Sonntag, April 21, 2024

Fast 100 Jahre alte Fußball-Flagge aus dem Evenkamp ist nun im Museum

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Werne. Als im Jahr 1927 die Gründungsväter des VfL Werne den Evenkämper Sportverein offiziell aus der Taufe hoben, ließen sie voller Stolz eine Fahne herstellen. Bei Vereinsfeiern, vor allem beim Umzug zur legendären Veranstaltung „Lippe in Flammen“, trugen die Sportler diese Flagge durch die Straßen des Evenkamps und präsentierten sie im Lippestadion.

Dann geriet sie in Vergessenheit, wurde im ehemaligen Vereinsheim im Fischerhof eingelagert und fand nach dem Umzug zum Dahl einen Platz im dortigen Archivkeller. Noch heute ist die Fahne sehr gut erhalten. In Kürze wird sie Teil der neuen Dauerausstellung im ersten Obergeschoss des Stadtmuseums, wo sie als Zeugnis für das vielfältige Vereinswesen in der Stadt Werne präsentiert wird.

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Heinz Meinke, Vorsitzender des Ältestenrates des VfL-Nachfolgevereins „Eintracht Werne“, Iris Kalinowski, 2. Kassiererin des Vereins, und der Mitarbeiter des Vorstandes, Robin Böcker, übergaben das gute Stück am Mittwoch als Dauerleihgabe an Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer.

Das aufwändig bestickte Banner trägt auf der einen Seite auf rotem Stoff die Aufschrift „Arbeiter Turn- und Sportverein 1927 bis 1929 Werne Evenkamp“ und auf der grünen Rückseite steht „Uebung stählt die Kraft. Kraft ist, was Leben schafft.“ Warum der Vereinsname „VfL Werne“ noch nicht aufgestickt wurde, ist unbekannt. Sicher sei aber, dass der Verein schon bei der Gründung den Namen „VfL“ getragen habe, berichtet Heinz Meinke.

„Uebung stählt Kraft. Kraft ist, was Leben schafft“ steht auf der Rückseite der Fahne aus dem Jahr 1927. Foto: Klaus Brüggemann

Ein Name, der erst durch den Zusammenschluss mit der BSG Rother, 1962 gegründet, am 17. August 2007 verschwand. Der fusionierte Verein nennt sich seitdem „Eintracht Werne“.

Die offizielle Gründung des VfL jährt sich in diesem Jahr zum 95. Mal. Doch schon vor 1927 hatte es Versuche geben, nach Beendigung des Ersten Weltkriegs eine Gemeinschaft für die Sportbegeisterten im östlichen Stadtteil zu etablieren. In der Vereinschronik zum 75-jährigen Jubiläum heißt es dazu: „1918, dann in den Jahren 1921 und 1923. Die Gründe des Nichtzustandekommens von damals waren fehlende Übungsstätten, aber auch mangelndes Verständnis seitens der Stadt, den Sport im Evenkamp zu unterstützen.“

Heute kicken die Eintracht-Sportler im Sportzentrum Dahl, wo sie demnächst ihren neuen Kunstrasenplatz einweihen können. Und fürs Umkleiden stehen moderne Kabinen zur Verfügung. Damals war das anders, berichtet Heinz Meinke, der als ehemaliger Vorsitzender der BSG Rother noch gute Erinnerungen an die einstige Sportstätte am Fischerhof hat. Mit viel Muskelkraft schufen die Sportler im Gründungsjahr nach der Schicht im Bergwerk aus einer holprigen Wiese das Lippestadion, das wegen seiner Nähe zum Fluss berüchtigt war. „Wenn der Ball in der Lippe landete, musste einer der Spieler hinterherspringen und ihn wieder rausfischen. Trieb er ans andere Ufer, wurde er von den Jungs aus Rünthe geklaut“, erzählt Meinke. Und in den als „Katakomben“ bekannten Umkleidekabinen im Keller des Fischerhofs war es längst nicht so komfortabel wie im Sportzentrum Dahl. Fürs warme Duschwasser musste damals erst der Ofen angeheizt werden.

Auch Iris Kalinowski kennt die Geschichte des Evenkämper Vereins. Sie war schon beim VfL als 2. Kassiererin im Vorstand tätig und hat diese Funktion auch nach der Fusion mit der BSG Rother bei Eintracht Werne behalten. Die historische Fahne hatte sie in den vergangenen Jahren immer im Blick und gemeinsam mit Heinz Meinke entstand die Idee, dem Andenken an die Gründung des Traditionsvereins einen würdigeren Platz zu geben.

Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer freut sich über die neue Dauerleihgabe. Sie passe gut zum Konzept ihrer neuen Dauerausstellung, die nach der Renovierung des Alten Amtshauses im derzeit entkernten ersten Obergeschoss aufgebaut werden soll. „Die Fahne macht deutlich, welchen gesellschaftlichen Stellenwert Vereine in Werne hatten“, sagte Döhrer mit Blick auf die zunehmenden Nachwuchsprobleme von Vereinen. „Ehrenamtliches Engagement ist schwieriger geworden“, so Döhrer.

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