Dienstag, April 23, 2024

An(ge)dacht: Advent sollte eine Zeit der Vorbereitung sein

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Werne. Advent ist für Christen ein Sinnbild für das Ende der Dunkelheit der Welt, in die an Weihnachten durch die Geburt von Jesus Christus das Licht des Heils und der Erlösung eindringt. Deswegen heißt „Advent“ Ankunft.

Eine freudige Perspektive also. Doch was machen wir Menschen aus diesen Wochen vor Heiligabend? Für die meisten von uns fängt mit dem Anzünden der ersten Kerze auf dem Adventskranz eine Zeit zunehmender Hektik ein. Da wird dann schnell die Frage nach dem weihnachtlichen Festessen wichtig oder das Problem relevant, was wem zu schenken ist. Jesus als das Licht der Welt tritt schnell in den Hintergrund. Andere sind so sehr in ihrem Alltag befangen, dass sie von der Advents- und Weihnachtszeit gar nichts mitbekommen.

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Genau für diese Männer und Frauen ist ein Detail der Weihnachtsgeschichte, wie sie Lukas beschreibt, interessant. Draußen in der kühlen Nacht der judäischen Berge versammelten sich Hirten um das wärmende Lagerfeuer. Nicht, weil sie den Feuerschein als romantische Episode  betrachteten. Es waren hart arbeitende Männer, die die Nacht bei ihren Schafen verbringen mussten. Natürlich kannten sie als Juden die alte Prophezeihung von der Ankunft des Messias. Aber das dürfte an diesem denkwürdigen Abend wohl kaum das Gesprächsthema am Lagerfeuer gewesen sein. Die Hirten waren fest in ihren harten Alltag eingebunden. Ein Abend also, wie viele andere zuvor?

Ja, aber nur bis zu dem Zeitpunkt, als Gott in diesen Alltag eingriff. Zuerst war es nur ein Engel, dann erschienen viele Engel. Die Hirten erlebten recht plastisch, was es bedeutet, wenn die Finsternis der Welt plötzlich durch das Himmelslicht verdrängt wird. Sie reagierten, so der Lukas-Bericht, zuerst erschrocken. Dieser Schrecken wich jedoch bald Neugier und Freude. Sie machten sich auf den Weg nach Bethlehem, sahen das neugeborene Kind und eilten begeistert durch den Ort und berichteten allen Menschen, was sie in dieser Nacht erlebt hatten.

Auch heute sind viele in ihren Alltag eingebunden und gleichen damit den Viehhütern von vor 2.000 Jahren. Heute erscheinen in der Regel keine Engel mehr, um die frohe Botschaft zu verkünden. Doch im Gegensatz zu damals wissen Christen, wie die Geschichte Gottes mit den Menschen der Welt weitergeht. Leider hält der Alltag mit seiner Routine, verstärkt durch den vorweihnachtlichen Organisations- und Einkaufsstress, davon ab, zur Ruhe zu kommen. Wenn dann die Weihnachtstage beginnen, gibt es ein großes Aufatmen. Nicht weil das Licht des Himmels die Dunkelheit abgelöst hat, sondern weil der adventliche Stress aufhört. Dabei sollten die vier Wochen vor dem Christfest doch eine Zeit der Vorbereitung sein.

Es liegt an jedem Einzelnen, sich diese „Nachdenkzeiten“ freizuschaufeln. Mancher erinnert sich an seine Kindheit, als die Mutter noch Zeit hatte, mit den Kindern zu basteln oder Weihnachtsplätzchen zu backen. Heute, wo viele Eltern voll berufstätig sind, bleibt für vorweihnachtliche Familienaktivitäten nur noch am Wochenende Zeit. Auf jeden Fall gilt es, im persönlichen Zeitmanagement Prioritäten zu setzen. Dazu braucht es aber Mut, der vorweihnachtlichen Hetze den Kampf anzusagen. Dazu wünsche ich viel Kraft und ansteckende Kreativität.

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