Ernte-Bilanz der Landwirte hat in diesem Jahr viel Luft nach oben

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Werne. Erst Überschwemmungen und dann noch zu viel Regen. Die letzten knapp acht Wochen sind für die Arbeit und die Erträge der heimischen Landwirte nicht gerade ideal gewesen. Kein Wunder, dass die bisherige Bilanz eher gemischt daherkommt.

Mais in bisher selten gesehener Größe und Getreidefelder, die vom Regen plattgedrückt worden sind – die Auswirkungen der vergangenen Monate sind auch in Werne nicht zu übersehen gewesen. Während der Mais noch einige Wochen weiter wachsen darf, ist die Getreideernte in Werne seit vergangener Woche beendet.

Nicht wenige Bürger/innen haben Anfang August mit Sorge auf die Getreidefelder geblickt. Der regelmäßige Regen nach dem Starkregen-Ereignis hatte hier deutlich sichtbar seine Spuren hinterlassen – und die Ähren auf den Boden gezwungen. „Das wirkt sich dann natürlich auf die Qualität aus, denn das Korn fängt in der Ähre bereits an zu keimen, weil es nicht mehr so gut trocknet“, sagt Robert Schulze Kalthoff, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes.

Zusätzlich haben die nassen Felder zu einer verspäteten Ernte geführt, denn das Stroh muss trocken sein, damit es nicht im Mähdrescher hängen bleibt. Auch die Ernte an sich dauert länger, weil das Schneidwerk viel tiefer zum Einsatz kommen muss, um auch das plattgedrückte Getreide ernten zu können. Die geerntete Getreidemenge in Werne ist im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren ähnlich ausgefallen, allerdings mit dem Makel der geringeren Qualität.

Robert Schulze Kalthoff hat eine erste Bilanz der Ernte gezogen. Foto: Volkmer

Auffällig ist in dieser Saison auch das Wachstum beim Mais. Selten zuvor sind in Werne und Umgebung so viele großgewachsene Pflanzen gesehen worden. „Das ist schon enorm, wir hatten da ein ungebremstes Wachstum. Einige Pflanzen sind bis zu 4,50 Meter hoch gewachsen“, berichtet Robert Schulze Kalthoff. Die viele Feuchtigkeit hat zum Wachstum beigetragen. Dass die Sonne sich deutlich weniger als in den zurückliegenden Jahren gezeigt hat, hat jedoch dazu geführt, dass die Körner in den Kolben kleiner ausfallen als gewohnt.

In Werne wird der Mais fast ausschließlich als Futtermais genutzt. Bei der Verwendung für Biogasanlagen und als Futter im Rindvieh-Bereich wird die ganze Pflanze genutzt, für Schweinefutter werden lediglich die Körner verwendet. Geerntet wird der Mais wohl erst Ende September. Die Landwirte hoffen nun noch auf eine Reihe an sonnigen Tagen, damit die Körner noch wachsen können.

Insgesamt fällt das Fazit durchwachsen aus: „Die Mengen sind in Ordnung, die Qualität beispielsweise im Bereich der Gerste ist schlecht und teils sogar miserabel. Aber solche Risiken bringt der Beruf des Landwirts bekanntlich mit sich“, sagt Schulze Kalthoff.

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