Dienstag, Januar 20, 2026

Das war 2021 – unser Blick zurück

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Werne. Ein bewegtes Jahr 2021 geht zu Ende. Monat für Monat, das zeigt der Blick in den WERNEplus-Rückspiegel, war es nicht gerade arm an Ereignissen. Es gab gute wie schlechte Nachrichten, überraschende wie erwartbare, und jene, die in 2022 und in den folgenden Jahren Richtung gebend für die Stadtentwicklung sein werden.

Überraschend meldet sich im Februar der Winter mit üppigen Schneefällen, klirrender Kälte und einer in unseren Gefilden seltenen weißen Postkarten-Landschaft zurück. Der Sommer 2021 gibt sich dann aber nach mehreren Trockenjahren geradezu angenehm westfälisch, liefert Wärme ohne allzu große Hitze und dringend benötigten Regen.

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Auch vom Jahrhundertregen im Juli bleibt die Stadt nicht verschont. An vielen Stellen heißt es „Land unter“, überschwemmt die Horne die Kreuzung an Hansaring/Münsterstraße und andere Straßen, laufen Keller voll und richtet das Wasser etliche Schäden an. Dank unermüdlicher Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks bleiben die Unwetterfolgen schlussendlich beherrschbar. Ungleich schwerer betroffen sind etwa die Kreisnachbarn in Fröndenberg und die Menschen in Hagen.

Anders auch im Ahrtal, in der Eifel und den anderen Hochwassergebieten. Für die Opfer der verheerenden Flut im Westen Deutschlands gab es privat organisierte Unterstützung aus Werne. Landwirte und andere Freiwillige rücken mit großem Gerät und Engagement an, um im Kampf gegen Schutt und Schlamm zu helfen.

Ende Juli schockt der Skandal um die unfassbaren Tierquälereien in einer Werner Tiersammelstelle der Firma Mecke die Werner Bevölkerung zutiefst und sorgt auch bundesweit für Entsetzen. Mit versteckten Kameras dokumentiert der Verein „Soko Tierschutz“ das Tierleid. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Mecke-Standort an der Lippestraße wird geschlossen. Der Kreis Unna reagiert mit einer deutlichen Personalaufstockung für stärkere behördliche Kontrollen. Viele Verbraucher/innen deckeln ihren Fleischkonsum und schauen in Sachen Tierhaltung genauer hin, bevor das Fleischprodukt im Einkaufswagen landet. Genug ist das nicht. Von den Erzeugern in der Landwirtschaft, über Schlachtbetriebe und Viehhandel bis hin zum Lebensmittelhandel und zu den Endverbraucher gilt es noch viel zu verändern, um qualvolle Tierhaltung wirkungsvoll zu bekämpfen. In Werne und anderswo.

Politisch beschäftigten die Themen Klimaschutz, Stadtplanung, Mobilität und Wohnungsbau die Agenda der Stadtgesellschaft. Das Klimaschutzkonzept ist beschlossen, das Mobilitätskonzept kurz vor dem Abschluss. Stadtplanung und Politik beschäftigten sich zudem im Regionale-Projekt „Werne neu verknüpft“ eingehend. Planungsziel ist es, eine grüne Nahmobilitätsachse mit Aufenthaltsqualität und Anbindung an die Innenstadt zu schaffen.

Im März macht sich die Bürgerinitiative BIN gegen die Planungen für das Industriegebiet Nordlippestraße (BIN) stark. In kürzester Zeit werden Protest-Radtouren, Infostände und eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren organisiert. Rund 4.500 Unterschriften sichern den Erfolg des Bürgerbegehrens überdeutlich. Weil der Rat im September an seinen Beschlüssen zur Entwicklungsplanung mehrheitlich festhält, kommt es zum zweiten Werner Bürgerentscheid. Die BIN und ihre Unterstützer triumphieren am 12. Dezember mit satter Mehrheit.

Die Corona-Pandemie hatte uns auch 2021 im Griff und bäumt sich gerade zu nächsten großen Welle auf. Mit Impfstoffen, Tests, Masken und Hygieneregeln haben wir gute Mittel zum Schutz in der Hand – wir müssen sie halt anwenden. Denn das sind wir – vor Ort wie anderswo – vor allem Kindern, Jugendlichen, jungen Auszubildenden und Studierenden, die gerade ins Leben starten, unbedingt schuldig.

Denn anders als Impfgegner und Querdenker, die mit ihrem Geschrei Freiheitsrechte für sich reklamieren oder „Spazierengehen“, selbst aber Rücksicht auf andere vermissen lassen, sind es gerade Kinder und junge Leute, die Rücksicht nehmen auf ihre Familien, Mitschüler, Freunde und/oder Kollegen. Sie tragen Masken, lassen sich testen und impfen, halten Quarantäne aus und müssen sich mit immer wieder neu mit Wechsel- und Präsenzunterricht oder Homeschooling auseinandersetzen. Sie machen das tapfer und fair. Dabei fehlt gerade ihnen ein unbeschwertes Zusammensein mit ihren Freunden doch am meisten.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein glückliches, gutes und gesundes Neues Jahr!

Ihre WERNEplus-Redaktion

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