstleisters geht das Projekt an den Start. Zunächst wird in der Bestandsanalyse der Status quo des Wärmebedarfe und der vorhandenen Infrastruktur erfasst. Danach schließt sich im Rahmen der Potenzialanalyse an. Für die Erfassung und Auswertung der Potenziale sind dafür Daten und zu erheben und zu verarbeiten. Für die Umsetzungsstrategie werden konkrete Maßnahmen definiert und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnis zur kommunalen Wärmeplanung Anfang 2027 veröffentlicht ebenso wie die Transformationspläne zur Dekarbonisierung der Wärmenetz.

Geteiltes Echo: Froh über Start aber Kritik an Verzögerung

„Wir begrüßen, dass es losgeht“, stellte Andreas Drohmann für Bündnis 90/Die Grünen fest. Dies mochte Artur Reichert (FDP) zwar bestätigen, sparte aber auch nicht mit Kritik: „Ich ärgere mich, dass wir jetzt erst anfangen, fast zwei Jahre später nach dem Ratsbeschluss.“ Auch die Bestellung eines externen Dienstleisters sehe er äußerst skeptisch, so der Liberale. Man hätte besser Fachkompetenz unter den Bürgern vor Ort einbinden sollen, blieb er der FDP-Linie treu.

Dr. Tobias Gehrke, früherer Klimaschutzmanager und heute Leiter des Kommunalbetriebs, verteidigte den eingeschlagenen Weg, Fördermittel in Höhe von 190.000 Euro zu beantragen. Hätte man von dem Förderantrag Abstand nehmen wollen, hätte es nur einen Antrag gebraucht, entgegnete er. Der (letztlich abgelehnte) Förderbescheid habe allerdings unendlich lange gebraucht, hieß es. Nun gelte es, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Im Stadthaus hält man den Einsatz eines externen Dienstleisters angesichts der eigenen knappen Personaldecke für unverzichtbar. Eine zweistellige Zahl von Bewerbungen seien eingegangen, man werde einen guten Anbieter finden.

Generelle Skepsis am Sinn des Projekts äußerte Ferdinand Schulze Froning (CDU). Das bringe nichts, prophezeite er. Gleichwohl müsse man es machen und deshalb sei es auch gut, dass es jetzt losgehe.

Adelheid Hauschopp-Francke ergänzte für die SPD den Hinweis, dass im Zuge des Regionalprojekts 2016 bereits eine Studie erstellt worden sei, die man eventuell hinzuziehen könne.

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