An(ge)dacht: Vom Ankommen

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Werne. Liebe Leserin, lieber Leser, ich bin „der Neue“… Als Pastoralreferent habe ich offiziell am 01.10.2022 meinen Dienst in der katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus begonnen. Dummerweise hat mir Corona aber genau zum Beginn meiner Arbeitszeit an der neuen Stelle einen Strich durch die Rechnung gemacht. Erst mit Verzögerung konnte ich somit meinen Dienst beginnen.

Jetzt bin ich hier und versuche, in Werne anzukommen: Menschen kennen lernen, Wohnungssuche und Renovierung, mich in der Stadt und dem Umland zurechtfinden, Arbeitsweisen, Strukturen und Besonderheiten vor Ort kennen lernen… Alles ist erst mal unübersichtlich und wirkt chaotisch – aber nur für mich, denn die Menschen vor Ort wissen, „wie der Hase läuft“. Ich hingegen muss und möchte mich noch einfinden. Und dabei habe ich Hilfe! Kolleginnen und Kollegen beantworten unzählige Fragen, Menschen, die ich kennen lerne, sind interessiert und helfen nach ihren Möglichkeiten weiter. In all dieser Unübersichtlichkeit steht die Zusage für mich: „Ich helfe Dir!“

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Wir feiern Weihnachten – wieder einmal. Und wieder einmal in einer Zeit, in der Konflikte und Katastrophen überall auf der Welt Menschen das Leben nicht nur schwer machen, sondern sie in Verzweiflung und Todesangst treiben. Sogar bei uns! Steht bei diesen Menschen auch die Zusage: „Ich helfe Dir!“?

An Weihnachten feiern wir den Geburtstag von Jesus. Seit über zweitausend Jahren ist er immer wieder „Der Neue“ – und will es auch immer wieder für uns sein. Aber schon damals war seine Ankunft schwierig. Israel war von den Römern besetzt und die Menschen fühlten sich von diesen unterdrückt und gegängelt. Durch die Volkszählung herrschten außerdem unübersichtliche und teilweise chaotische Zustände. Bekanntlich war auch die Unterkunft, in der Jesus zur Welt kam – ein Stall – alles andere als angemessen. Obendrein wollte ein Provinzherrscher – König Herodes – mit allen (tödlichen) Mitteln verhindern, dass dieser Jesus überlebt. Herodes hatte Angst, dass er seine Macht verlieren könnte. Deshalb wurde Jesus mit seinen Eltern erst einmal zur Flüchtlingsfamilie. Ein Einleben war also erst mal gar nicht möglich. Eine der ersten Lebenserfahrungen, die Jesus als Mensch gemacht hat, ist: Du bist hier nicht gewollt! – zumindest vonseiten der Mächtigen. Erst später konnten sie als Familie in Nazareth wieder neu anfangen.

Aber auch, als Jesus erwachsen war, stieß er auf Ablehnung. Denn dieser Jesus machte mit seiner Botschaft und seinem Leben den Mächtigen dieser Welt einen gehörigen Strich durch ihre kleinkarierten und auf den eigenen Vorteil bedachten Rechnungen.

Und heute? Ist er endlich bei uns angekommen oder doch eher auf dem Rückzug? Wird er herzlich begrüßt oder ist er nur geduldet?

Hat die göttliche Zusage „Ich helfe Dir!“ für Sie, für Dich, noch einen überzeugenden Sinn?

Für mich schon – auch wenn’s nicht immer nach meinen Wünschen geht. Ich glaube daran, dass Gott uns in Jesus Christus das Wertvollste an die Seite gegeben hat, das er uns schenken kann. Darum kann ich – auch bei all dem Elend in der Welt – aus tiefer Überzeugung Frohe Weihnachten wünschen.

Martin Grünert, Pastoralreferent Pfarrgemeinde St. Christophorus

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