Donnerstag, April 18, 2024

Solidarische Landwirtschaft – Ernteteilen, ja bitte

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Werne. Das Prinzip der „solidarischen Landwirtschaft“, kurz Solawi, erläuterte am 2. Juni 2022 Gemüsegärtner Laurin Berger im Café Future der Klimainitiative Natürlich!Werne.

Solidarische Landwirtschaft setze demnach auf kurze Wege und den direkten Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern, schilderte Andreas Drohmann dazu in einer Medienmitteilung der Initiative.

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„Geteilte Ernte, geteiltes Glück“. Regionales und saisonales Gemüse wünschten sich auch die rund 20 Teilnehmenden an der Veranstaltung des Café Future, hieß es. Wer kenne schon den Acker, auf dem seine Lebensmittel wachsen? Wer kenne den Bauer, der seine Lebensgrundlage herstelle? Wohl die Wenigsten! Ganz anders sei dies bei jenen, die sich an einer solidarischen Landwirtschaft beteiligen, berichtete Laurin Berger.

Die Mitglieder einer Solawi teilten sich die Ernte eines Gemüsehofes, informierte er. Eine feste Verbrauchergemeinschaft finanziere einen landwirtschaftlichen Betrieb durch ihre festen Beiträge und bekomme dafür die Ernte, zum Beispiel das Gemüse einer Gärtnerei. „Fast 400 solcher Solawi gibt es bereits in Deutschland, Tendenz steigend“, schilderte Berger.

Die Argumente überzeugten die Gäste des Café Future in der Familienbildungsstätte. Die von der Gemeinschaft getragene Landwirtschaft erlaube den Blick hinter die Kulissen, vom Offenlegen der Betriebskosten bis zur Ernte. Das Mithelfen der Ernteteiler/innen sei gerne gesehen, hieß es ferner.

Die Teilnehmenden verpflichteten sich immer für je ein Jahr, einen festen monatlichen Betrag zu zahlen und ihren Gemüseanteil abzunehmen. Der Betrieb könne so nicht nur gut planen, auch das Risiko von Dürren, Schädlingsbefall und anderen Herausforderungen verteile sich auf viele Schultern. „Die Produkte verlieren ihren Preis und erhalten ihren Wert zurück“, beschrieb Gemüsegärtner Laurin Berger das Konzept.

Für das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft wurden in der Runde verschiedene Gründe angeführt. Die einen wünschten sich frisches, nachhaltig produziertes Gemüse, die anderen möchten auch ihren Kindern einen Bezug zur Natur bieten, hieß es unter anderem.

Ferner gehe es um, eine Verbindung zu unseren Lebensmitteln und den Bauern, die sie produzieren, aufzubauen. Eine Wertschätzung, von der viele Landwirt/innen nur träumen könnten. „Als Produzent, kenne ich die Gesichter der Menschen, für die ich anbaue“, argumentierte Laurin Berger, der selbst in einer solidarischen Landwirtschaft gearbeitet hat.

Informationen: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite

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