Werne. Jedes Frühjahr passiert es: Ein Reh-Kitz liegt reglos am Feldrand, ein Jungvogel sitzt allein auf dem Boden. Viele Menschen greifen dann sofort ein – oft gut gemeint, aber nicht immer sinnvoll. Der Hegering Werne empfiehlt deshalb die kostenlose App „Wildtier-SOS“.
„Bevor man ein Tier aufnimmt, sollte man wissen, ob es überhaupt Hilfe braucht“, so die Empfehlung aus dem Hegering. Genau dabei hilft die Anwendung, die die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) entwickelt hat. Per gezielten Fragen lässt sich die Tierart bestimmen – und einschätzen, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Falls ja, vermittelt die App direkt die richtigen Ansprechpartner in der Region: Wildtierstationen, Veterinärkliniken, Behörden, Polizei und Feuerwehr. Die Datenbank umfasst die 100 häufigsten Wildtierarten Deutschlands und deckt damit knapp 95 Prozent aller Fälle ab. Mehr als 4.000 Notfallkontakte sind bundesweit hinterlegt.
Künftig soll ein KI-gestütztes System die Tierart automatisch per Handykamera erkennen – ganz ohne Vorkenntnisse. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit 250.000 Euro.
Die App ist kostenlos verfügbar unter https://www.wildtier-sos.de/.






















