Unikat mit Ecken und Kanten legt die Tuba zur Seite

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Herbern/Werne. Hubert Schwartländer, Gründungsmitglied der gleichnamigen Blaskapelle in Herbern, hat nach 62 Jahren seine Tuba an den Haken gehangen. Am Freitagabend wurde der 74-Jährige mit einem Ständchen und dem Ehrenvorsitzenden der Blaskapelle von seinen Musikkollegen auf dem Hof Forsthövel verabschiedet.

Der neue Vorsitzende der Blaskapelle, Jonas Angelkort, hatte bei seiner Rede die richtigen Worte parat. „Wir werden deine meist gute Laune und guten Gespräche, aber auch diesen doch recht schnell aufbrausenden und manchmal sturen Typen vermissen. All das gehörte zur Blaskapelle Schwartländer und hat bei so mancher Probe doch für den einen oder anderen Lacher bei den Musikern und das eine oder andere graue Haar beim Dirigenten gesorgt.“

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Auch wenn Hubert Schwartländer nach über sechs Jahrzehnten nicht mehr als aktiver Musiker mit von der Partie ist, wird er auch zukünftig mit Rat und Tat zur Verfügung stehen wenn es seine Gesundheit zulässt.

Als Gründungsmitglied der Blaskapelle Schwartländer hat der 74-Jährige alle Phasen der Blaskapelle mitgemacht. Als Familienkapelle fing im Jahr 1953 alles an. Vater Paul unterrichtete seine vier Söhne Paul, Bernhard, Werner und Hubert in der Blasmusik. Die Noten bekam er von der ortsansässigen Feuerwehrkapelle. Das Quintett spielte in der Radiosendung „Zwischen Rhein und Weser“ vom WDR das Lied von „Weißt Du wie viel Sternlein stehen“.

Gründungsfoto der Familienkapelle Schwartländer (von links) Paul Schwartländer sen. , Werner, Paul jun., Bernhard und Hubert (vorne), da zwölf Jahre alt. Foto: Privat

1959 gründete sich die Blaskapelle Schwartländer. Hubert war da zwölf Jahre alt. Im Laufe der Jahre wurden die Musiker über die Ortsgrenzen bekannt. Die Vereinsfahrten nach Wien, Budapest, Spanien, Prag, Holland sind legendär. Lange Zeit fungierte Schwartländer als Vorsitzender des Vereins. Im Laufe der Jahre sind aus fünf 35 Musiker geworden. Auch das Repertoire hat erheblich zugenommen. Klassisch, Rock und Pop ist für die Kapelle kein Problem.

Huberts Frau Marlies war all die Jahre diejenige, die ihm im Hintergrund den Rücken gestärkt hat. Aus gesundheitlichen Gründen ist das Musizieren nicht mehr möglich. „Es funktioniert nicht. Zum Tuba spielen braucht man ein gutes Lungenvolumen. Das krieg ich nicht mehr hin“, sagte der neue Musik-Rentner. Gerührt nahm Schwartländer den Ehrenvorsitz entgegen, denn die Blaskapelle ist seine zweite Familie. Für die Zukunft wünscht er sich nur eins: „Keine weiteren gesundheitlichen Probleme und mit meiner Familie noch viele schöne Stunden erleben.“

Verabschiedung am Freitag von Hubert Schwartländer mit seiner Frau Marlies und der gesamten Blaskapelle auf dem Hof Forsthövel. Foto: Isabel Schütte

Schwartländer hinterlässt eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann. „Hubert ist ein Unikat mit Ecken und Kanten. Das gibt es nicht zweimal“, sagte Jonas Angelkort. Am 19. März 2022 ist wieder ein Konzert im Kolpingsaal in Werne geplant. Hier wird Hubert das erste mal vor und nicht auf der Bühne sitzen. Ein neues Kapitel wird hier aufgeschlagen.

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