Donnerstag, April 16, 2026

An(ge)dacht: Getauft zum Leben

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Werne. Die Taufe eines Kindes oder Enkelkindes ist wohl eine der schönsten kirchlichen Feiern. Es herrscht eine frohe, festliche Stimmung. Viel Dankbarkeit, Glück und Liebe schwingen mit. Oft gibt es ein traditionelles Taufkleid in der Familie, welches von Kind zu Kind weitergereicht wird und mit dem neuen Namen bestickt worden ist. Die neue Taufkerze wird nun jedes Jahr entzündet und bekommt zur Erstkommunion wieder eine schöne Bedeutung im Festgottesdienst.

In der katholischen Kirche erinnern wir an diesem Sonntag an die Taufe: Jesus lässt sich am Jordan von Johannes taufen. Er stellt sich zu den wartenden Menschen, die sich von Johannes im Jordan untertauchen lassen. Sie hören auf die mahnenden Worte des Täufers, wollen umkehren und einen neuen Anfang machen. Gott soll sie von ihren Sünden reinwaschen. Aber Jesus ist kein Sünder: während seiner Taufe bezeugt Gott selbst, dass Jesus sein geliebter Sohn ist.

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So wird auch jeder Mensch in der Taufe ein Kind Gottes – für immer, unauslöschlich. Es ist ein einmaliger Akt und wird an einem besonderen Ort gefeiert. In der St. Christophorus- und der Maria Frieden – Kirche steht der Taufstein so, dass man ihn gleich beim Eintritt in die Kirche sieht – er steht einem sozusagen im Weg. In St. Johannes rundet sich der Kirchraum um das Taufbecken; jahrelang versammelte sich dort die Gemeinde abends zum monatlichen Sonntagsausklang. In der neugestalteten St. Konradkirche hat Pater Abraham eine wunderbare Taufschale gestaltet; und der alte Taufstein aus St. Konrad fand in der Marienkapelle Horst eine neue Heimat; er steht dort, als wenn er dort immer gestanden hätte.

Der Taufstein soll uns nicht nur an unsere Taufe erinnern, sondern kann uns hinweisen auf die Würde, die uns dieses Sakrament schenkt. Kind Gottes zu sein, Tochter oder Sohn Gottes heißen zu dürfen – was für ein Titel!

In meiner beruflichen Laufbahn als Pastoralreferentin machte ich unvergessliche Erfahrungen rund um die Taufe.

Hier in Werne bleiben mir die ausgeleerten, trockenen Weihwasserbecken nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Erinnerung. Wie oft hatte ich mich mit diesem Wasser, das uns ja an unsere Taufe erinnern soll, bekreuzigt? Wie vielen Kindern hatte ich dieses Ritual beim Betreten oder beim Verlassen der Kirche erklärt? Und nun – nichts mehr davon, das Wasser wurde zur Gefahr. Wir Menschen brauchen aber Zeichen, Orte und Erinnerungen, wenn uns ein Geschehen prägen soll. Die Taufe ist kein historischer Akt. Sie will zum Leben führen, zum Leben mit Gott in der Gemeinschaft aller Getauften.

Wenn ich nun Ende des Monats als Pastoralreferentin in den Ruhestand gehen darf, nehme ich das mit: niemand und nichts kann mir die Würde nehmen, die mir Gott durch meine Taufe geschenkt hat. Das göttliche Geschenk, für immer Tochter Gottes zu bleiben, wird mich auch in den kommenden Jahren zur Antwort herausfordern: christliche Gemeinschaft zu suchen und aufzubauen. Gottseidank!

Veronika Hembrock, Pastoralreferentin in St. Christophorus

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