Freitag, Mai 1, 2026

Klanggewaltig und berührend: „The Crucifixion“ in Werne

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Werne. Mit stehenden Ovationen endete am Sonntag (15.03.2026) das Passionskonzert in der Christophorus-Kirche in Werne. Der Dortmunder Oratorienchor und die Singgemeinschaft der Marienkantorei Lemgo präsentierten John Stainers selten zu hörende Werke „The Crucifixion“ und „I saw the Lord“ und machten den Abend zu einem eindrucksvollen musikalischen Ereignis.

Gastgeber der Veranstaltung war die Stiftung Musica Sacra Westfalica aus Werne. Deren musikalischer Leiter, Dr. Hans-Joachim Wensing, begrüßte die Gäste und die Zuhörer, bevor Birgit Brinkmann, Vorsitzende des Oratorienchors Dortmund, kurz in das Programm einführte.

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Unter der Leitung von Jonathan Dräger und Volker Jänig entfalteten die beiden Chöre eine beeindruckende Klangpracht, die das Kirchenschiff füllte und zugleich die feinen Linien der Partitur transparent hervortreten ließ.

Die dynamische Bandbreite reichte von innigstem Pianissimo bis zu machtvollem Tutti, stets getragen von sauberer Intonation und präziser Artikulation.

Die großen Chorsätze wirkten wie sorgfältig aufgebaute Spannungsbögen, in denen sich dramatische Zuspitzung und meditative Ruhe atmosphärisch dicht abwechselten.

Martin Aurra Bastías (Tenor) und Franco Oportus Vergara (Bariton) zeichneten die Passionsgeschichte mit klarer Textverständlichkeit und großer Ausdruckskraft nach. Ihre Soli verbanden erzählerische Klarheit mit emotionaler Tiefe, sodass die Leidensszenen Jesu unmittelbar unter die Haut gingen. Die Passagen, in denen sich Solisten und Chor gegenüberstanden oder ineinandergriffen, machten exemplarisch deutlich, wie sorgfältig hier musikalisch gearbeitet worden war.

Eine zentrale Rolle spielte die Orgelbegleitung von Mona Hartmann, die Stainers spätromantische Klangsprache farbenreich ausleuchtete. Mit sensibel gewählten Registrierungen spannte sie den Bogen von zarter Zurücknahme bis hin zu feierlicher Klangfülle und trug so entscheidend zum dramaturgischen Aufbau des Abends bei.

Zu den eindrucksvollsten Momenten zählte die schlichte, von jedem Effekt befreite Vertonung von „God so loved the world“, in der der Chor mit großer Ruhe und homogener Klangkultur berührte. In „The Appeal of the Crucified“ bündelte sich schließlich die ganze emotionale Wucht des Oratoriums.

Das Publikum antwortete mit langanhaltendem Applaus und sichtlicher Betroffenheit.

Stainers Musik, in Deutschland noch immer ein Geheimtipp, erhielt in Werne eine Aufführung, die ihrer Qualität vollauf gerecht wurde und zugleich bewies, welch hohes Niveau die chormusikalische Arbeit in der Region erreicht hat.

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