Donnerstag, März 5, 2026

Fotoreise: Teilnehmende schauten diesmal über die Lippe

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Werne. Gelegentlich verlässt der Heimatverein Werne im Rahmen seiner Fotoreisen auch das Werner Stadtgebiet und wirft einen historischen Blick in die Nachbarschaft. Dieses Mal ging die virtuelle Reise nach Rünthe.

Manuel Izdebski, gebürtiger Rünther und Geschichtsexperte für die Nachbargemeinde, führte in kurzweiliger Form durch den Abend.

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Zunächst zeigten einige Bilder aus seiner Sammlung das dörfliche und kaum bewohnte Rünthe bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch mit der Gründung der Zeche Werne und dem Wohnbedarf für die angeworbenen Bergleute änderte sich das Bild schlagartig. Binnen weniger Jahre entstanden die Alte Kolonie am Ostenhellweg, dann Rünthe-Süd und zuletzt die Siedlung Rünthe-West am Westenhellweg.

Zu den Wohnhäusern gesellten sich bald Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten, Postamt und Sportanlagen, sowie die einer Straßenbahn ähnelnden Kleinbahn. Diese sorgte für den Transport zur Zeche Werne und weiter bis zum Werner Markt. Als der Schacht 3 im November 1915 seinen Betrieb aufnahm, konnten die Rünther Kumpels dann sozusagen auch direkt „vor der Haustür“ einfahren. Aus dem verschlafenen Dorf war eine moderne Industriegemeinde geworden.

All das wurde natürlich zunächst von den doch sehr konservativen und katholischen Werner Bürgern mit Argwohn beobachtet – waren die Neubürger in Rünthe, wie auch in der Zechenkolonie Evenkamp, häufig evangelisch und politisch doch eher im linken Spektrum angesiedelt.

Manuel Izdebski, Geschichtskenner aus Rünthe, präsentierte die Fotos.

Über die Jahre sind Rünthe und Werne sich dann doch nähergekommen und in gewisser Weise auch zusammengewachsen. Die Kumpels arbeiteten gemeinsam auf der Zeche und kannten sich dadurch, Sim-Jü wurde zusammen gefeiert oder man traf sich freitags auf dem Werner Wochenmarkt. Heute bestehen auch viele familiäre Bindungen über die Lippe hinweg.

Es gab auch beiderseitig einige ernsthafte Versuche Rünthe nach Werne einzugemeinden. Aus verschiedenen, meist politischen Gründen und trennenden Verwaltungsgrenzen ist aber nichts daraus geworden.

Die nächste Fotoreise mit Bildern aus Alt-Werne findet am Mittwoch, 25. März, ab 18 Uhr im Werner Stadtmuseum statt. Weil zum Start der Fotoreisen viele der heutigen Interessierten noch nicht dabei waren, wurde im Laufe der Jahre, und in letzter Zeit immer stärker, der Ruf nach einem Blick in die Anfänge mit den alten Ansichten des Stadtkerns immer lauter. Dem folgt nun der Heimatverein und bietet für den weiteren Verlauf des Jahres Ansichten aus dem Zentrum von Alt-Werne: Markt, Steinstraße, Bonenstraße, Klosterstraße, Ost-, Süd-, Westmauer, u.s.w. Inzwischen werden manchmal auch Fotos aus 1920, 1970 und 2010 miteinander verglichen.

Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

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