Mittwoch, April 24, 2024

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer! Aber zwei…?

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Werne. Am vergangenen Dienstag sichtete Landwirt Benedikt Fleige mit Freude das erste Rauchschwalbenpaar in seinem Kälberstall. Schwalben sind auf dem Hof gern gesehen. Schließlich heißt es, Schwalben brächten Glück auf den Hof, außerdem kündigen sie den Sommer an.

Nun ist es endlich soweit. Der Sommer steht vor der Tür. Es ist immer wieder ein aufregender Moment, wenn auf dem Hof der Familie Fleige in Werne-Varnhövel im April die ersten Schwalben gesichtet werden. „Dieses Jahr ist es mir als erstes aufgefallen, dass die Rauchschwalben wieder da sind. Ich bin sofort ins Haus gelaufen um meiner Familie die gute Nachricht zu übermitteln“, schildert Benedikt Fleige den Augenblick. Zunächst kommen die Rauchschwalben, die in den Altgebäuden nisten, wenig später kehren auch die Mehlschwalben zurück.

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Normalerweise brüten diese an der Außenfassade, weil auf dem Hof die große Stalltür immer offen steht, haben sie als Besonderheit ca. 80 Mehlschwalbennester sogar im Gebäude. „In diesem Jahr haben die Schwalben einiges zu reparieren“, erklärt der Agrarstudent: „Die Spatzen haben die Nester im Winter ein wenig demoliert, sie haben dort Heu reingestopft, bis die Nester auseinander brachen. Wir sorgen aber gerne für ausreichend Matsch als Nistmaterial.“

Die Landwirtsfamilie tut schon sehr viel für den Naturschutz. So bewirtschaften sie zwei extensive Streuobstwiesen, in denen demnächst Rinder und Hühner ihr Futter suchen. Die Familie hat vor etlichen Jahren Blüh- und Schonstreifen angelegt, pflegt Hecken, füttert gentechnikfrei und nimmt an der Blumenstreifenaktion der Werner Landwirte teil.

Ganz besonders freut sich der potenzielle Hofnachfolger auf den bevorstehenden Weideaustrieb der Milchkühe. „Für mich ist die Weidehaltung die beste Form der Milchkuhhaltung. Die Beweidung schont besonders die Insekten. Auf unseren Weiden haben wir eine hohe Artenvielfalt und durch den Weißklee ein ganzjähriges Blühangebot. Für das Tierwohl ist die Weide ebenfalls sehr wertvoll“, gibt Benedikt Fleige zu bedenken. Leider nimmt die Zahl der Bauernhöfe dramatisch ab. Er meint: „Ich sorge mich wirklich um unsere Kulturlandschaft. Es wird zusehends mehr Fläche versiegelt, außerdem werden wir nur für die Produktion von Lebensmitteln für einen Weltmarkt bezahlt, die Anforderungen im Bereich Umweltschutz steigen aber zunehmend. Wir brauchen politische Instrumente, die es uns ermöglichen mit Naturschutzmaßnahmen genauso viel Geld zu verdienen, wie mit intensivem Ackerbau, nur so kriegen wir das Insektensterben umgedreht, aber dafür braucht es zwingend bäuerliche Familienbetriebe, es wird Zeit, die politischen Weichen dafür zu stellen.“

Jetzt erst einmal freut sich die Familie aber auf die Flugkünstler und den bevorstehenden Sommer.

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