„Duo Nurith“: Einblick in die Welt der jüdischen Musik glückt

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Werne. Jüdische Musik ist so vielschichtig, lebendig und international, wie das Judentum selbst. Einen kleinen Einblick in diese Welt boten im Anschluss an die Gedenkfeier zum 9. November die Violinistin Freya Deiting und die Pianistin Margarita Feinstein.

Zusammen bilden sie das „Duo Nurith“. Ihr Konzert hätte eigentlich schon im Vorjahr als Beitrag zum Gedenkjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ in Werne stattfinden sollen. Die Coronalage machte den Auftritt der beiden Künstlerinnen damals nicht möglich.

Der kleine Saal im Kolpinghaus war vollbesetzt, es mussten sogar noch Stühle geholt werden. Was den rund 80 Zuhörern geboten wurde, war nicht nur ein musikalischer Leckerbissen erster Güte, sondern auch der Beweis dafür, dass jüdische Musik alle Pogrome der letzten 2.000 Jahre unbeschadet bis heute überstanden hat.

Obwohl damit der Blick der Zuhörer weit über die Grenzen der Shoah und des Novemberpogroms gehoben wurde, schwang besonders in den Klezmer-Stücken aller in Noten gegossenen Fröhlichkeit zum Trotz, ein Hauch Melancholie mit. Denn die Welt der jüdischen Wandermusiker in Polen, Russland, der Ukraine und auf dem Balkan gibt es seit dem Holocaust nicht mehr.

Für diese Gedanken blieb aber kaum Raum, denn die beiden Musikerinnen verschmolzen mit ihren Instrumenten zu einer Zeitreise in diese Welt von gestern. Kaum ein Zuhörer konnte sich dieser Magie entziehen. Nur ein Musikstück führte direkt in die Zeit des braunen Grauens: Die Titelmelodie aus „Schindlers Liste“.

Jüdische Musik hat auch viel mit dem Glauben an Gott zu tun. Egal ob es Andachtsmelodien oder gesungene Gebete sind. Diese uralten Gebete und Gesänge gibt es immer noch, wie das vorgestellte „avinu malkenu“, ein Fürbittgebet, zeigte. Klassik von Fany Hensel gehört ebenso in die Schatzkiste jüdischer Melodien, wie fröhliche Schlager, wie der vom „Kleinen grünen Kaktus“, der durch die Comedian Harmonists in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts berühmt wurde.

Fröhlich ging es zum Abschluss in den Abend. „Bei mir biste scheen“ ist eine hinreißende Tanzmusik. Das Medley mit jüdischer Hochzeitsmusik als Abschiedsgruß hätte eigentlich den Auftakt zu einem zweiten Teil des Programms bilden können.

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