Montag, April 15, 2024

Selbsthilfegruppe Cactus: Achtsam gegen Ess-Störungen

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Werne. Gesundes Abnehmen, nicht schnell und mit der x-ten Diät, sondern langsam: „Mit Kopfarbeit und einer Umstellung der Lebensgewohnheiten.“ So beschreibt Nadine Szameit das erklärte Ziel der Werner Selbsthilfegruppe Cactus, die sich zusammengefunden hat.

Fast genau vor einem Jahr fand im Gruppenraum im Pfarrheim St. Sophia Stockum das erste Treffen der Selbsthilfegruppe statt, schildert sie im Gespräch mit WERNEplus. Sie ist eine der Gruppen-Sprecherinnen und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Moderation.

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Am Dienstag, 27. Juni 2023, wollen die zehn bis zwölf Mitglieder der aktiven Gruppe auf das erste Jahr des Bestehens zurückblicken und den Anlass gebührend wertschätzen – mit einer Salattorte beim Gruppen-Treff. Grund genug gibt es.

Der Erfolg im ersten Jahr des Bestehens wiegt buchstäblich schwer, denn um exakt 232,4 Kilogramm Gewicht sind die Teilnehmenden seither leichter geworden. Gelungen ist dies mit gegenseitiger Unterstützung. „Die Selbsthilfegruppe Cactus ist eine Gemeinschaft von Menschen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, mit dem Ziel, das gemeinsame Problem zu lösen und anderen zur Genesung vom zwanghaften Essverhalten zu verhelfen“, heißt es auf der Homepage unter www.selbsthilfe-cactus.de.

Marco Lösch (Gruppensprecher) und Friederike Solfrian-Witteler gründeten Cactus im Mai 2022, im September kam Nadine Szameit hinzu. Nach einem Jahr des Bestehens geht es allen Beteiligten nun darum, auch andere zu ermuntern, zu den Gruppenabenden zu kommen. „Wir möchten bekannter werden“, betont Nadine Szameit stellvertretend für die Gruppe, und lädt Abnehmwillige ein, sich gerne anzuschließen. „Wir heißen alle willkommen, die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist der Wunsch, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. Die Gemeinschaft kennt keine Mitgliedsbeiträge oder Gebühren“, erklärt sich die Selbsthilfe-Gruppe auf der Homepage. Lediglich eine Kaffeekasse wird nach eigenem Ermessen bestückt.

Anerkennung für die Arbeit von Cactus kommt inzwischen auch von außen. So unterstützt die „Kontakt- und InformationsStelle für Selbsthilfegruppen des Kreises Unna K.I.S.S.“ die Gruppe und hat sie in Verzeichnis der Selbsthilfe-Gruppen des Kreises aufgenommen. Gefördert wird Cactus zudem auch von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Selbsthilfeförderung in NRW, schildert Nadine Szameit und freut sich mit den anderen Mitgliedern über die Wirkung des gemeinsamen Gruppenangebots.

Neue Mitglieder jederzeit willkommen: „Wir möchten wachsen“

Immer dienstags um 19.15 Uhr beginnen die Treffen der Mitglieder im Alter von Mitte 20 bis 60 Jahre. Getagt wird immer, auch in den Ferien, ist man absolut verlässlich. Nadine Szameit moderiert die Abende. Die Zahl der Teilnehmenden schwanke, teilweise seien auch schon 45 Interessenten gekommen. Grundsätzlich wolle man gerne wachsen, weil es ja auch immer eine Fluktuation gebe.

Nicht nur der Zugang zur Gruppe ist niederschwellig, auch bei der Zielsetzung gilt das individuelle Tempo und die Wahl der eigenen Methoden auf dem Weg hin zum Gewichtsverlust. „Es gibt keine Patentlösung für das Abnehmen, keinen strengen Diätplan und wir haben auch keine Zwangswaage in der Gruppe“, so Nadine Szameit. Vielmehr gehe es darum, Achtsamkeit zu trainieren, bewusst zu essen und darum, auf das Sättigungsgefühl zu hören.

Jeder könne seine eigene Variante wählen, ganz ohne Gruppenzwang, versichert sie und fühlt sich selbst in der „sympathischen Gruppe“ sehr wohl. Man versuche, an Ausreden und negativen Gedanken zu arbeiten, erklärt sie. Wolle man eigene Lebensgewohnheiten ändern, gehöre es ebenfalls dazu, dies gegenüber dem eigenen Umfeld zu erklären.

Im Austausch der Gruppenteilnehmer/innen untereinander zeigten sich häufig Parallelen im Umgang mit Essstörungen, beschreibt Szameit die Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung. Das sei besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass Essstörungen häufig mit psychischen und anderen Erkrankungen einhergehen. Allerdings sei die Erkenntnis „ich muss was dafür tun“ letztlich unausweichlich.

Allerdings stelle sich die eigentliche Herausforderung erst nach erfolgreicher Gewichtsabnahme. Denn dann gehe es darum, das neue Gewicht zu halten. „Das ist die Königsdisziplin“, betont Szameit.

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