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Werne. Sein Büro im bunten Haus am Fürstenhof ist geräumt und bei einer Rundtour hat er sich persönlich von vielen Mitarbeitern verabschiedet. Uwe Schenk, langjähriger Leiter der Jugendhilfe Werne, wechselt in die passive Phase der Altersteilzeit und verlässt die Einrichtung nach rund vier Jahrzehnten.

Sein Werdegang reichte vom Praktikanten bis zum Geschäftsführer und der Diplom-Pädagoge war maßgeblich für die Entwicklung der Einrichtung mit inzwischen 500 Mitarbeitern verantwortlich. Uwe Schenk wurde am 29. Juli 1958 in Bergkamen geboren, in Werne lebt der fünffache Vater und sechsfache Großvater seit 1967.

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Im Gespräch mit WERNEplus berichtet Schenk über seine Zeit bei der Jugendhilfe Werne und über seine Zukunftspläne. Hier kommt Teil 1 des Interviews.

Sie verlassen die Jugendhilfe Werne nach rund 40-jähriger Tätigkeit und gehen in den Ruhestand: Wie fühlen Sie sich?

Die Jugendhilfe Werne war schon eines meiner Herzensthemen, ich habe sehr daran gehangen. Ich lasse etwas hinter mir, was mich jahrelang erfüllt hat. Auf der anderen Seite kommt der Abschied ja nicht überraschend und ich gehe mit einem guten Gefühl. Ich weiß noch nicht, wie dieses Gefühl in einigen Wochen ist. Aber ich habe jetzt ganz gut damit abgeschlossen.

Wie war Ihr Werdegang bei der Jugendhilfe Werne?

Meinen ersten Kontakt zum Kinderheim St. Josef hatte ich bereits während des Studiums. Ich habe damals in meiner Freizeit ehrenamtlich in der Einrichtung gearbeitet, die noch unter Leitung von Ordensschwestern stand. Vor Ende meines Studiums der Sozialpädagogik war ich als Praktikant dort tätig und habe im Sommer 1984 mein Anerkennungsjahr begonnen. Ich war unter anderem Gruppenerzieher und wurde danach in eine Festanstellung übernommen. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Kinderheim aus vier Gruppen und einer Außenwohngruppe und hatte 25 Mitarbeiter. Ich wurde dann Stellvertreter von Leiterin Schwester Claudia und 1994 ihr Nachfolger. 2009 haben wir den Namen geändert, aus dem Kinderheim St. Josef wurde die Jugendhilfe Werne. 2018 wurde die Jugendhilfe GmbH gegründet, seitdem war ich Geschäftsführer.

Viele ältere Werner erinnern sich noch an das frühere Waisenhaus am Schüttenwall (heute Kurt-SchumacherStraße). 1982 folgte der Umzug des Kinderheims zur Ottostraße. Seitdem ist viel passiert. Aus dem Kinderheim St. Josef wurde die Jugendhilfe, das Familiennetz entstand und die Aufgaben und Betätigungsfelder nahmen immer mehr zu. Welchen Anteil hatten Sie daran?

Als ich Ende der 1970er Jahre mit dem Kinderheim zu tun hatte, gab es noch die Philosophie, dass dort Kinder ein besseres Zuhause finden. Ich habe noch Kinder erlebt, die mit zwei Jahren aufgenommen wurden und mit 20 die Einrichtung verlassen haben. Zu dem Zeitpunkt hat man versucht, die Kinder zu erziehen und Kinder, die sich nicht konform verhalten, zu verändern. Die Sicht auf Familie und hat sich aber verändert. Wenn wir heute ein Kind aufnehmen, das verhaltensauffällig ist, schauen wir, was die Familie braucht. Wir fragen: Was benötigen die Eltern und das Kind an Hilfe, und nicht, wie willst du dem Kind beibringen, dass es sich in Zukunft vernünftig verhält.

Das ist der größte Paradigmenwechsel. Am Anfang war es so, dass die Eltern nicht erwünscht waren. Wir wollten die Kinder allein glücklich machen und die Eltern waren eher Störfaktor. Ich selbst war vor allem stark beteiligt, weil ich offen für diese Entwicklung war und die Haltung hatte, dass es nicht darum geht, Regeln umzusetzen, sondern dass sich das System anpassen muss, damit das Kind die optimale Versorgung hat. Diesen Anspruch habe ich ständig weiterentwickelt.

Teil 2 des Interviews mit Uwe Schenk lesen Sie hier.

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