Dienstag, Februar 27, 2024

Grüne setzen Impuls – Holzbauweise für neuen Schultrakt

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Werne. Warum nicht einen Erweiterungsbau für die Wiehagenschule ganz aus Holz? Angesichts der Klimakrise gingen am Dienstag, 8. August 2023, Andreas Drohmann, Klaus Schlüter und Rainer Hotz (alle Mitglieder der Grünen-Fraktion) auf dem Schulhof der Grundschule mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, schon bei der Auswahl der Baumaterialien klimaschonend vorzugehen.

Denn, so argumentierte Drohmann, auch die Bauweise sei neben dem Betrieb für ein nachhaltig und energiesparend errichtetes Gebäude essenziell wichtig. Gerade bei dem Einsatz von sogenannter „grauer Energie“, die etwa bei der Herstellung von Baustoffen wie Beton etc., dem Transport oder bei einem eventuellen Abriss und der Entsorgung anfalle, sei der Energieverbrauch erheblich. „Deshalb möchten wir jetzt einen Impuls setzen“, begründeten die Grünen-Politiker ihren Vorstoß. Denn noch sei es Zeit, bei der Wahl der Baustoffe auf die Holzbauweise umzuschwenken.

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Hintergrund: Die Wiehagenschule an der Stockumer Straße braucht mehr Platz für eine dauerhafte Fünfzügigkeit. Das erst 2019 eröffnete neue Schulgebäude soll, so beschloss es der Stadtrat Ende 2022 einstimmig, deshalb einen Erweiterungsbau bekommen. Entstehen soll der rund 700 Quadratmeter große Trakt anstelle der Sporthalle, die durch eine neue Doppelturnhalle an der Klöcknerstraße ersetzt wird.

„Wir verzichten bewusst darauf, jetzt noch einen Antrag im Fachausschuss zu stellen, auch um den Planungsprozess für den wichtigen Schultrakt nicht zu verzögern“, erläuterte Klaus Schlüter. Weil die Vorplanungen für den Bau schon weiter gediehen seien, käme ein entsprechender Beschluss im Fachausschuss ohnehin wohl zu spät. Mit der Verwaltung habe man den Vorschlag bei einem Termin vor dem Pressegespräch erörtert.

Energiebewusste Auswahl von Baustoffen

Für den Betrieb des geplanten Schultrakts sei der Bau eines besonders energiesparenden KfW-40-Effizienzhauses vorgesehen. „Das ist gut, ein hoher Standard“, erläuterte Andreas Drohmann. Mit dem Baustoff Holz für Wände und Dach etc. hätte man ein nachhaltiges Material mit vergleichbar langer Lebensdauer. Auch der Kostenumfang sei in etwa vergleichbar. „Holz ist ein lebender Stoff, hat Ausstrahlung“, warb er für ein Umdenken. Der Diplom-Ingenieur, der maßgeblich an dem energiebewussten Bauprojekt „Gemeinsames Wohnen unter den Linden“, beteiligt war und ist, sieht große Vorteile in der Verwendung von Holz.

Als Beispiel für einen gelungenen Schulbau zog er die Holzkonstruktion der Hildburgschule in Rinteln (Niedersachsen) heran. Die Gesamtschule, in der zwei Schulen zusammengeführt wurden, überzeugt nach Meinung der Grünen mit ihrer Konstruktion. Errichtet wurde es mit lokalem Holz, alle Vorteile der Vorfertigung und des raschen Errichtens wurden genutzt und alle Anforderungen des Brandschutzes erfüllt, berichtete Drohmann. Ein Erweiterungsbau an der Wiehagenschule aus Holz könne Vorbildfunktion erfüllen und ein Modell sein, zeigten sich die Grünen-Politiker überzeugt.

Info

Graue Energie: „Wenn über die Energieeffizienz eines Gebäudes gesprochen wird, geht es meistens um das Heizen, die Warmwasser- und Stromversorgung. Die graue Energie wird jedoch oft vergessen. Sie bezeichnet diejenige Energie, die zur Errichtung und Instandhaltung eines Gebäudes notwendig ist. Von der Gewinnung der und Herstellung der Baustoff über deren Transport, Lagerung und Einbau bis hin zu Reparaturen. Die Entsorgung und ein eventueller Abriss zählen ebenfalls zur grauen Energie“, (Quelle: Ahnsbecker Zimmerei).

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