Sonntag, Juni 16, 2024

Probelauf in Capelle: Vereinsheim aus dem 3D-Betondrucker

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Werne/Capelle. Mit dem neuen Vereinsheim des SC Capelle wird die Gemeinde Nordkirchen im nächsten Jahr das erste öffentliche Gebäude in Deutschland realisieren, das im 3D-Betondruckverfahren gebaut wird.

Am Donnerstag wurde die innovative Bautechnik auf dem Sportplatz an der Gorfeldstraße 27 vom Architekturbüro Steinhoff und dem Fachunternehmen Peri aus Weißenhorn einer breiten Öffentlichkeit probeweise vorgestellt.

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Vor Ort, unweit der bereits gegossenen Betonplatte für das neue Vereinsheim, zog der 3D-Betondrucker digital gesteuert seine Bahnen und schichtete den Beton in 25 Zentimetern pro Sekunde Lage um Lage auf.

Die Gemeinde Nordkirchen wolle man zukunftsfähig weiter entwickeln, erläuterte Bürgermeister Dietmar die Zielrichtung. Dazu zähle bereits die flächendeckende Glasfaserverkabelung und der Digital Campus, der inzwischen auf 15 Startups angewachsen sei. Hier gehe es um die Zukunft des Bauens, sagte Bergmann über das mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekts. „Die Gemeinde hat gerne mitgemacht“, betonte er.

Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann und Architekt Lothar Steinhoff begrüßten ein interessiertes Fachpublikum. Foto: Gaby Brüggemann

Lothar Steinhoff bekräftigte angesichts von Fachkräftemangel und Bedarf an Gebäuden: „Wir brauchen Veränderung.“ Zu dem technischen Probelauf waren Besucher teilweise auch von weit her gekommen, beispielsweise aus Luxemburg, Aachen und Italien, vermerkte der Architekt großen Informationsbedarf. Wie die Technik genau arbeitet, konnten die Besucher mit Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft anschließend erörtern und ihre Fragen loswerden.

Um die junge Generation mit der neuen Bautechnologie bekannt zu machen und Spaß am Handwerk zu vermitteln, lade man Schulen zu Info-Veranstaltungen ein, so Lothar Steinhoff. Man sei in Kontakt mit 20 Schulen. Eine davon sei das Anne-Frank-Gymnasium Werne, das mit einer Delegation bereits in Capelle war, darunter auch die Schülerfirma „Auf geht’s 3D“. „Die haben genau die richtigen Fragen gestellt“, freute sich der Architekt nicht nur über das Interesse, sondern auch über die Kenntnisse des Nachwuchses.

Auch Vertreter/innen der AFG-Schülerfirma machten sich ein Bild. Foto: AFG

AFG-Schülerfirma „Auf geht’s 3D“ auf Info-Besuch

Neben der erweiterten Schulleitung um Marcel Damberg und dem Koordinatoren-Team für MINT sowie Studien- und Berufswahl waren auch die Vertreter der Schülerfirma als erfahrene Experten im 3D-Druck begeistert von der innovativen Bauweise, hieß es im Nachgang in einer Mitteilung des Gymnasiums.

Lothar Steinhoff habe in seiner Einführung u.a. Aspekte wie Zeit- und Kostenersparnis, Fachkräftegewinnung und Langlebigkeit erläutert und Fragen beantwortet. Im direkten Gespräch mit den jungen Mitarbeiter/innen der Firma PERI erhielten die AFG-Jugendlichen zudem Infos über deren Ausbildungswege und eine neue Motivation, auf dem Bau zu arbeiten.

Schnell sei der Funke zwischen Schülerfirma und Architekturbüro übergesprungen. Gemeinsame Projekte wurden angeregt und auch in den Bereichen MINT und Studien- und Berufsorientierung sprudelten die Ideen, hieß es. 

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