Denkmalserie: Stabile Bögen verbinden Menschen

Anzeige

Werne. Vor etwa 300 Jahren wurde sie zu einem wichtigen Bestandteil der Verbindung zwischen Werne und Münster, heute steht sie nahezu vergessen am Ende einer Sackgasse und bietet Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Übergang: Die Hornebachbrücke an der Goerdelerstraße zählt zu den ältesten Überwegen in Werne.

Die gemauerte Bogenbrücke ist ein gut erhaltenes Zeugnis für den Wege- und Brückenbau des beginnenden 18. Jahrhunderts in Westfalen. Von Herbern kommend, fließt die Horne an der Werner Innenstadt vorbei, macht einen Bogen um den Stadtsee und mündet in die Lippe. Der 12,6 Kilometer lange Bach ist eine natürliche Grenze und muss überwunden werden auf dem Weg nach Norden ins Münsterland.

- Advertisement -

Die Brücke, im Verlauf der Alten Münsterstraße gelegen, weist auf diese bedeutende Wegeverbindung hin. Wie einer Inschriftentafel zu entnehmen ist, war der Auftraggeber des Bauwerks der Fürstbischof Friedrich-Christian von Plettenberg (1688-1706), der u.a. die Schlösser Nordkirchen und Ahaus bauen ließ. Der Fürstbischof war seinerzeit auf den inneren Ausbau seines Landes bedacht und kümmerte sich um die Verbesserung der Straßen, richtete neue Postverbindungen ein und reorganisierte Beamtentum und Verwaltung.

Bogenbrücken aus Stein wie die Brücke in Werne zählen zu den ältesten Überwegen. Der Bogen war über viele Jahrhunderte die einzige Form, mit steinernen Brücken große Spannweiten zu erzielen. Begründet liegt dies in der hohen Druckfestigkeit der Steine. Bei der Bauausführung werden alle keilförmig behauenen Steine auf einen gemeinsamen Mittelpunkt ausgerichtet. Ein sogenanntes Lehrgerüst nimmt die Last der Steine und des Mörtels auf. Erst mit dem Einbau des Schlusssteins am höchsten Bogenpunkt wird das Gebilde tragfähig. Jeder Stein wird nunmehr von den beiden Nachbarsteinen gehalten und kann sich daher nicht mehr aus dem Bogen lösen.

Eine genaue bauhistorische Untersuchung nahmen Fachleute 1995 im Rahmen der Restaurierung des Bauwerks vor. Die beiden Rundbögen sowie der Mittelpfeiler bestehen aus gelbgrauem Bruchsteinmauerwerk. Die angrenzenden vier Böschungsmauern sind ebenfalls in Sandstein ausgeführt. Dicht nebeneinander gerammte Pfähle mit darüber liegendem Horizontalbalken bilden das Fundament.

Der Brückenbau war zu jener Zeit eine landesherrliche Aufgabe. Foto: Altstadtfreunde

Bei den Sanierungsmaßnahmen an der Hornebrücke wurde der in drei Teile zerbrochene Rest einer steinernen Inschriftenplatte gefunden. Die Vorderseite weist in der oberen Hälfte eine Kartusche mit einem dreizeiligen Chronogramm, in der unteren Hälfte ein rechteckiges Inschriftenfeld mit einer vierzeiligen Inschrift auf. Die aufwendige Inschriftentafel an dem relativ bescheidenen Bauwerk führen die Historiker darauf zurück, dass der Brückenbau zu jener Zeit eine landesherrliche Aufgabe war.

WERNEplus präsentiert zusammen mit dem Verein „Freunde des historischen Stadtkerns Werne” Denkmäler der Lippestadt; in der gedruckten Zeitung und auch online.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

Zehntausende Besucher erwartet: Hafenfest steigt an diesem Wochenende

Rünthe/Werne. Die Sperrungen an den Straßen signalisieren es seit einigen Tagen - in der Marina Rünthe wird es an diesem Wochenende wieder sehr voll,...

Großartige Leistungen bei „The BIG Challenge“ am GSC Werne

Werne. Ihr Englisch-Talent haben beim europaweiten Wettbewerb „The BIG Challenge“ auch in diesem Schuljahr wieder zahlreiche Schüler/innen und Schüler des Gymnasiums St. Christophorus unter...

Aloisia Kreienbaum liest in Frauenarztpraxis: „Ich hab‘ Rücken“

Von Constanze Rauert Werne. Ein bisschen ist es so wie sonst auch: Frauen sitzen im Wartesaal, die Blicke schweifen umher, leichte Spannung liegt in der...

Selbsthilfegruppe „Inklusionstreff Werne“ feiert Einjähriges mit Gästen

Werne. Vor gut einem Jahr, am 30. Mai 2025, hat sich die Selbsthilfegruppe "Inklusionstreff Werne – Barrierefreie Teilhabe" im Verein „Rollstuhlgerecht in Stadt Werne...