Geldsegen für Stadtmuseum ermöglicht Hands-on-Stationen

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Werne. Die Konzeption steht und der Umbau läuft auf vollen Touren: Voraussichtlich im November wird im Werner Stadtmuseum im ersten Obergeschoss die neue Dauerausstellung eröffnet.

Nach der Neugestaltung des Erdgeschosses geht die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Einrichtung in die nächste Phase. Möglich macht den Umbau eine Förderung des Düsseldorfer Heimatministeriums, die für Sonderwünsche allerdings keinen Spielraum bietet. Hier springt der Förderverein des Museums in die Bresche, der sich jetzt über eine willkommene zusätzliche Finanzspritze freut: Die Jurek-Stiftung spendet dem Verein 2.000 Euro für sogenannte Hands-on-Stationen, mit denen insbesondere Kinder und Jugendliche die ausgestellten Themen der Werner Stadtgeschichte aktiv erleben können. Der Förderverein selbst zahlt aus seiner eigenen Tasche weitere 4.500 Euro.

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Fördervereinsvorsitzende Heidelore Fertig-Möller nahm den Scheck von Theo Jurek am Mittwoch gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer entgegen. Jurek hat seine Stiftung mit seiner inzwischen verstorbenen Frau vor 20 Jahren gegründet, als Stiftungskapital diente der Erlös aus dem Verkauf ihres Ferienhauses in Bad Driburg. Seitdem wurden laut Jurek aus den Zinserträgen rund 14.000 Euro für gemeinnützige Zwecke in Werne ausgegeben. „Mir und meiner Frau war es wichtig, dass das Geld in Werne bleibt“, sagte Jurek, der viele Jahre für die CDU im Stadtrat saß und sich bis heute in Vereinen engagiert. Vor allem Projekte für Kinder und Jugendliche lägen ihm am Herzen.

Und da hat der Stiftungsgründer mit seinem Engagement beim Stadtmuseum die richtige Adresse gefunden. Denn die in den 1980er Jahren entwickelte Ausstellung im Obergeschoss entsprach nicht mehr den heutigen museumspädagogischen Anforderungen. „Wir möchten den Besuchern die Geschichte der Stadt spielerisch vermitteln“, erläuterte Döhrer. Auf diese Weise sollen neben Schulklassen und Kindergärten vermehrt Familien ins Stadtmuseum gelockt werden.

Acht Hands-On-Stationen umfasst die neue Dauerausstellung, die in den sieben Räumen des Obergeschosses dazu einladen, die Stadtgeschichte durch aktives Mitmachen zu erleben. Zwei Beispiele: Im Raum 1 geht es unter anderem um die Einführung der Schulpflicht unter der neuen preußischen Regierung. Hier lädt eine alte Schulbank ein, sich zu setzen und in Klassenbüchern zu blättern. Zugleich kann man seine Erinnerungen an die eigene Schulzeit eintragen und Grüße an Schulfreundinnen und Schulfreunde hinterlassen.

Beim Thema Sole und Kohle im nächsten Raum bietet die Hands-On-Station die Möglichkeit, auf einem Bildschirm Wasserball zu spielen und zu versuchen, ebenso erfolgreich wie die Werner Wasserballer zu werden, die mehrfach Gold bei deutschen Meisterschaften gewannen. Das Computerspiel birgt historische Fotos und Angaben zur Wasserballmannschaft der 1950er Jahre.

„Ohne die Unterstützung des Fördervereins und der Jurek-Stiftung wäre dieses Angebot nicht möglich“, freut sich Dr. Constanze Döhrer, die der Neueröffnung im Herbst entgegenfiebert. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun: Die Holzdielen wurden inzwischen gegen einen PVC-Fußboden getauscht, das vertraute Knarzen gehört dank einer modernen Trittschalldämmung der Vergangenheit an. Auch die ersten Möbel für die Präsentation der neuen Ausstellung wurden bereits angeliefert. Bevor diese aufgebaut werden können, müssen aber zunächst die Maler ans Werk und die rissigen Wände renovieren. Eine neue Heizung und zeitgemäße LED-Beleuchtung werden in den kommenden Wochen im historischen Gebäude installiert.

Und wie geht´s dann weiter? Constanze Döhrer würde gern auch das Dachgeschoss modernisieren, das hängt aber von der weiteren Unterstützung des Ministeriums und den finanziellen Mitteln der Stadt ab. Und Letztere hat zunächst einmal eine größere Investition vor der Brust: Die Fassade des Gebäudes benötigt dringend eine Erneuerung. Bei einer gutachterlichen Untersuchung wurde aber glücklicherweise festgestellt, dass es keine größeren Schäden durch eindringendes Wasser am unter dem Putz liegenden Fachwerk gibt.

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