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Werne. Mit Trecker-Konvois und Blockaden haben Landwirte in diesem Jahr immer mal wieder für Aufsehen gesorgt und auf ihre Probleme ausfmerksam gemacht. In Werne machten die Bauern am Mittwochabend wieder mobil, diesmal allerdings, um weihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Die Lichterfahrt begeisterte alle Passanten, die zufällig Zeuge davon wurden, denn die Route durch Werne, Horst und Stockum war bis zum Start nur Organisatoren, Ordnungsamt und Polizei bekannt.

„Wir wollten verhindern, dass zu viele Menschen länger am Straßenrand stehen und auf die Lichterfahrt warten“, so Organisator Johannes Laurenz über die Geheimhaltung bis zur letzten Minute. Der stellvertretende Vorsitzender des ausrichtenden Landwirtschaftlichen Ortsverbands Werne freute sich, dass sich auch die lokale Landjugend und die Treckerfreunde Werne an dem Umzug mit insgesamt rund 30 Fahrzeugen beteiligten.

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Die besondere Lichtertour der Trecker startete am Mittwochabend auf dem Hof Schulze Froning. Foto: Volkmer

Dazu hatten die Landwirte ihre Trecker aufwendig geschmückt und unter anderem Dach, Frontlader, Heck und Felgen mit blinkenden Lichterketten ausgestattet. Neben zahlreichen geschmückten Weihnachtsbäumen waren auch riesige Geschenke in der Dunkelheit zu erkennen. Ein Anblick, der nicht nur die kleinen Beobachter am Straßenrand verzückte. Die von Ferdinand Froning geplante Tour samt Weihnachtsmusik führte rund 30 Kilometer durch die Lippestadt. Im Gegensatz zu einer ähnlichen Veranstaltung am Sonntag in Kamen und Bergkamen hatte die Geheimhaltung funktioniert, denn als die Fahrzeuge bei strömendem Regen plötzlich über den Markt rollten, gab es jede Menge überraschte Gesichter.

Gute Laune herrschte trotz Regenwetter in den Fahrzeugen – und bei den Passanten, die das besondere Schauspiel verfolgten. Foto: Volkmer

„Wir möchten mit der Aktion auf die Probleme aufmerksam machen, die viele Landwirte nicht erst seit Ausbruch der Pandemie haben. Dazu möchten wird durch diese Geste in der Weihnachtszeit wieder vom gefühlten Rand zurück in die Mitte der Gesellschaft rücken“, erklärte Laurenz den ernsten Hintergrund des bunt-glitzernden Konvois unter dem Motto „Ein Funken Hoffnung“.

Der regionalen Landwirtschaft seien jüngst durch die Afrikanische Schweinepest und die Pandemie große Schäden zugefügt worden. Der Preisverfall der Produkte schreite dazu immer weiter voran und bedrohe viele Existenzen. „Auf der anderen Seite müssen immer höhere Produktionsstandards erfüllt werden, während die Verbraucherpreise gleich bleiben oder sogar weiter sinken“, schilderte Lauzenz im Motivationsschreiben zur weihnachtlichen Fahrt. 

Zusätzlich fühlten sich viele Landwirte als „Buhmänner der Nation“ abgestempelt, obwohl sie jeden Tag gewissenhaft ihre Arbeit verrichten, um die Bevölkerung zu ernähren. „Wir wollen alle die regionale Landwirtschaft erhalten. Also redet nicht über uns, sondern mit uns“, wünscht sich der Stockumer Landwirt.

An Heiligabend gibt es bei WERNEplus noch eine Bildergalerie zur Lichterfahrt.

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