Donnerstag, April 25, 2024

Kapuzinerkloster Werne als Seniorenkloster komplett

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Werne. In Werne befindet sich das älteste noch bestehende Kloster der Deutschen Kapuzinerprovinz. Die Menschen der Stadt haben eine enge Beziehung zum Kloster, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Seit dem Provinzkapitel 2022 ist es auch das Seniorenkloster der Provinz. Dafür waren einige Umbau- und Renovierungsarbeiten notwendig, um es senioren- und teilweise behinderten-gerecht zu gestalten. Diese sind nun weitgehend abgeschlossen und es sind seit einiger Zeit nun auch alle vorgesehenen Brüder vor Ort.

Aktuell leben acht Kapuziner im Kloster Werne, weitere sechs Brüder verbringen im Pflegeheim St. Katharina ihren Lebensabend und sind dem Konvent zugeordnet.

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Die Umbaumaßnahmen dauerten nahezu ein Jahr, einiges steht noch aus. Dazu wurden die Räume, die rund sechs Jahre von der Caritas angemietet waren, in Klosterzellen, in ein Sprechzimmer und das Büro des Guardians umgewandelt. Eingerichtet wurden die neuen Räume mit fast ausschließlich gebrauchten Möbeln aus dem aufgelösten Kapuzinerkloster in Stühlingen.

Das Werner Kapuzinerkloster ist so nun ein guter Ort für ältere Mitbrüder, die auch mit gesundheitlichen Einschränkungen und ohne oder nur mit kleineren Aufgaben hier ihren Lebensabend verbringen können. Brüder, die mehr als ambulante Pflege benötigen, leben im Pflegeheim St. Katharina.

Geleitet wird das Kloster seit eineinhalb Jahren von Pater Norbert Schlenker (Jahrgang 1954) als Guardian. Er war schon für die Leitung mehrerer Klöster verantwortlich. Die letzten Jahre war er im bayerischen Altötting in der Wallfahrtsleitung und zuvor in der Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge in Offenburg, Zell a.H., Deggingen und Frankfurt eingesetzt.

Sein Stellvertreter als Vikar des Hauses ist Bruder Pirmin Heppner (Jahrgang 1958) Er ist ständiger Diakon und war in den letzten Jahren in Zell a.H. und früher in München in der Gemeindeseelsorge eingesetzt. Er kam im Juni dieses Jahres nach Auflösung des Klosters Zell a.H. nach Werne und wird sich mit gesundheitlichen Einschränkungen seinen Möglichkeiten entsprechend in der Seelsorge und im Kloster selbst einbringen, so z.B. im Predigtdienst und bei Wortgottesdiensten, Taufen und Trauungen und ebenso in häuslichen Diensten.

Mit Br. Pirmin kam auch Bruder Fabian Schork (Jahrgang 1947) aus Zell a.H. im Juni nach Werne. Ihn haben die Brüder als dritten in die Hausleitung gewählt. Er war in verschiedenen Klöstern als Pförtner, Sakristan und Hausmeister eingesetzt. Lange Jahre war er in Münster, die letzten Jahre in Altötting und Zell a. H. Er hat bereits den Dienst des Sakristans in der Klosterkirche übernommen, ebenso verschiedene hausinterne Aufgaben.

Als rüstiger Senior des Klosters ist Pater Gisbert Schütte (Jahrgang 1939) in der Seelsorge noch sehr aktiv. Er ist seit 2018 in Werne. Zuvor war er einige Jahrzehnte in der Krankenhausseelsorge in der Raphaelsklinik und im Franziskushospital in Münster eingesetzt. Er hält Gottesdienste und steht als Prediger und Beichtseelsorger zur Verfügung. 2022 konnte er sein Diamantenes Professjubiläum feiern. Er ist oft mit dem Fahrrad unterwegs und hält sich fit durch Besuche im Solebad.

Ebenso rüstig und aktiv in der Seelsorge ist Pater Tobias Link (Jahrgang 1941). Er ist seit 2016 und damit am längsten im Werner Kloster. Auch er steht für Gottesdienste, Predigten und Beichtseelsorge zur Verfügung. Er war schon in mehreren Klöstern eingesetzt, so in Säckingen, Deggingen, Oberhausen-Sterkrade, Stühlingen und Bad Mergentheim. Gerne betätigt er sich hin und wieder im Klostergarten. Früchte seiner künstlerischen Ader sind ab und zu in der Kirche zu sehen und von ihm gemalte Bilder schmücken den Konventsflur. 2020 konnte er sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.

Pater Richard Dutkowiak (Jahrgang 1941) war lange Jahre Pfarrer in Oberhausen-Sterkrade und in Zell a.H. Ab 1995 war er neun Jahre Provinzial der damaligen Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz mit Sitz in Koblenz-Ehrenbreitstein. Danach war er Guardian in Münster und in Zell a. H. und die letzten Jahre Seelsorger bei den Franziskanerinnen in Reute / Bad Waldsee. Er ist seit Pfingsten 2023 im Werner Kloster. Gesundheitlich bedingt kann er nicht in der Seelsorge eingesetzt werden. Er übernimmt einige Aufgaben im Haus und unterstützt in Fortführung einer seiner bisherigen Tätigkeiten nach seinen Möglichkeiten die Missionsarbeit der Kapuziner z.B. durch das Sammeln und Bearbeiten von Briefmarken, die er gerne entgegennimmt.  

Bruder Nikolaus Horschler (Jahrgang 1940) wurde erst 1986 Kapuziner und war in verschiedenen Klöstern überwiegend mit häuslichen Aufgaben betraut. So war er auch schon einmal einige Jahre in Werne stationiert. Die letzten Jahre verbrachte er auf der Pflegestation im Kloster Münster. In Werne ist er seit Februar 2023 und hält sich gesundheitlich bedingt eher zurückgezogen im Hintergrund.

Der jüngste im Konvent ist Bruder Damian Osterhues (Jahrgang 1960). Nach einer Ausbildung als Krankenpfleger war er einige Jahre Missionar in Mexiko, musste aber nach einer schweren Erkrankung 2002 nach Deutschland auf die Pflegestation im Kapuzinerkloster Münster zurück. Er kann sich mittlerweile im Großen und Ganzen selbst versorgen und lebt nun seit Februar 2023 mit seinen körperlichen Einschränkungen in dem für ihn eingerichteten behindertengerechten Zimmer im Erdgeschoss des Werner Klosters. Zu den Aufgaben, die er wahrnehmen kann, gehört hier in Werne u.a. das Tischdecken, mit dem er sich gerne in die Klostergemeinschaft einbringt.

Der 91-jährige und in Werne gut bekannte Pater Wolfgang Drews, der auch lange Jahre das Werner Kloster geleitet hat, ist gesundheitsbedingt und auf eigenen Wunsch an Pfingsten 2023 ins Pflegeheim St. Katharina umgezogen. Dort lebt auch der in Werne gut bekannte Pater Michael Mayer, der in Werne zu den Kapuzinern fand, in der Klosterkirche seine Primiz feierte, einige Jahre im Werner Kloster als Seelsorger stationiert war und im März dieses Jahres seinen 95. Geburtstag feiern konnte.

Die weiteren vier Kapuziner, die in St. Katharina ihren Lebensabend verbringen, waren nie im Werner Kloster stationiert und sind so der Bevölkerung nicht bekannt.

Trotz dieser zahlenmäßig guten Besetzung sind die Werner Kapuziner, die alle im „Rentenalter“ sind, weiterhin auf die Mithilfe Ehrenamtlicher angewiesen und sie sind dafür sehr dankbar. Unterstützung erfahren sie u.a. durch personelles Engagement besonders aus dem Freundeskreis des Klosters und der Kolpingsfamilie, so z.B. durch das Gärtnerteam, das den Klostergarten bewirtschaftet und den ehrenamtlichen Pförtnern, die vormittags den Pforten- und Telefondienst und weitere kleinere Aufgaben im Haus wahrnehmen. Nachmittags übernehmen die Kapuziner selbst abwechselnd den Pforten- und Telefondienst. Sie machen in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf aufmerksam, dass Pforte und Telefon nur zu den angegebenen Zeiten bedient werden können.

Und natürlich sind die Kapuziner auch weiterhin sehr dankbar für finanzielle Unterstützung zum Unterhalt des Klosters und für ihre Arbeit, da das Kloster ja keine Unterstützung aus Kirchensteuermittel erhält. Zusammen mit zahlreichen Besuchern von Kloster und Kirche hoffen sie auf eine baldige Umgestaltung des Kirchplatzes durch die Stadt Werne, damit man in Kirche und Kloster leichter behindertengerecht kommen kann.

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