Werne. Jedes Kind ist besonders und erlebt diese Welt zum ersten Mal. Dazu gehört auch, dass nicht alle von ihnen sofortigen Anschluss finden können, beispielsweise weil sie als Frühchen auf die Welt gekommen und Risikopatienten sind, oder weil sie Schwierigkeiten im Alltag haben, die sich in Entwicklungsverzögerungen oder anderen Herausforderungen äußern können.
Für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren ist die Praxis „Sinne in Bewegung GmbH“ in Werne zu einer etablierten Anlaufstelle mit Expertise und Herzlichkeit geworden. Als anerkannte Frühförderstelle des Landesverbands Westfalen-Lippe (LWL) bietet das dreiköpfige Team, bestehend aus Leiterin Kati Krause, Lea-Marie Genau und Annika Mayer, heilpädagogische Frühförderung an.
In ihren Räumlichkeiten an der Stockumer Str. 30 in Werne feierten sie jetzt ihr einjähriges Bestehen und bauten Netzwerke mit Kitas und Vereinen in Werne und Umgebung aus.
Aber für wen ist die Frühförderstelle überhaupt geeignet und wie läuft das Verfahren ab? Kinder werden zumeist über eine Empfehlung des Hausarztes bei U-Untersuchungen oder durch das Bauchgefühl der Eltern an eine Frühförderstelle überwiesen. Zumeist haben die Kinder auf den ersten Blick ähnliche Symptome, die aber unterschiedlichste Ursachen haben können. Das Team von „Sinne in Bewegung“ geht der Frage nach den individuellen Gründen nach. Dazu ist zuerst eine Diagnostik erforderlich. Für viele Eltern ist dieser Schritt nicht leicht. „Wir haben durchaus Eltern hier, die weinen, da der Prozess der Diagnostik emotional und bürokratisch insgesamt sehr herausfordernd ist“, berichtet Leiterin Krause.
Gleichzeitig nimmt sie wahr: „Nach den ersten Terminen bekommen wir erleichtertes Feedback: ‚Kann ich Sie mal umarmen?‘, wurde ich letztens gefragt. Das sind die Momente, für die man es natürlich auch macht“, erzählt sie.
Neben Motorik von Hand und Körper werden auch die Kognition und Sprache der Kinder berücksichtigt und in standardisierten Tests untersucht. Sind Auffälligkeiten erkennbar und die Voraussetzungen für eine heilpädagogische Frühförderung erfüllt (Auffälligkeit, ärztliche Bescheinigung, standardisierte Diagnostik und der bewilligte Antrag), wird sie in der Regel vom LWL gefördert. Gemeinsam mit dem Team wird der Prozess der Antragsstellung auf Wunsch begleitet oder an eine andere spezifische ärztliche Einrichtung empfohlen, denn nicht immer ist eine Frühförderung die richtige Wahl.
Während Logo-, Physio- und Ergotherapien symptomatisch behandeln, liegt der Schwerpunkt der Frühförderung in einer ganzheitlichen Betrachtung. „Es geht darum zu helfen, wo Probleme bestehen, aber vor allem auch den Fokus darauf zu setzen, was das Kind schon kann und das auszubauen“, erklärt Kati Krause. Die frühkindliche Phase ist eine sehr prägende, sodass auch das Ausbauen von Stärken und das Erreichen kleiner Erfolge das Selbstwertgefühl wesentlich erweitern können und die soziale Integration fördern.
Dazu bietet die Praxis neben dem Diagnostikraum fünf weitere Förderräume: Ein Atelier, einen Rollenspielraum, einen Konstruktionsraum, eine große Fläche für Spaß und Bewegung sowie einen Entspannungsraum. Zusätzlich zur Funktion des Raumes gehört ein Name. So heißt das Atelier eigentlich „Toto-Atelier“. Ein kreativer Titel mit persönlichem Bezug für Leiterin Kati Krause: „Ich habe vier Kinder und das Klassentier meines ältesten Sohnes hieß Toto. Jedes meiner Kinder konnte sich daher einen Raum und dazu einen Namen aussuchen. Daher heißen die Räume zum Beispiel „Tao-Rollenspielraum“ oder „Kira-Bewegungsraum““, erläutert sie lächelnd.
Die Leiterin erinnert sich an diesem Tag an die zahlreichen Bewerbungen, die sie zum Start ihrer Praxis erhielt. Das Interesse am Beruf erklärt sie mit einem abwechslungsreichen Alltag und der Möglichkeit zur Autonomie: „Wir bieten eine sehr flexible Arbeit, bei der Termine direkt mit den Familien ausgemacht werden. Im Kontakt mit den Kindern müssen wir Position einnehmen und situativ schauen: Wo geben wir Aufgaben vor, was sollte das Kind besser allein entscheiden und probieren.“
Ein barrierefreies WC und ein Treppenlift machen die Praxis auch für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen erreichbar, sodass das Team allen Kindern und in jeder Station der Förderung mit ihren Eltern zur Seite stehen kann.
KONTAKTAUFNAHME
In der Regel wenden sich die Familien telefonisch oder per E-Mail an die Praxis und können, dank der frühzeitigen Verstärkung des Teams durch Lea-Marie Genau und Annika Mayer, unmittelbar einen Termin zum Erstgespräch und der folgenden Eingangsdiagnostik erhalten.
„Familien, die aktuell Unterstützung suchen und zeitnah mit der Förderung ihres Kindes starten möchten, laden wir ein, sich bei uns zu melden“, so Kati Krause abschließend.



