Gelbe Karte kommt, wenn der Führerschein-Erwerb gefährdet ist

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Kreis Unna. Für Jugendliche aus dem Kreis Unna, die mit fünf Straftaten aufgefallen sind und zudem Hinweise auf ein erhöhtes Aggressionspotenzial aufzeigen, könnte sich der Erwerb des Führerscheins deutlich verteuern. Dafür haben Kreispolizei und Straßenverkehrsbehörde die sogenannte Gelbe Karte wiederbelebt.

Die „Gelbe Karte” existiert schon seit 2013, ist aber nicht betroffenen Personen bislang kaum bekannt. Mit verschiedenen Aktionen soll das Präventionsprojekt nun mehr in den Fokus rücken. Die Ermahnung, die per Post – bei Minderjährigen an die Erziehungsberechtigten – zugestellt wird, soll dazu beitragen, Jugendliche schon vor der Einleitung der gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen darauf aufmerksam zu machen, dass sie durch ihr Verhalten Gefahr laufen, ihre Mobilität in Form des angestrebten Führerscheins zu gefährden.

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„Wir wollen zuerst auf der präventiven Seite tätig werden, bevor es dann um repressive Maßnahmen geht“, sagte Christoph Funke, Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Im Fokus der Aktion sind Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 18 Jahren, die noch nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis sind. Zudem wird auf 16 bis 24-Jährige geschaut, die bereits einen Führerschein haben und ebenfalls durch Straftaten auffallen.

Fahrtauglichkeit wird genau überprüft

Wer trotz „Gelber Karte“ erneut auffällig wird, bekommt die „Rote Karte“. Das bedeutet, dass die „Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen“ eingehend geprüft werden muss. Für die Betroffenen wird es dann teuer, denn eine medizinisch-psychologische Untersuchung, kurz MPU, wird fällig. „Neben den normalen Kosten für den Erwerb eines Führerscheins kommen dann für die erforderlichen Maßnahmen noch 1000 Euro und mehr dazu“, rechnete Christoph Funke vor.

Nicht selten stellt die Benachrichtigung der Führerscheinstelle für die Betroffenen eine Überraschung dar, denn der Zusammenhang zwischen Straftaten wie Körperverletzung, Bedrohung, Mobbing, Widerstand oder Beleidigung und dem Führerschein wird meist ausgeblendet. „In dem Alter setzten sich die Jugendlichen damit auseinander, wie sie zu ihrer Ausbildungsstelle kommen. Wenn sie dann erfahren, dass das so einfach nicht geht, fallen die aus allen Wolken“, so der Leiter der Führerscheinstelle, Oliver Sonnack.  

Am Kreishaus stellten (v.l.) Bernd Pentrop und Stephanie Bartos-Medger von der Kreispolizei zusammen mit Kinder- und Jugendförderin Ilka Essers, Oliver Sonnack und Petra van den Akker von der Führerscheinstelle und Christoph Funke, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, die „Gelbe Karte“ vor. Foto: Volkmer

Damit es gar nicht erst soweit kommt, klärt Ilka Essers, Leiterin der Kinder- und Jugendförderung, in ihrem Umfeld über das Thema auf. „Wir wenden das Thema ganz aktiv in unseren Kommunikation- und Deeskalationstrainings an. Auch die Schulen haben wir gebeten, das Ganze zu kommunizieren. Uns ist es wichtig, Wege zu ebnen, damit sich die Jugendlichen für das Gute entscheiden können.“

Vergleichbare Meldungen gibt es grundsätzlich auch bei Erwachsenen, wie Kreispolizeisprecher Bernd Pentrop erklärte. Bei der Polizei firmiert das Thema als „212er Meldung“, bei der dann ebenfalls eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit an die Führerscheinstelle gemeldet wird. Rund 200 Meldungen werden durchschnittlich pro Jahr erstellt.

Seit einem Jahr werden die Verwarnungen von der Polizei getrennt erfasst. 17 Meldungen an die Straßenverkehrsbehörde betrafen demnach in den vergangenen zwölf Monaten die wiederholten Vergehen junger Erwachsener. Drei Personen davon erhielten bisher die „Gelbe Karte“ und vier die „Rote Karte“. Der Rest wird noch überprüft, weil Akten der Staatsanwaltschaft zu diesen Fällen noch nicht vorliegen.

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