Montag, Juni 24, 2024

„Hühnerhof“ soll „einladendes Tor zur Innenstadt“ werden

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Werne. Ein Grundstück mit besonderer städtebaulicher Bedeutung ist der sogenannte „Hühnerhof“ im Bereich zwischen Konrad-Adenauer-Platz, Schlot und Konrad-Adenauer-Straße.

Mit den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Grünbereich und einem teils 50 Jahre alten Baumbestand hatte es über viele Jahre ein wenig beachtetes Dasein geführt, bis es die Stadt Werne schließlich von den Erben des Vorbesitzers erstanden hatte. Jetzt soll es neu gestaltet werden, um die Attraktivität an dieser zentralen Stelle verbessern.

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Im März 2023 hatte der Dezernent für Stadtplanung, Ralf Bülte, angekündigt, dass die Fläche gegenüber des Stadthauses am Eingang zum Innenstadtkern neu entwickelt werden soll. Am Dienstag, 17. Oktober 2023, werden im Stadtentwicklungsausschuss die Ergebnisse der erfolgten Standortinventur sowie ein Beteiligungskonzept vorgestellt (17.30 Uhr, großer Sitzungssaal, EG Stadthaus).

Inzwischen habe das Projekt das Bewerbungsverfahren des Programms Bau.Land.Partner erfolgreich durchlaufen, teilt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage mit. „Bau.Land.Partner ist das Unterstützungsangebot der Landesinitiative Bau.Land.Leben an Städte und Gemeinden, um Brachflächen, ungenutzte oder untergenutzte Flächen wieder zu ,Bauflächen´ zu machen. Es handelt sich dabei um eine Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Die Finanzierung von NRW.Urban erfolgt maßgeblich aus Landesmitteln, der durch einen Pauschalbetrag der beteiligten Städte ergänzt wird.“

Auch der Parkplatz am Schlot und der dahinter liegende Bereich gehört zu dem Grundstück. Foto: Gaby Brüggemann

Welche Nutzungsziele sind angedacht?

Mit der Neugestaltung des „Hühnerhofs“ nimmt man Nutzungen in den Blick, die die Frequenz der Werner Innenstadt steigern und den vorhandenen Funktionsmix (Werne City Mall, Intersport, Fußgängerzone) idealerweise ergänzen sollen. „Es soll insgesamt ein Ort zum Verweilen oder Treffpunkt/place to be mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden“, wird in der Vorlage erläutert. Insbesondere die Freifläche solle nutzbar sein, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Dies sei ein wesentlicher Faktor für junge Menschen bei der Nutzung öffentlicher Räume.

Wie soll die Zukunftsfläche aussehen?

Die Grünstrukturen des Grundstücks sollen im Wesentlichen erhalten bleiben. Das gelte insbesondere für die Bäume im Randbereich der Fläche, die gut erhalten sind, und in die Freiflächengestaltung einbezogen werden sollen. Die laut Bebauungsplan von 1977 mögliche maximale bauliche Nutzung – sowohl in der Fläche als auch in Höhe – ist unerwünscht. Vielmehr sollen Baukörper und Freifläche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen. Am Ende solle ein „einladendes Tor“ zur Innenstadt entstehen.

Wie steht´s mit Klimaschutz und Kosten-Nutzen-Verhältnis aus?

Die Ziele beim Klimaschutz sind ehrgeizig. Projekt begleitend soll ein Energiekonzept mit Vorbildcharakter erarbeitet werden. Mit dem Kauf der Fläche habe man die Stadtkasse erheblich belastet, heißt es in der Vorlage weiter. Deshalb will man – nachdem eine Konzeption entwickelt ist – an einen geeigneten Investor verkaufen, um die Ausgaben zu refinanzieren. Die Anlage einer Grün- oder Parkfläche ohne baulichen Nutzen sei daher nicht möglich.

Wie soll die Bürgerschaft beteiligt werden?

Die Beteiligung der Bürger/innen solle niederschwellig erfolgen, um möglichst viele Bevölkerungsgruppen zu erreichen, vor allem auch jene, die sich sonst eher weniger öffentlich einbringen. Hierzu solle beispielsweise ein QR-Code im Bereich der Fläche angebracht werden, der per Mobiltelefon gescannt werden könne und zum Beteiligungsportal leitet. Schwerer erreichbare Zielgruppen könnten auch über Social Media gezielt angesprochen werden.

In dem Beteiligungsportal werde ein kurzer Fragebogen hinterlegt werden, der die Möglichkeit bietet, Wünsche, Ziele, Ideen oder Konzeptvorschläge einzugeben. Zu diesem Zweck solle erstmalig das Beteiligungsportal des Landes NRW genutzt werden. Die eingegangenen Ideen und Wünsche sollen gesammelt, strukturiert ausgewertet und nach den genannten Kriterien bewertet werden. Das Beteiligungskonzept wird Bürgerdialogmanagerin Linn Julia Temmann in der Sitzung vorstellen.

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