Dienstag, April 16, 2024

Werne und Walcz: Verbunden seit drei Jahrzehnten

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Werne/Walcz. Seit drei Jahrzehnten sind die Stadt Werne und das polnische Walcz in einer engen und vielfältig gelebten Städtepartnerschaft offiziell verbunden. Grund genug, den besonderen Jahrestag der Städtefreundschaft gebührend zu feiern.

Dazu reisten Gäste aus zahlreichen Partnerstädten und den jeweiligen Internationalen Clubs an. Wernes Bürgermeister Lothar Christ führte die heimische Delegation an, die zusammen mit Vertretern des Internationalen Clubs Werne nach Walcz gekommen war.

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Als die Partnerschaft 1993 offiziell besiegelt wurde, hatte Bürger/innen beider Städte schon viele Jahre zuvor ehrenamtlich Verbindungen geknüpft und wurden damals viele Hilfslieferungen nach Polen auf den Weg gebracht. Welch hohen Stellenwert die Städtepartnerschaft in der Stadt Walcz genieße, sei in Form zahlreicher Gesten, Worte und Symbolik deutlich geworden, hieß es seitens der Werner Gäste.

Hohe Auszeichnung für Willi Klingbeil aus Werne

So erhielt Willi Klingbeil für seine jahrzehntelangen Hilfstransporte in Wernes Partnerstadt eine hohe Auszeichnung für besondere Verdienste von der Stadt Walcz. Eine Ehrung, die in der Partnerstadt erstmalig einer ausländischen Person zuteil wurde. Gemeinsam mit dem Walczer Bürgermeister Maciej Zebrowski und Stadtratsvorsitzenden Maciej Goszczynski gehörte auch Wernes Bürgermeister Lothar Christ zu den ersten Gratulanten.

„Neben den beiden seit langen Jahren bestehenden Ehrenbürgerschaften für Altbürgermeister Willi Lülf und Wernes ehemaligen Rotkreuzleiter Albert Beyer ist dies die dritte hohe Auszeichnung in Walcz für einen verdienten Bürger aus Werne. Völlig zu Recht, immerhin hat Klingbeil über den gesamten Verlauf der partnerschaftlichen Verbindung immer wieder Hilfstransporte organisiert und durchgeführt“, so das Werner Stadtoberhaupt.

Einen weiteren Anlass zum Feiern lieferte der Internationale Club Walcz, der zeitgleich mit der Städtepartnerschaft im Jahr 1993 gegründet wurde. Gastgeber und Festgäste nutzten die Gelegenheit, die vergangenen drei Jahrzehnte Revue passieren zu lassen und die zukünftigen Aufgaben neu abzustecken.

Bürgermeister Maciej Zebrowski, Bürgermeisterin Lyudmyla Dmytruk aus Korez (Ukraine) und in schwarz Bürgermeister Andrij Dranczuk aus Chotyn (Ukraine) und Wernes Bürgermeister Lothar Christ. Foto: Stadt Werne

Ukrainische Bürgermeisterin berichtet über Schrecken des Krieges

Diese Neuausrichtung ist bereits in vollem Gange, denn seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im vergangenen Jahr hat der Internationale Club Walcz um den Vorsitzenden Jan Sindrewicz zusammen mit den Partnerstädten und -clubs bereits etliche Hilfstransporte in die Ukraine organisiert.

Still wurde es im Saal als die Bürgermeisterin der ukrainischen Stadt Korez, Lyudmyla Dmytruk, das Wort an die im Festsaal versammelten Vertreter der Partnerstädte und der Internationalen Clubs richtete. Ergreifend schilderte das Stadtoberhaupt der Partnerstadt von Walcz, was es heißt, in einem Land zu leben, in dem Krieg herrscht. „Ukrainische Kinder werden nach Russland verschleppt und unsere Männer sterben an der Front“, sagte die Bürgermeisterin mit stockender Stimme.

Einen Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr aus Werne wurde an die Delegation aus dem ukrainischen Korez übergeben. Foto: Stadt Werne

Mannschaftstransportwagen aus Werne und neue (Hilfs-)Kontakte

Mit Andrij Dranczuk war auch ihr Amtskollege aus dem ukrainischen Chotyn, einer weiteren Partnerstadt von Walcz, mit einer Delegation nach Walcz gekommen, um zu gratulieren, zu danken, aber auch um weitere (Hilfs-) Kontakte zu knüpfen.

Überrascht wurde die Delegation aus Korez von der Information, dass Werne ein Gastgeschenk in Form eines Mannschaftstransportwagens überbrachte. „Damit“, sagte Lothar Christ „wollen wir zeigen, dass wir in der europäischen Familie bereitstehen, um den Städten in dem vom Krieg vielerorts zerstörten Land dauerhaft zu helfen. Das was damals für Walcz geleistet wurde, ist heute dringend für die ukrainischen Städte geboten.“

„Zahlreiche deutsche und polnische Städte haben bereits neue Städtepartnerschaften in dem Kriegsland geschlossen, wie etwa Walcz oder Teltow“, ergänzte die Beauftragte für Städtepartnerschaften, Stephanie Viefhues. Dafür streckten die ukrainischen Städte Korez und Chotyn am Festwochenende ebenfalls die Hand aus. So schloss sich der Kreis. Was damals für das unter schweren wirtschaftlichen Verhältnissen leidende Walcz in Polen galt, gilt heute für die Städte und Gemeinden in der vom Krieg gebeutelten Ukraine.

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