„Fassungslos und traurig“: Geschäftspartner gehen auf Distanz

Anzeige

Werne/Kamen. Die Entrüstung über die Vorgänge in der vor einer Woche geschlossenen Viehsammelstelle sind nicht nur in der Lippestadt weiterhin groß. Während die Fleischerei jüngst geschlossen blieb, gehen immer mehr Unternehmen auf Distanz zur Firma Mecke.

Erst seit knapp sechs Wochen produziert der Kamener Fleischermeister Dirk Flechsig seine Produkte in Werne. WERNEplus hatte über den Umzug der Produktion berichtet. Viel Geld hat der Fleischexperte seit dem in die Räumlichkeiten investiert, um so größer war der Schock, als er vom Skandal hörte. „Mein Team und ich sind fassungslos und traurig. Was uns besonders betroffen macht: Es handelt sich hierbei um den Betrieb unseres Vermieters“, schreibt Flechsig auf der Facebook-Präsenz des Kamener Betriebs.

- Advertisement -

Auf Anfrage teilt Flechsig mit, dass er von der ursprünglichen Idee, mit gemeinsamen Einkäufen mit dem Werner Betrieb Synergieeffekte nutzen zu wollen, keinen Gebrauch mehr machen wird. Auch Schlachtungen will der Kamener nicht mehr bei Mecke durchführen lassen. Nur gelegentlich habe er in den vergangenen Wochen bei Mecke schlachten lassen. „Mecke ist nur noch mein Vermieter“, stellt Flechsig klar.

Eine Kündigung des Vertrags ist mangels Alternativen nicht möglich. „Es gibt solche lebensmittelgerechte Räumlichkeiten mit über 300 Quadratmetern im Umkreis nicht noch einmal“, erklärt Flechsig. Im Frühjahr 2020 hatte der Fleischer die Produktion von Kamen aus zumindest teilweise bereits auf die Ökostation in Bergkamen-Heil verlagert. Als dort der Platz auch nicht mehr ausreichte, erfolgte vor wenigen Wochen der Umzug in die ehemalige Produktionsstätte des Tierfutterherstellers Paribal, langjähriger Nachbar von Mecke.

Von dem erschreckenden Filmmaterial ist Flechsig auch Tage nach dem ersten Ansehen noch geschockt: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas im Jahr 2021 überhaupt gibt. Aber leider musste ich mich eines Besseren belehren lassen.“

Party-Service und Bäckerei beenden Zusammenarbeit

Neben dem Kamener Fleischermeister gehen zwei weitere Unternehmen auf Distanz. Auf der Facebook-Seite des Party-Service Klimecki ist zu lesen, dass die Zusammenarbeit mit Mecke mit sofortiger Wirkung beendet wird.

Die Lüner Bäckerei Kanne, die bekanntlich zwei Bäckereifachgeschäfte in Werne betreibt, informiert per Aushang über die Entscheidung: „Wir verurteilen diese Tierschutzverstöße aufs Äußerste und distanzieren uns mit sofortiger Wirkung eindeutig und unmissverständlich von jeglicher Form der Zusammenarbeit mit der Firma Mecke.“

Und auch der mit der Mecke GmbH zuvor eng verflochtene Tierfutterhersteller Paribal – hier ist Marko Mecke als ein Geschäftsführer benannt – weist nicht nur auf seiner Facebook-Seite darauf hin, nichts von dem Fall gewusst zu haben. Im Gespräch mit WERNEplus sagte Tim Ebbinghaus, der mit Ehefrau Jasmin Paribal gegründet hat, den Tränen nahe: „Unser Vertrauen wurden zutiefst erschüttert. Wir lieben Tiere und würden solche Grausamkeiten niemals dulden.“

Weitere Artikel von Werne Plus

Stadtmuseum und Stadtbücherei am Freitag teilweise geschlossen

Werne. Aufgrund der für das Wochenende vorhergesagten hohen Temperaturen bleibt das Stadtmuseum am Freitagnachmittag, 26. Juni, und am Sonntag, 28. Juni, geschlossen. Die sehr...

Maryam und Jannis Reher tanzen Deutsche Meisterschaft Kombination

Werne. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", hieß es für das beste Tanzpaar aus Werne. Viel von der Hauptstadt sollten Maryam und Jannis Reher jedoch...

VHS Werne: Erben und Vererben – Dänisch für den Urlaub

Werne. Die Volkshochschule lädt am Mittwoch, 1. Juli, um 19.30 Uhr zu einem informativen Vortrag zum Thema „Erben und Vererben“ ein. Die Referentin Dr....

CDU-Antrag erfolgreich: Wertstoffhof soll jeden Samstag öffnen

Werne. Die CDU-Fraktion hat mit ihrem Antrag für erweiterte Wertstoffhof-Öffnungszeiten Anklang im zuständigen Ausschuss gefunden. Die FDP hatte mehr Digitalisierung gefordert, kam mit diesem...