Werne. Was erzählen alte Fachwerkhäuser über die Geschichte einer Stadt? Was geht verloren, wenn historische Gebäude verschwinden? Wie lässt sich das Bewusstsein für den Wert einer Altstadt schärfen? Mit diesen Fragen befasst sich die Chronik der Freunde des historischen Stadtkerns Werne.
2015 gründete sich der Verein. Jetzt, im Jahr seines elften Geburtstags, legen der Vorsitzende Karl-Heinz Schwarze und sein Stellvertreter Jörg Stengl ein Buch vor, das mehr ist als eine Vereinsgeschichte: „Werne. Gestern, Heute, Morgen: Denkmale als Fundament für Werte und Orientierung“. Verkauft wird das Taschenbuch bei Bücher Beckmann für 10 Euro. „Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass ich gefragt worden bin, ob ich diesen interessanten und nachhaltigen Rückblick verkaufe“, sagte Buchhändler Hubertus Waterhues.
Das reich bebilderte Buch macht Denkmalschutz an konkretem Engagement anschaulich. Es beschreibt, wie aus dem gemeinsamen Anliegen, zwei Gebäude an der Westmauer und der Burgstraße zu bewahren, ein vielfältiges Spektrum an Aktivitäten entstanden ist.
Die Altstadtfreunde organisieren Stadtführungen, laden zu Vorträgen ein, veranstalten Exkursionen und setzen sich mit aktuellen Fragen zur Denkmalpflege auseinander. In Fotos, Interviews, Sachtexten und Presseberichten wird dabei immer auch Stadtgeschichte von Werne erzählt. Schwarze bedankte sich bei seinen Co-Autoren Anke Barbara Schwarze und Jörg Stengl für die „umfassende Arbeit“ sowie bei Stengl für das Layout.
In den Beiträgen geht es um Fachwerk und Stadtmauer, um Veränderungen im Stadtbild, um Kriege und Kirchenkunst. Die Chronik zeichnet nicht nur nach, welche Vorhaben der Verein in Angriff nahm und welche Themen ihn beschäftigten. Sie legt auch den Finger in offene Wunden und zeigt, welche Herausforderungen mit dem Einsatz für den Denkmalschutz verbunden sind. Welche unterschiedlichen Interessen austariert werden müssen, welche Investitionen und Netzwerke notwendig sind, um historische Bausubstanz zu retten. Über die Jahre wurde ein Fundus an Bildmaterial aufgebaut, der die Entwicklung und den Zustand der beiden Häuser akribisch dokumentiert.
Karl-Heinz Schwarze, von Beginn an Vorsitzender der Freunde des historischen Stadtkerns, beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie sich die Geschichte alter Gebäude einem breiten Publikum zugänglich machen lässt. Führungen, Vorträge und Besichtigungen eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit. Dabei richtet sich der Blick über Werne hinaus, auf Fragen des Denkmalschutzes in anderen Regionen oder auf Baukultur in Nachbarstädten. Auf diese Weise protokolliert die Chronik ein Engagement, das lokale Geschichte in größere Zusammenhänge einordnet. Aufschlussreich ist der Blick auf die mediale Arbeit des Vereins, auf Zeitungsberichte, auf die Homepage, auf Flyer.
Dazu kommen die Titel der Publikationen, die Karl-Heinz Schwarze im Lauf der Jahre für den Verein veröffentlicht hat. Wer sich für historische Architektur und Denkmalschutz interessiert, findet in der Chronik nicht nur einen Rückblick auf das Engagement der Altstadtfreunde, sondern auch zahlreiche Anregungen, die vertrauten Straßen und Gebäude mit neuen Augen zu sehen.

















