Auf den Spuren des Westfälischen Friedens und der Telgter Wallfahrt

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Werne. Eine Fahrt des Altstadtfreundvereins folgte zwei Routen, hin auf dem Weg der Friedensreiter von Münster nach Osnabrück und zurück vom Kloster Oesede auf den Spuren der Telgter Wallfahrt.

Karl-Heinz Schwarze, Vorsitzender des Altstadtfreundevereins, schilderte auf den Strecken die jeweils passenden historischen Ereignisse.

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Der Westfälische Friede, einer der bis zu diesem Zeitpunkt größten Friedenskongresse, beendete vor 375 Jahren den 30jährigen Krieg, eine für Deutschland und weite Teile Europas beispiellose Katastrophe. Die Verhandlungspartner strebten eine dauerhafte Stabilität in Europa an. Das sollte gelingen durch einen Verzicht auf  Sühne und Bestrafung, einen Schuldenerlass und eine Amnestie. Vor allem wurde ein paritätischer Ausgleich zwischen den verfeindeten Religionsgemeinschaften festgeschrieben. All das war ein erster Schritte zur Toleranz.

Der Wallfahrtsweg hatte als Start und Ziel zwei sehr unterschiedliche Mariendarstellungen, im Kloster Oesede eine kleine Skulptur der Mutter Gottes, und zwar Maria im Wochenbett, und in Telgte Maria unter dem Kreuz. Sie trägt ihren toten Sohn auf dem Schoß. In Oesede wird in dem Andachtsbild Maria als Wöchnerin in inniger Beziehung zu ihrem Sohn verehrt, in Telgte die schmerzhafte Maria, die ihren toten Sohn auf dem Schoß trägt.

Die zwei Skulpturen weckten und wecken in den frommen Betrachtern zwei völlig unterschiedliche Emotionen. In Oesede werden Zärtlichkeit, Liebe und Fürsorge einer jungen Mutter für ihr Neugeborenes ausgedrückt. In Telgte spiegelt sich der tiefe Schmerz im Angesicht der Mutter. Sie ist allein in ihrer Trauer. Einsam hält sie den zermarterten Körper ihres Sohnes in den Armen und scheint um Mitgefühl und Barmherzigkeit zu bitten. Auf der Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte nahmen 2006 über 11000 Pilger teil. Für dieses Gnadenbild hatte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen im Jahr 1654 persönlich den Grundstein für eine Kapelle gelegt.

Auf dem zweiten Themenweg war das Schloss Iburg eine sehr sehenswerte Station. Die Doppelschlossanlage, zunächst und für lange Zelt ein Benediktinerkloster, war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die Residenz der Fürstbischöfe von Osnabrück. Interessant war vor allem, dass in diesem Schloss Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig-Lüneburg geboren wurde. Sie war die erste preußische Königin, Schwester des ersten englischen Königs aus dem Haus Hannover und Großmutter des Preußenkönigs Friedrich des Großen.

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