Wolf tappt in Werne in die Fotofalle: Erster Nachweis im Kreis

Anzeige

Werne. Nur wenige Kilometer entfernt vom Denkmal des „Letzten Wolfs von Westfalen“ in Herbern ist jetzt erstmals ein Wolf auf Werner Gebiet in eine Fotofalle getappt. „In den frühen Morgenstunden des 13. März 2021 wurde ein Wolf an einem Feldrand in Werne von einer Fotofalle erfasst“, schreibt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in einer Pressemitteilung vom 9. April den ersten Wolfsnachweis im Kreis Unna.

„Die Aufnahmen wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft. Über Geschlecht, Identität und Verbleib des Tieres ist nichts bekannt“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Das ist der erste Nachweis im Kreis Unna“, bestätigte LANUV-Pressesprecher Wilhelm Deitermann am Montag (12. April) gegenüber WERNEplus.

- Advertisement -

Foto und Video mit den Aufnahmen eines wolfsähnlichen Tiers – aufgenommen in Holthausen-Schmintrup – hatte der Eigentümer am Sonntag (4. April) ausgelesen und sich damit an den Hegering Werne gewandt, erläuterte der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Klaus Jürgen Buse, auf Nachfrage. Beim vereinbarten Ortstermin mit dem Eigentümer, der Unteren Jagdbehörde, DBBW sowie der Wolfsberaterin im Kreis Unna, Daniela Beisemann, wurden die Aufnahmen überprüft, verifiziert und an das LANUV weitergeleitet, schilderte Buse das in solchen Fällen übliche Prozedere. Dabei werde beispielsweise überprüft, ob die Aufnahmen ein Tier der Spezies zeigen und tatsächlich aus der Kamera stammen könnten. „Das war sehr wohl ein Wolf“, sagte er zum Ergebnis der Prüfung.

Im „Wolfsgebiet Schermbeck“ in NRW mit dem großen Waldgebiet Hohe Mark sei das Vorkommen eines Rudels mit Eltern und mindestens einem Welpen belegt, sagte der LANUV-Sprecher. Neben Bilddokumentationen stütze sich das Wolfsmonitoring vor allem auf die Analyse von DNA-Material, das zum Beispiel beim Riss eines Wildtieres durch den Wolf oder anhand von Genspuren wie Fell oder Losung (Kot) zurückblieben. Die wissenschaftliche Analyse der DNA-Spuren übernehme ein Bundesinstitut, die Bilddokumentionen der DBBW, sagte Deitermann zur Zusammenarbeit mit Experten des Bundes.

Anders als beim Wolfsvorkommen in Schermbeck war der in Werne abgelichtete Wolf wohl nur auf der Durchreise. Dafür spreche, dass in keiner anderen Fotofalle in der Umgebung ein weiterer Nachweis gelungen sei, schilderte Klaus Jürgen Buse. Auf der Suche nach einem Revier legten Wölfe auch größere Strecken zurück und wanderten nachts zig Kilometer, erklärte er. „Irgendwann war damit zu rechnen“, kommentierte er den nun nachgewiesen Durchzug eines Wolfes.

„Es rücken häufiger Tiere aus Niedersachsen nach“, sagte auch Daniela Beisemann zu den Wanderungsbewegungen der Wölfen von Osten nach Westen. Es gebe inzwischen mehr Leute, die Fotofallen installierten. Auch in der Jägerschaft habe die Sensibilisierung in Sachen Wolf zugenommen, meinte sie. Grundsätzlich sei der Wolf sehr opportunistisch und könne sich gut anpassen. Für die Aufzucht seiner Welpen sei für den Wolf ein ausreichender Futterbestand und ein ruhiger abgeschiedener Platz entscheidend.

Weitere Artikel von Werne Plus

„Treff am Holtkamp“: Gemeinde St. Christophorus spendet 5.000 Euro

Werne. Die Spendenaktion für den „Treff am Holtkamp“ nimmt weiter Fahrt auf: 7.600 Euro sind inzwischen für die wichtige Arbeit am Standort St. Johannes...

Volleyball: Jugendteams des Werner SC feiern gelungene Premieren

Werne. Der Volleyball-Nachwuchs des Werner SC ist in die neue Saison gestartet – und hat gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen gesetzt. Die U16 von Trainer...

IWK lädt wieder zur großen Schlagerparty ein

Stockum. Wenn die IWK zur Schlagerparty einlädt, ist beste Stimmung garantiert. Auch in diesem Jahr heißt es wieder: Schlager an, Alltag aus und gemeinsam...

Lars Hübchen: „Sim-Jü ist ein Lebensgefühl“ – Herbstkirmes naht

Werne. Der Countdown ist scharf gestellt, noch 30 Tage, dann beginnt in Werne mit dem Simon-Juda-Markt der älteste Freimarkt an der Lippe. Von Samstag,...