Sonntag, April 19, 2026

Ehepaar Ostrop nimmt den Kulturpreis 2024 entgegen

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Werne. Renate und Berthold Ostrop haben den Kulturpreis 2024 der Stadt Werne erhalten. Der Rat der Stadt würdigt mit dieser Verleihung die besonderen Verdienste des Ehepaares für ihre jahrzehntelange Kulturarbeit und Bemühungen um die Vermittlung von Geschichte in der Stadt Werne.

Bürgermeister Lothar Christ übergab den Preis am Freitag, 31. Januar, in einer Feierstunde in der Westfälischen Stube des Museums, an der neben Familienmitgliedern auch die Vorsitzende des Museums-Fördervereins, Heidelore Fertig-Möller, teilnahm. In ihrer Funktion als frühere Museumsleiterin hat sie über vier Jahrzehnte die vielfältigen Projekte der Eheleute Ostrop begleitet.

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„Ihre Ideen sind am Küchentisch entstanden. Das ist ein origineller und schöner Ort für den Austausch, die Diskussion und die Zusammenarbeit“, sagte Lothar Christ. Den Küchentisch teilen sich Renate (85) und Berthold Ostrop (87) inzwischen seit 60 Jahren, Ende Dezember wurde die Diamanthochzeit gefeiert. Anlass für das Stadtoberhaupt, nachträglich die Glückwünsche des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, des Regierungspräsidenten Heinrich Böckelühr, des Landrats Mario Löhr und des Werner Stadtrates zu überbringen.

Den Antrag, die Verdienste von Renate und Berthold Ostrop mit dem Kulturpreis zu würdigen, hatte ihre Tochter Anne-Kathrin im Namen der Familie gestellt. Ein Antrag, dem der Stadtrat gerne folgte. „Seit mehr als 50 Jahren stehen Berthold und Renate Ostrop mit ihrer Arbeit für die Verbindung von Geschichte, Kultur und sozialem Engagement“, sagte Lothar Christ. Ihre Fähigkeit, historische Zusammenhänge lebendig und verständlich zu machen, habe die Stadtgesellschaft bereichert. Christ: „Mit ihrer Leidenschaft und ihrem umfangreichen kulturhistorischen Wissen haben sie es geschafft, die heutigen Strukturen und Geschehnisse in einen größeren Kontext zu setzen und uns die Bedeutung der Vergangenheit für unser gegenwärtiges und zukünftiges Zusammenleben vor Augen zu führen.“

Renate Ostrop engagierte sich besonders als Vorsitzende des Fördervereins Jakobsweg, wo sie sich von 2011 bis 2023 maßgeblich für die Organisation von Pilgerwegen, Vorträgen und Vernetzungsaktivitäten einsetzte. Unter ihrer Leitung wurden die Jakobus-Statue in der Christophorus-Kirche ausgestellt und das Jakobusfest ins Leben gerufen. Auch interreligiöse Kulturprojekte, wie Besuche von Synagogen und Moscheen, zählten zu den Initiativen, die sie mit organisiert hat.

„Sie haben uns gezeigt, dass Geschichte und Kultur nicht nur an Orten wie Museen und Archiven ihren Platz haben, sondern dass sie gelebt werden müssen, da sie uns verbinden und unsere Gemeinschaft stärken.“

Bürgermeister Lothar Christ über Renate und Berthold Ostrop

„Berthold Ostrop wiederum ist ein unermüdlicher Forscher und Archivar der Geschichte von Werne. Mit Vorträgen, Veröffentlichungen und Führungen hat er uns auf eine Reise durch die Zeit mitgenommen und uns die historische Bedeutung vieler Orte unserer Stadt, wie der alten Lateinschule von 1348 oder der Ackerbüger-Häuser, nähergebracht“, zitierte der Bürgermeister aus der Begründung für die Verleihung des Kulturpreises. Seine Arbeit habe Spuren hinterlassen, sei es durch seine diversen Buchveröffentlichungen oder durch die Auffindung des Altarbildes zur Passion Christi, dessen Kopien heute wieder in der Kirche St. Christophorus bewundert werden können.

Berthold Ostrop ist einer der Gründungsväter der Städtepartnerschaft zwischen Werne und der polnischen Stadt Walcz. Er gehörte in den 1980er Jahren zur Truppe der Polen-Fahrer, die nach dem Aufstand in der Lenin-Werft und der späteren Ausrufung des Kriegsrechts auf Initiative des Klosters gesammelte Hilfsgüter in mehreren abenteuerlichen Lkw-Transporten nach Walcz brachten. „Durch die Organisation von Hilfstransporten haben Renate und Berthold Ostrop dabei geholfen, in dieser schwierigen Zeit Brücken des Friedens und der Freundschaft zu bauen. Die Brücken zwischen den Partnerstädten bestehen bis heute und bereichern das kulturelle und soziale Leben beider Städte“, lobte Lothar Christ.

Renate und Berthold Ostrop hätten durch ihr jahrzehntelanges Engagement nicht nur die Geschichte Wernes sichtbar gemacht, so der Bürgermeister: „Sie haben uns gezeigt, dass Geschichte und Kultur nicht nur an Orten wie Museen und Archiven ihren Platz haben, sondern dass sie gelebt werden müssen, da sie uns verbinden und unsere Gemeinschaft stärken.“

Die Geehrten nahmen die Auszeichnung unter dem großen Beifall ihrer anwesenden Familienmitglieder entgegen und kündigten gleich das nächste Projekt an: Das mit der Ehrung verbundene Preisgeld soll für eine museumspädagogische Aktion verwendet werden, die sie gemeinsam mit dem Förderverein des Museums durchführen möchten.

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