Freitag, Januar 2, 2026

„Hallo, ich bin Corona!“

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Herbern. Corona Geißler aus Herbern ist 37 Jahre alt und Mutter von Romy (9), Ronya (3) und Riya (8 Monate). Seit nunmehr einem Jahr wird ihr Vorname mit Blick auf das Corona-Virus veräppelt, verspottet und gehasst. Doch trotz allem mag sie ihren Namen und will diesen auch beibehalten.

„Das letzte Jahr war verrückt. Was ich alles erlebt habe, ich kann es gar nicht alles aufzählen“, sagt die Herbernerin. Am Anfang der Pandemie fand sie die Corona-Sprüche und Bilder über WhatsApp erst noch ganz witzig. Als immer mehr Hass-Sprüche mit ihrem Vornamen in Verbindung gebracht wurden, hörte für die 37-Jährige der Spaß auf. „Da liest man F… Corona oder ich hasse Corona. Das war und ist immer noch echt krass“, erzählt Geißler. Ihren Namen liebt sie, ihr Vater Clemens hat diesen damals für sie ausgesucht. Corona kommt aus dem lateinischen und heißt „Die Krone“.

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Während des ersten Lockdowns im März 2020 standen bei Corona Geißler einige wichtige Termine an. Ihre Tochter Riya wurde im Mai geboren. Als die Hochschwangere für die Geburtsbesprechung im Krankenhaus angerufen hat, wurde mehrfach aufgelegt, als sie ihren Namen sagte. „Wie soll ich mich denn sonst melden. Ich heiße nun mal Corona.“ Irgendwann kam die werdende Mutter dann doch mal telefonisch zu Wort. Die Geburt verlief ohne Komplikationen, die Ärzte und Schwestern hatten ihre Freude, dass Corona in Corona-Zeiten bei ihnen entbunden hat.

Vor gut sechs Wochen musste Töchterchen Ronya in Quarantäne. Ihre Erzieherin war mit Covid-19 infiziert und vorsorglich galt für die Dreijährige das Motto „Stay at home“. Als der Herr vom Gesundheitsamt angerufen hat, war es dann wieder soweit. „Er hat herzlich über meinen Namen gelacht. Das Schlimme war, je mehr er versucht hat aufzuhören, je mehr musste er lachen.“

Bisher blieben Corona und ihre Familie frei vom gleichnamigen Virus. Die 37-Jährige hofft, dass das auch so bleibt. „Im Sommerurlaub in Griechenland wusste jeder, wer ich bin, nämlich Corona aus Germany.“ Ob Freunde oder ihre Familie: Hier wird sie geliebt und auch mal verteidigt, wenn irgendjemand mal wieder über das Virus schimpft. Uns eins ist für Corona Geißler sicher und daran kann das Virus auch nichts dran ändern. „Ich liebe meinen Namen und das werde ich auch in Zukunft tun.“

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